InfografikInfografik: Hunger weltweit

Weltweit leiden 815 Millionen Menschen unter Hunger. Bei einer Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden bedeutet das: Jeder neunte Mensch hat nicht genug zu essen.

Einige Jahre ging die Zahl der Hungernden in vielen Teilen der Welt zurück, auch in Entwicklungsländern. 2005 lag sie bei 926 Millionen und sank bis 2013 auf 775 Millionen. Seit 2014 nimmt der weltweite Hunger aber wieder zu. Allein zwischen 2015 und 2016 stieg die Zahl der hungernden Menschen um 38 Millionen.

Kriege und Klimawandel verstärken den Hunger

Der zunehmende Hunger und die vielen Hungerkatastrophen haben unterschiedliche Ursachen. Klimabedingte Katastrophen wie Dürren und Überschwemmungen führen dazu, dass Felder vertrocknen und Ernten ausfallen. Dem Welternährungsbericht der Vereinten Nationen zufolge spielt dabei auch das Wetterphänomen El Niño eine entscheidende Rolle.

Außerdem wächst die Anzahl der Konflikte. Sie verschärfen die Lage zusätzlich – vor allem in Entwicklungsländern mit unsicherer Ernährungssituation. Im vergangenen Jahrzehnt hat es Krisenländer wie Jemen, Südsudan, Somalia oder Nigeria besonders schwer getroffen.

Millionen Menschen leiden unter Krieg und Hunger

Insgesamt leben 489 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte aller Hungernden, in Konfliktgebieten. Die Gewalt wirkt sich nicht nur auf das Leben der Kinder, Frauen und Männer in den betroffenen Ländern aus, sondern auch auf Wirtschaft, Infrastruktur und Landwirtschaft. Gerade in ländlichen Gebieten haben Menschen unter den Folgen wie Ernteausfällen oder Lebensmittelknappheit zu leiden.

Auf der anderen Seite gelten 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren als übergewichtig. Das betrifft auch Schwellenländer wie Mexiko. Die Quote der übergewichtigen Erwachsenen steigt ebenfalls in vielen Regionen.

Infografik: Aktuelle Zahlen zum Hunger weltweit

Die Infografik zeigt, wo die meisten Menschen auf der Welt hungern.  
Embed Code: Betten Sie diese Infografik auf Ihrer Webseite ein


Mehr als die Hälfte der 815 Millionen Hungernden, nämlich über 519 Millionen Menschen, leben in Asien. Darunter sind auch die Menschen in Ländern wie dem Jemen oder Syrien, die unter langjährigen Konflikten und den Folgen leiden.

In Afrika ist der Anteil der Hungernden an der Bevölkerung mit 20 Prozent weltweit am größten. Dort hungern über 243 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen (224 Millionen) leben südlich der Sahara. In Lateinamerika und der Karibik haben 42,5 Millionen und in Ozeanien 2,7 Millionen Menschen nicht genug zu essen.

SDGs: Hunger & Armut sollen bis 2030 verschwinden

In den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) lautet eines der Ziele der Vereinten Nationen, Hunger und Armut auf der Welt zu beseitigen. Um dieses Ziel bis 2030 zu erreichen, müssen alle Länder und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

Bis zum Ablaufen der Millennium-Entwicklungsziele 2015 hatten 72 von 129 Ländern das in der Millenniums-Erklärung festgelegte Ziel erreicht, die Zahl der hungerleidenden Menschen zu halbieren. Die meisten dieser Länder sind politisch und wirtschaftlich stabil und haben soziale Sicherungssysteme, die benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugutekommen.

Infografik: So hat sich der weltweite Hunger entwickelt

Der Welternährungsbericht zeigt: Hunger weltweit nimmt wieder zu  

Was tun gegen den Hunger in der Welt?

  • Wirtschaftswachstum ist einer der wichtigsten Faktoren für den Rückgang von Unterernährung. Alle Bevölkerungsgruppen müssen davon profitieren. Die Förderung von Kleinbauern und nachhaltiger Landwirtschaft ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg.
  • Soziale Sicherungssysteme tragen zu einer Verringerung von Armut, Hunger und falscher Ernährung bei, indem sie Einkommenssicherheit, Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildung bieten. Sie sollen arme Bevölkerungsgruppen befähigen, durch einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt am Wirtschaftswachstum teilzuhaben.
  • Durch Katastrophenvorsorge wird Leid verhindert, bevor es geschieht. In vielen Entwicklungsländern leben große Teile der Bevölkerung von Land- und Viehwirtschaft. Dürre und Überschwemmungen, Desertifikation und Versalzung der Böden gefährden die Ernten und können zu Hungersnöten führen. Erhalten Bauern beispielsweise dürreresistentes Saatgut, kann die Ernte lange Trockenzeiten überstehen.

Aktuelle Hungerkatastrophen im Jemen und in Afrika

Für den Jemen warnten die Vereinten Nationen im November 2017 vor einer großen Hungerkatastrophe – der größten, die die Menschheit seit Jahrzehnten gesehen hat. Dramatische Ausmaße erreichte auch der Hunger im Südsudan. Im Februar 2017 riefen die Vereinten Nationen dort eine Hungersnot aus. Insgesamt sind im Jemen und in Teilen Afrikas rund 44 Millionen Menschen von akutem Hunger bedroht.

Erfahren Sie, wie unsere Bündnisorganisationen den Menschen in Afrika & im Jemen helfen!

Quelle: FAO, WFP

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!