In der Demokratischen Republik Kongo herrscht eine unsichere Lage. Viele Menschen fliehen vor Gewalt und Krieg. Eine Oma sitzt mit ihrem Enkel in einem Flüchtlingslager.

LänderinformationDemokratische Republik Kongo

01-12-2016

Ein Überblick

Die Demokratische Republik Kongo ist der zweitgrößte Staat in Afrika und mehr als 6 Mal so groß wie Deutschland. Etwa 70 Millionen Menschen aus rund 250 verschiedenen Volksgruppen leben in der DR Kongo. Die Amtssprache ist Französisch. Lingala, Suaheli, Kikongo und Tshiluba sind als Nationalsprachen anerkannt. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung bekennt sich zum Christentum.

Humanitäre Situation

Die DR Kongo gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Im Human Development Index der Vereinten Nationen belegt das Land mit Platz 186 den traurigen vorletzten Platz. Fast 87 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Kinderarbeit ist weit verbreitet, Mangel- und Fehlernährung sind an der Tagesordnung. Zudem werden Kinder als Soldaten und Sklaven eingesetzt.
Man schätzt, dass in den letzten 10 Jahren mindestens 200.000 Frauen und Mädchen Opfer von Massenvergewaltigungen wurden, die als probates Kriegsmittel gelten. 76 Prozent der Mädchen und Frauen sind zudem Opfer häuslicher Gewalt.

Politische Lage

Nach einer fast 32 Jahre dauernden Diktatur und vielen wechselnden radikalen Machthabern führen der ungleiche Zugang  zu Ressourcen und ethnische Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen wie Hutu und Tutsi immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Bis 2009 fielen dem Bürgerkrieg mindestens drei Millionen Menschen zum Opfer.

Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Etwa 2,7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, weitere 220.000 über die Grenze in die Nachbarländer geflohen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage der mindestens 120.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern wie Ruanda oder Burundi, die im Kongo Zuflucht suchen.

Die Situation vor Ort

Zwei Drittel der Kongolesen leben von der Landwirtschaft. Obwohl die Erträge reichen würden, leiden 6,5 Millionen Menschen unter Hunger. Fast ein Viertel der Kinder unter 5 Jahren ist mangelernährt. Denn vielerorts ist aufgrund der schlechten Infrastruktur und der anhaltenden Kämpfe die Vermarktung der Ernte nicht möglich. Bedingt durch das tropische Klima führen zudem sinnflutartige Regenfälle häufig zu schweren Überschwemmungen, die Häuser, Ackerland und Weideflächen zerstören.

Die medizinische Versorgung hat sich während des Krieges weiter verschlechtert. Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist sehr hoch. Viele Menschen sterben an behandelbaren Krankheiten wie Malaria oder  Cholera. Mindestens vier Prozent der Bevölkerung im Kongo ist mit HIV infiziert, das durch die Flüchtlingsbewegungen und die Gewalt des Bürgerkriegs verbreitet wurde.

Quellen: The World Factbook, AA, UNHCR

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