In Simbabwe bricht immer wieder die Cholera aus. Ein Kind wird in einem Krankenhaus behandelt.

GesundheitCholera

Cholera ist eine akute Darminfektion, die innerhalb weniger Stunden zum Tod führen kann. In Industrieländern sorgen ausgebaute Kanalisationssysteme und Kläranlagen dafür, dass sich nur noch äußerst selten jemand mit den Bakterien ansteckt. Weltweit aber infizieren sich laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich drei bis fünf Millionen Menschen. Etwa 100.000 bis 120.000 Menschen sterben jedes Jahr an der Durchfallerkrankung.

Cholera-Bakterien verbreiten sich durch Hygienemängel

Die Cholera entsteht dort, wo für Menschen schlechte Lebensbedingungen herrschen. Wo viele Menschen in schlechten hygienischen Verhältnissen auf engstem Raum zusammenleben: In Slums, Armenvierteln in den Großstädten von Entwicklungsländern und Flüchtlingslagern. Dort gibt es oft nur mangelhafte sanitäre Anlagen – wenn überhaupt: 2,6 Milliarden Menschen weltweit hatten laut UN-Angaben im Jahr 2008 gar keinen Zugang zu Toiletten. Ein katastrophaler Missstand, der lebensbedrohlich werden kann. Denn über Exkremente können Cholera-Bakterien sich ausbreiten. Und in Regionen, wo es kein ausgebautes Wassersystem gibt, fließt Abwasser mitunter direkt dorthin, wo Menschen ihr Wasser zum Kochen, für die Körperpflege und zum Trinken schöpfen.

Infektion durch schmutziges Trinkwasser

Über verunreinigtes Trinkwasser gelangt das Bakterium „Vibrio cholerae“ in den Magen-Darm-Trakt. Drei Viertel aller Infizierten haben keine Symptome und scheiden das Bakterium wieder aus. Bei den übrigen bricht nach zwei Stunden bis fünf Tagen die Krankheit aus. Bei einem schweren Verlauf führen Durchfall und Erbrechen zu einer Dehydrierung des Körpers, die lebensbedrohlich werden kann. Besonders gefährdet an Cholera zu sterben sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem wie HIV-Infizierte oder mangelernährte Menschen.

Behandlung mit einer Salz-Zucker-Lösung

Vater hält die Hand seiner an Cholera erkrankten Tochter

Cholera-Kranke müssen schnellstmöglich medizinisch versorgt werden, da der Körper aufgrund des Durchfalls in kurzer Zeit viel Wasser und lebenswichtige Nährstoffe verliert. Mit einer Salz-Zucker-Lösung, die intravenös oder oral verabreicht wird, kann Cholera mittlerweile gut behandelt werden. In besonders schlimmen Fällen wird ein Antibiotikum gegen den Erreger gegeben. Auch gibt es mittlerweile Impfstoffe, die für begrenzte Zeit Schutz vor einer Infektion bieten. Doch nicht überall haben die Menschen Zugang zu den oft lebensrettenden Medikamenten.

Nach Katastrophen steigt die Gefahr einer Epidemie

Katastrophen können die Gefahr einer Cholera-Epidemie erhöhen, denn sie zerstören oft die Trink- und Abwassersysteme vor Ort, sodass die Seuche sich schneller ausbreiten kann. So kam es in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 zu einer schlimmen Cholera-Epidemie. Dort war die Darmkrankheit bis dahin noch nicht vorgekommen. Die Menschen waren umso mehr betroffen, da sie nicht wussten, wie sie sich vor den unbekannten Bakterien schützen und die Krankheit am besten bekämpfen konnten. Aufklärungskampagnen über bestmögliche Hygiene unter den oft schwierigen Bedingungen können helfen, eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
Auch Simbabwe, wo Millionen Menschen unter katastrophalen Hygienebedingungen leben, hatte im Jahr 2008 schwer unter einer Cholera-Epidemie zu leiden. Mehrere Tausend Menschen in dem südafrikanischen Land ließen der Seuche ihr Leben.

Seuchen vorbeugen durch Standards in der Wasser- und Sanitärversorgung


Sauberes Wasser, Toiletten und Hygienemaßnahmen können enorm dabei helfen, Seuchen wie der Cholera vorzubeugen. Im Sphere-Handbuch – einem allgemein anerkannten Referenzwerk zur Verbesserung der Qualität im Bereich der Nothilfe – sind bestimmte Mindeststandards festgelegt: So sollen etwa jedem Menschen täglich mindestens 15 Liter sauberes Wasser zum Trinken, Kochen und für die persönliche Hygiene zur Verfügung stehen. Die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft orientieren sich bei ihrer Arbeit an diesen Standards, um Krankheiten wie die Cholera wirksam zu bekämpfen und Epidemien zu verhindern.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

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