Über den Paritätischen im Bündnis aktivFreunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.

Notfallpädagogische Traumaarbeit in Kriegs- und Katastrophengebieten

Millionen von Kindern und Jugendlichen durchleben jährlich traumatische Erlebnisse. Fast alle werden mit ihren Erfahrungen und Erinnerungen alleine gelassen. Dabei können nicht verarbeitete Traumata auch noch nach Jahren zu schweren Symptombildungen führen und die Entwicklung des Kindes und Jugendlichen nachhaltig stören.

Die Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst versucht traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Katastrophengebieten durch pädagogische Maßnahmen bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse zu helfen, um so eventuellen Traumafolgestörungen abzumildern bzw. entgegen zu wirken. Somit steht die psycho-soziale Stabilisierung von Betroffenen, die von Naturkatastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesucht wurden, im Mittelpunkt. Das Konzept der Notfallpädagogik basiert auf waldorfpädagogischen Methoden und verwandten Therapieformen. Zu diesen gehören u.a. Elemente der Mal- und Zeichentherapie, Erlebnis- und Zirkuspädagogik, plastisch-therapeutisches Gestalten u.v.m.

Um bei den i.d.R. zwei-wöchigen notfallpädagogischen Interventionen möglichst nachhaltige Strukturen zu schaffen, durch die Kinder und Jugendliche langfristig stabilisiert werden sollen, werden bei den Einsätzen lokale Fachkräfte in die Arbeit integriert und in notfallpädagogischen Maßnahmen geschult. Die Fortbildungen bestehen einerseits aus theoretischen Elementen. Ergänzt werden sie durch praktische Übungen, so dass die einzelnen Methoden in der Selbsterfahrung erlebbar gemacht werden können.

Ein weiterer elementarer Bestandteil der Notfallpädagogik ist die Arbeit mit den Eltern. Auch sie sind oft durch menschliche Gewalteinwirkungen wie Krieg oder aufgrund von Naturkatastrophen traumatisiert. Mittels Psychoedukation wird ihnen die Möglichkeit eröffnet, mit geschulten Fachleuten über ihre Erfahrungen zu sprechen. Darüber hinaus verfolgen die Beratungen das Ziel, ein Verständnis für die traumabedingten Verhaltensänderungen ihrer der Kinder zu schaffen und ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, denn viele Eltern fühlen sich nach traumatisierenden Ereignissen hilflos.

Notfallpädagogik seit 2006

Nach einer Begegnung mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen in einem Flüchtlingscamp in Beirut, Libanon, im Jahr 2006 entwickelte der Verein ein umfassendes Konzept zur Notfallpädagogik. Die durch Menschenhand verursachte Gewalt und die durch Krieg schwer traumatisierten Flüchtlinge im Libanon leiteten das erste Pilotprojekt der Freunde der Erziehungskunst in die Wege. So wurde die Notfallpädagogik neben der Projektförderung und den internationalen Freiwilligendienste zu einem weiteren großen Arbeitsbereich des Vereins. Seither kam es zu zahlreichen Kriseneinsätzen in Kriegs- und Katastrophengebieten, wie in China, Gaza, Indonesien, Haiti, Kirgisistan und Japan.

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Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
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Fax: 0721/3548 06-180
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