In Somalia wird ein Mädchen mit Notnahrung versorgt.

Hunger in AfrikaFragen und Antworten zum Hunger in Afrika

26-05-2017

Millionen Menschen in Afrika sind derzeit akut vom Hungertod bedroht. Aber wo sind eigentlich wie viele Menschen betroffen? Wann spricht man von einer Hungersnot? Was sind die Ursachen und wie und wo helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft. Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Wie viele Menschen sind betroffen?

In Ostafrika und in der Tschadsee-Region sind mehr als 25 Millionen Menschen vom Hunger betroffen.

Ostafrika

Äthiopien: 7,7 Millionen Menschen sind dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 9,2 Millionen fehlt es an sauberem Trinkwasser. Bleibt Hilfe aus, droht noch in diesem Jahr hunderttausenden Kindern lebensbedrohliche Unterernährung. Bereits jetzt brauchen mehr als vier Millionen Menschen dringend medizinische Hilfe. 

Somalia: 3,2 Millionen Menschen sind von akuter Lebensmittelknappheit betroffen. Fast doppelt so viele benötigen humanitäre Hilfe. Bis zum Ende des Jahres könnten 1,4 Millionen Kinder an akuter Mangelernährung leiden. Das sind 50 Prozent mehr als Ende 2016.

Kenia:
2,6 Millionen Menschen fehlt es an Nahrungsmitteln. Die kenianische Regierung hat den nationalen Notstand ausgerufen.

Südsudan: 7,5 Millionen Menschen im Südsudan benötigen humanitäre Hilfe. 4,9 Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtbevökerung des Landes. Mehr als eine Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt. Ende Februar haben die Vereinten Nationen für Teile des Südsudans eine Hungernot ausgerufen, die Ende Juni für beendet erklärt wurde. Dennoch steigt die Zahl der Hungernden: Das Ende der höchsten Alarmstufe bedeutet nicht das Ende des Hungerkatastrophe. 

Tschadsee-Region

Nigeria: 4,7 Millionen Menschen in Nigeria sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Zwei Millionen Menschen leiden an akuter Unterernährung.

Kamerun: Rund 1,5 Millionen Menschen sind dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Niger: Rund 340.000 Männer, Frauen und Kinder brauchen Nahrungsmittelhilfe, schätzen die Vereinten Nationen.

Tschad: 160.000 Menschen leiden im Tschad an akutem Hunger.

Ab wann spricht man von einer Hungersnot?

Die Vereinten Nationen definieren fünf Stufen der Ernährungssicherheit. Die letzte Stufe ist die Hungersnot. Sie wird ausgerufen, wenn:

  • mindestens 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind
  • pro Person weniger als vier Liter Wasser am Tag zur Verfügung stehen
  • die Menschen am Tag weniger als 2.100 Kilokalorien Nahrung zu sich nehmen,
  • kein eigenes Einkommen mehr erwirtschaftet werden kann und
  • mindestens zwei von 10.000 Menschen täglich aus Nahrungsmittelmangel sterben
  • Trauriger Vergleich: In Berlin leben derzeit etwa 3,5 Millionen Menschen. Eine Hungersnot würde bedeuten, dass dort täglich 700 Menschen sterben würden.

Wie und wo hilft Aktion Deutschland Hilft?

Die Bündnisorganisationen sind vor Ort aktiv, um den Notleidenden zu helfen: 

  • Wir verteilen Trinkwasser und Nahrungsmittelpakete. Außerdem setzen wir Brunnen und Wasserquellen instand und verteilen Wasserreinigungstabletten.
  • Wir verbessern die Gesundheitsversorgung durch mobile Ärzte-Teams und Stationen für mangel- und unterernährte Kinder.
  • Wir helfen die Hygienesituation zu verbessern, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, indem wir Hygienepakete verteilen und Schulungen geben.
  • Langfristig schulen wir Menschen in nachhaltigen und klimaangepassten Anbaumethoden. Zudem verteilen wir dürreresistentes Saatgut und helfen beim Bau von Kleinbewässerungssystemen. Außerdem helfen wir beim Bau von Wasserspeicherungs- und Bewässerungssystemen.

Was sind die Ursachen für die Hungersnot?

Im Südsudan und in Nigeria ist die Lage aufgrund von Gewalt, Dürre und Hunger katastrophal. Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren, suchen Schutz in Flüchtlingscamps und sind auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Felder liegen brach, da Bauern aus Angst vor Überfällen und Gewalt ihre Felder nicht bewirtschaften. Außerdem hat es weniger geregnet. Das hat viele Ernten zerstört.

Die anhaltende Trockenheit ist eine Folge des Wetterphänomens El Niño. Die verheerende Dürre am Horn von Afrika bedroht das Leben von Millionen Menschen. Regenzeiten fielen aus, Ernten wurden vernichtet, Tiere verhungern und Nahrungsmittelpreise steigen in schwindelerregende Höhe. Millionen Menschen benötigen akut humanitäre Hilfe.

Infografik: Hunger in Afrika - Stand: Mai 2017

Infografik Hunger in Afrika  
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Mehr Fakten und Daten zum Hunger in Afrika finden Sie in unserer Mediathek unter den Infografiken.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden