Zahllose Kinder wie diese Mädchen und Jungen sind in der DR Kongo auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Hunger in AfrikaKongo: Kämpfe erschweren humanitäre Hilfe

24-11-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Über 7,7 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik (DR) Kongo leiden akut an Hunger, jeder Zehnte im Land benötigt dringend humanitäre Hilfe.

Die Gründe für das Leid der Menschen sind komplex. Extreme Dürre im vergangenen Sommer führte zu vertrockneten Brunnen und Trinkwassermangel. Die aktuelle Regenzeit hingegen bringt starke Überschwemmungen mit sich: Flussbetten laufen über und Quellen werden verunreinigt. Erschwert wird die Situation durch kriegerische Konflikte zwischen bewaffneten Gruppen in weiten Teilen des Landes – mit über 4,1 Millionen intern Vertriebenen zur Folge.

Hunger, Gewalt, Flucht: Das Leid vieler Menschen in Afrika ist groß

Hinzu kommt die ähnlich gravierende Situation in den benachbarten Staaten. Gewalt, Flucht, getötete Verwandte und getrennte Familien – Schicksale, die auch viele Menschen in der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, Ruanda und dem Südsudan teilen. Bürgerkriegsähnliche Zustände und politische Unruhen zwangen Millionen Menschen ihre Heimat zu verlassen. Etwa 500.000 von ihnen suchen Zuflucht in der zurzeit selbst kriegsgebeulten DR Kongo.

In afrikanischen Ländern wie der DR Kongo, dem Südsudan oder Burundi sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt.
© World Vision/Theodore Sam


Auch die 13-jährige Kongolesin Thérèse musste bereits vor Rebellen fliehen, um ihr Leben zu retten. "Sie kamen an einem Donnerstag. Mein Vater hat uns vorausgeschickt, wir sollten in den Wald rennen und uns verstecken. Er wollte nachkommen. Aber er wurde umgebracht." Wochenlang harrte sie mit ihrer Familie zwischen den Bäumen und unter Palmwedeln aus und ernährte sich von Blättern. Thérèse und ihre Schwester leben nun bei ihrer Tante. Sie sind in Sicherheit, doch der Hunger begleitet sie weiterhin jeden Tag.

Kämpfe in der DR Kongo erschweren die Hilfe für Menschen in Not

Die instabile Lage in der DR Kongo birgt Risiken für die humanitäre Hilfe. "Durch die Kämpfe ist der Zugang zu Gesundheitsstationen häufig nicht möglich", sagt Stefan Bihl, Johanniter-Länderbüroleiter in Goma, DR Kongo. "Oftmals müssen wir unsere Mitarbeiter in der Basis lassen oder sie zurückrufen."

Somit fordern die Kämpfe nicht nur zahlreiche Verletzte und Tote, sie versperren den Betroffenen auch den Weg zur dringend notwendigen Hilfe. Akut Hilfe benötigen auch die an Cholera erkrankten Menschen. Die Epidemie forderte seit Beginn des Jahres etwa 882 Menschen, allein in den vergangenen vier Wochen infizierten sich 2.000 Menschen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe, Bündnismitglied von Aktion Deutschland Hilft, versorgt die betroffene Bevölkerung zum Beispiel mit Medizin und sauberem Trinkwasser.

Auch weitere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft leisten Nothilfe in der DR Kongo. Malteser International unter anderem mit Aufklärungskampagnen und Schulungen zu verbesserten Hygienemaßnahmen. Das Hammer Forum bietet zusammen mit dem Hôpital Général in Kikwit eine kostenlose ambulante Behandlung von Kindern an. Denn etwa die Hälfte der Kinder leidet an Malaria, andere sind an Durchfall oder Bronchialinfektionen erkrankt.

Politischer Hintergrund der Auseinandersetzungen

In der DR Kongo kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen um Macht, Land und Rohstoffe. Bewaffnete Gruppierungen kämpfen dabei gegeneinander oder gegen Regierungstruppen. Zuletzt eskalierte die Situation in der Kasai-Region, nachdem geplante Neuwahlen der Regierung verschoben wurden.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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