Nothilfe UkraineInfografik: Nothilfe in der Ukraine

24-03-2022

von Aktion Deutschland Hilft

Seit dem 24. Februar herrscht ein furchtbarer Krieg in der Ukraine. Die Angriffe der russischen Regierung finden kein Ende. Bomben, Raketen und andere Waffen hinterlassen unfassbares Leid auf Kosten unschuldiger Menschen.

Grafik: Wohin fliehen Menschen aus Ukraine?

Unser Bündnis ist seit dem ersten Kriegstag für die Kinder, Frauen und Männer aus der Ukraine im Einsatz. Möglich ist das nur dank Ihrer Spende!

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Die Menschen sind verzweifelt, haben Angst. Mehr als 10 Millionen sind auf der Flucht, davon 6,5 Millionen innerhalb der Ukraine (Stand: 24.03.2022).

Viele suchen Schutz in Nachbarländern wie Polen, der Republik Moldau (Moldawien), Rumänien und der Slowakei. Auch in Deutschland sind bereits Geflüchtete aus der Ukraine angekommen.

Hilfe auf allen Stationen der Flucht

Dank Ihrer Spende helfen 21 Organisationen aus unserem Bündnis: in der Ukraine, auf allen Stationen der Flucht und in den Ankunftsländern.

Wie ist die humanitäre Lage in der Ukraine?

Der Krieg in der Ukraine ist eine humanitäre Katastrophe. Seit mehr als drei Monaten dauern die Kämpfe an, insbesondere im Osten des Landes.

Die humanitäre Lage unterscheidet sich von Region zu Region. In der Ost- und Süd-Ukraine haben sich die Bedingungen weiterhin verschlechtert. Viele Menschen harren in Notunterkünften aus, es herrscht große Unsicherheit. Die Strom-, Wasser- und Gasversorgung ist beeinträchtigt.

In umkämpften Gebieten nehmen die Schäden an Infrastruktur zu: Neben Wohnhäusern werden immer wieder Gesundheitseinrichtungen und Schulen Ziel von Angriffen. Beschädigte Straßen, Brücken und Bahngleise erschweren die Evakuierung der Zivilbevölkerung sowie Hilfslieferungen.

Dramatisch ist auch die eingeschränkte medizinische Versorgung – in einer Zeit, in der besonders viele Menschen verletzt und auf Hilfe angewiesen sind. Auch die Gefahr einer Corona-Infektion steigt angesichts der schwierigen hygienischen Bedingungen auf der Flucht und in Notunterkünften und belastet das Gesundheitssystem zusätzlich.

Die Nahrungsmittelversorgung ist vielerorts schwierig: Versorgungsketten werden häufig unterbrochen, der Zugang zu Lebensmitteln ist erschwert. Noch gibt es Bestände aus 2021, doch die Ernte wird wegen fehlender Arbeitskräfte und beeinträchtigter Ackerflächen und Produktionsstätten in diesem Jahr gering ausfallen. Die Preise, etwa für Treibstoff, steigen stark – während viele Menschen arbeitslos geworden sind und das Ersparte zur Neige geht.

Viele Ukrainer:innen haben seit Beginn des Krieges ihr Zuhause verlassen: 8 Millionen sind innerhalb und mehr als 6 Millionen außerhalb des Landes auf der Flucht. Mit den abnehmenden Kämpfen in einigen Regionen kehren immer häufiger Menschen zurück. Ein Großteil stammt aus der Zentral- und Nord-Ukraine, etwa der Hauptstadt Kiew.

Unser Bündnis leistet den Menschen aus der Ukraine humanitäre Hilfe. Helfen Sie uns, zu helfen – jetzt mit Ihrer Spende!

Wie ist die Situation in den Nachbarländern?

Mehr als 6 Millionen Menschen haben die Ukraine verlassen und suchen Schutz in den Nachbarländern wie Polen, Rumänien, der Republik Moldau (Moldawien) oder Slowenien. Hilfsorganisationen berichten von großer Solidarität. Auch in Deutschland kommen Schutzsuchende an. Gleichzeitig erreichen viele Aufnahmeländer nach und nach das Ende ihrer Kapazitäten, etwa bei der Unterbringung.

Alin Ușeriu arbeitet für eine rumänische Partnerorganisation der Johanniter und berichtet: "Rumänien hat nach 30 Jahren Hilfe durch andere Länder endlich die Chance zu zeigen, dass es selbst Hilfe leisten kann. Und das versuchen wir. Die Menschen hier tun, was sie können."

Über die Lage in Moldawien sagt er: "Für ein Land mit 1,5 Millionen Menschen ist das auch deshalb eine große Herausforderung, weil sie nicht in der Europäischen Union sind." Hier finden Sie das ganze Interview.

 

Gibt es aktuelle Zahlen zur humanitären Lage in der Ukraine?

  • Laut UN OCHA sind 18 Millionen Menschen in der Ukraine von den Auswirkungen des Krieges betroffen. 15,7 Millionen sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • 14 Millionen sind seit Beginn des Konfliktes geflohen. Davon sind 8 Millionen innerhalb der Ukraine auf der Flucht.
  • Die meisten Geflüchteten außerhalb des Landes halten sich in Polen (1,5 Mio.) auf.
  • Fast zwei Drittel aller ukrainischen Kinder mussten nach UN-Angaben aus ihrem Zuhause fliehen.
  • In Deutschland sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 819.000 Menschen angekommen.
  • Laut den Vereinten Nationen ist die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, aufgrund des Krieges in der Ukraine erstmals auf über 100 Millionen gestiegen.

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Was benötigen die Menschen jetzt am dringendsten?

Die konkreten Hilfsbedarfe unterscheiden sich von Region zu Region. Vielen Menschen innerhalb und außerhalb der Ukraine fehlt es an Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und weiteren Hilfsgütern. Die meisten Menschen haben bei ihrer Flucht nur das Nötigste mitgenommen. Da unter den Fliehenden vor allem Mütter, Kinder und ältere Menschen sind, sind sie auf besondere Unterstützung und Schutz angewiesen.

Viele Geflüchtete benötigen zudem Geld, um sich selbst mit dem versorgen zu können, was ihnen fehlt. Diese Unterstützung erfolgt durch Bargeldausgaben und Überweisungen, Gutscheine für lokale Geschäfte oder elektronische Lösungen wie mobile money.

Ebenso wichtig ist medizinische Hilfe: Viele Menschen werden verletzt, leiden an Unterkühlungen oder chronischen Erkrankungen. Krankenhäuser melden großen Bedarf an Verbänden, Spritzen und chirurgischem Zubehör. Auch die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung ist hoch.

Menschen, die in umkämpften Gebieten ausharren, brauchen Hilfe bei Evakuierungen. Humanitäre Korridore ermöglichen es immer wieder, Zivilist:innen zu retten und die lebensnotwendige Versorgung zu sichern.

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Wie helfen die Bündnisorganisationen den Menschen aus der Ukraine?

21 Hilfsorganisationen unseres Bündnisses leisten den Menschen in der Ukraine und den Nachbarländern humanitäre Hilfe. Viele der Organisationen engagieren sich seit den 1990er Jahren in der Region. Sie sind mit lokalen Partnerorganisationen vernetzt und arbeiten mit den Behörden vor Ort zusammen. Die Helfer:innen beobachten die dynamischen Entwicklungen genau und passen ihre Projekte entsprechend an.

Beispiele für die Hilfsmaßnahmen unseres Bündnisses:

  • action medeor beliefert regelmäßig Krankenhäuser in der Ukraine mit medizinischem Material, etwa eine Klinik in der Stadt Ternopil. Auch Krankenwagen und mobile Röntgengeräte wurden auf den Weg gebracht.
  • ADRA ist in vielen Regionen der Ukraine vertreten und unterstützt unter anderem die Evakuierung und den Transport von Binnenvertriebenen aus Konfliktgebieten.
  • Der ASB sowie Habitat for Humanity versorgen die Menschen mit warmen Mahlzeiten, Decken und Heizkörpern.
  • AWO International versorgt Familien, die in Deutschland angekommen sind, in mehr als 350 Beratungsstellen.
  • CARE hilft unter anderem schwangeren und stillenden Frauen und ihren Kindern.
  • Help – Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt Menschen in der Ukraine mit finanziellen Hilfen und verteilt Tiernahrung an Landwirt:innen.
  • Die Johanniter haben mehrfach Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Medikamenten und weiteren Gütern auf den Weg in die Krisenregion gebracht. Und sie unterstützen den Transport von kranken Kindern aus der Ukraine nach Deutschland.
  • Malteser International leistet unter anderem psychosoziale und medizinische Hilfe für Binnenvertriebene und Geflüchtete.
  • World Vision und Freunde der Erziehungskunst stehen insbesondere Kindern und deren Familien zu Seite. Sie schaffen Freizeitangebote, um den Jüngsten unbeschwerte Stunden zu schenken.
  • Der Paritätische Gesamtverband und seine Landesverbände unterstützen Menschen beim Ankommen in Deutschland etwa durch Dolmetscher:innen.
  • Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland liefert Hilfsgüter in umkämpfte Regionen wie Luhansk und hat die Evakuierung von Holocaust-Überlebenden unterstützt.
  • Teams des Bundesverband Rettungshunde und von LandsAid leisten unter anderem an der polnischen Grenze humanitäre Hilfe.
  • Handicap International (HI) hilft Menschen in der Ukraine mit Brandverletzungen und nach Amputationen u.a. mit Prothesen und Physiotherapie. Außerdem klären Helfer:innen über die Gefahren von explosiven Kriegsresten auf.
  • HelpAge setzt sich dafür ein, dass auch ältere Frauen und Männer Unterstützung erhalten. Und SODI hat die Gleichbehandlung von Gruppen wie den Rom:nja im Blick.
  • Das Kinderhilfswerk Global-Care liefert Hilfsgüter, unterstützt bei Evakuierungen und organisiert Wohnungen, in denen Geflüchtete unterkommen können.
  • TERRA TECH unterstützt Menschen in Schutzräumen in Kiew mit Decken, Matratzen und weiteren Hilfsgütern. Auch arche noVa ist in der ukrainischen Hauptstadt aktiv.

Die Expert:innen unseres Bündnisses gehen davon aus, dass die Menschen aus der Ukraine viele Jahre auf Hilfe angewiesen sein werden.

Mit Ihrer Spende können Sie den Hilfseinsatz unterstützen. Danke an alle, die helfen!

Wo helfen die Bündnisorganisationen?

Unsere Bündnisorganisationen sind sowohl in der Ukraine als auch Nachbarländern wie Polen und Rumänien im Einsatz. Wir helfen den Menschen auf allen Stationen der Flucht. Auch in Deutschland unterstützen wir Menschen, die hier Zuflucht gesucht haben.

Hilft das Bündnis auch Geflüchteten in Deutschland?

Mehrere Bündnisorganisationen sind in Deutschland für die Menschen aus der Ukraine im Einsatz: ADRA, Arbeiter-Samariter-Bund, AWO, DPWV, Johanniter, Malteser, ZWST und Freunde der Erziehungskunst.


Beispiele für die Hilfe der Organisationen in Deutschland
:

 

  • Aufbau und Bereitstellung von Notunterkünften
  • Finanzielle Unterstützung, z.B. für die Miete
  • Rechtliche Beratung für Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen
  • Psychosoziale Betreuung für Kinder und Erwachsene
  • Transport von krebskranken Kindern ab der polnischen Grenze zu verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland
  • Unterstützung bei Behördengängen, etwa als Dolmetscher
  • Vermittlung von Kita-Plätzen


Die Bündnisorganisationen sondieren laufend die dynamische Lage und prüfen weitere Hilfsmöglichkeiten.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Nothilfe unseres Bündnisses für die Menschen aus der Ukraine – auf allen Stationen der Flucht, in der Ukraine, den Nachbarländern und in Deutschland.

Wie ist in der Ukraine Hilfe möglich?

Viele Hilfsmaßnahmen sowie Lieferungen aus Deutschland sind trotz der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und den Nachbarländern möglich. Aufgrund der Sicherheitslage und Ausgangssperren mussten Projekte teils unterbrochen und lokales Personal in Sicherheit gebracht werden.

Einige Bündnisorganisationen sind seit vielen Jahren in der Ukraine und den Nachbarländern aktiv und eng mit lokalen Partnerorganisationen vernetzt. Zudem stimmen sie den Bedarf und die Möglichkeiten mit Behörden, Bürgermeister:innen, Kliniken und Schulen vor Ort ab.

Bisher können viele Hilfsgüter wie Lebensmittel noch in der Ukraine besorgt werden. Insbesondere in den umkämpften Regionen nehmen Versorgungsengpässe jedoch zu.

Hintergrund: Warum ist in der Ukraine Krieg?

In den vergangenen Jahren gab es im Osten der Ukraine immer wieder Kämpfe zwischen zwei Gruppen: Separatisten – Menschen, die sich von der Ukraine abspalten und zu Russland gehören wollen – und Menschen, die sich der Ukraine zugehörig fühlen. Auch auf politischer Ebene gibt es seit langer Zeit Spannungen.

Am 21. Februar 2022 hat Russlands Präsident Wladimir Putin zwei Regionen im Osten der Ukraine als unabhängig erklärt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi wehrt sich dagegen: Russland dürfe sich nicht über internationales Recht und die unabhängige Ukraine hinwegsetzen. Diese Position unterstützen viele Länder in Europa.

Am Morgen des 24. Februar 2022 hat der Angriff der russischen Regierung auf die Ukraine begonnen – mit Bombardements und Bodentruppen. Der ukrainische Präsident Selenskyj rief den Kriegszustand aus. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse.


Lassen Sie uns diesem Krieg gemeinsam einen Akt der Menschlichkeit entgegensetzen. Helfen Sie uns, zu helfen. Heute mit Ihrer Spende!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.

Spenden-Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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