Zwei Kinder im Flüchtlingscamp in Griechenland

Flüchtlinge weltweitGestrandet in Griechenland: Flüchtlinge erzählen ihre Geschichten

20-03-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Vergessene Krise in...

Land:

Griechenland

Darum geht es:

Millionen Menschen aus Ländern wie Syrien, Pakistan oder Afghanistan sind auf der der Flucht. Viele haben sich auf den Weg nach Europa gemacht und sind zu Tausenden sind in Flüchtlingscamps in Griechenland gestrandet. Ob und wann sie in ihre Heimatländer zurückkehren können und dort in Sicherheit leben können, ist bei den allermeisten unklar. Ebenso jedoch, ob und wo sie in Europa dauerhaft bleiben können. Diese Ungewissheit über ihre Zukunft prägt den Alltag der Menschen.

So helfen unsere Bündnisorganisationen:

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft helfen Menschen auf allen Stationen ihrer Flucht: in den Herkunftsländern, Transitländern wie Griechenland und in Deutschland.

  • Wir helfen beim Bau sicherer Unterkünfte
  • Wir versorgen die geflüchteten Menschen mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln
  • Wir beliefern Krankenhäuser mit Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern und stellen Rettungswagen bereit
  • Wir unterstützen die Menschen dabei, ihre traumatischen Erlebnisse auf der Flucht oder in den Heimatländern zu verarbeiten
  • Wir beraten die Menschen bei ihren Asylverfahren und bieten Sprachkurse, Freizeitaktivitäten und Workshops für Kinder und Erwachsene an

 

Täglich kommen hunderte Flüchtlinge in Griechenland an. Die Menschen mussten ihre Heimat verlassen: In Ländern wie Syrien, Pakistan oder Afghanistan ist ein Leben in Sicherheit für sie nicht mehr möglich.

Auf die Flucht folgen Ungewissheit & Hoffnung

Auf dieser Seite erzählen Frauen und Männer ihre Geschichten. Sie sprechen über das frühere Leben in ihren Heimatländern, ihre Flucht und die Zeit in Griechenland; von der Ungewissheit, ihren Sorgen und ihren Hoffnungen.

Nazee Mubarrad aus Pakistan: Ein neues, freies Leben

Nazee Mubarrad aus Pakistan
© Aktion Deutschland Hilft/Thorsten Thor


Ein neues und vor allem freies Leben: Diese Hoffnung trieb Nazee Mubarrad dabei an, ihr Zuhause in Pakistan zu verlassen - allein. Von ihrem alkoholkranken Mann hatte sie sich getrennt. Anfang 2016 durchquerte sie den Irak und die Türkei, teils zu Fuß, teils in einem Auto, ehe sie in ein Boot nach Griechenland stieg.

Seit Sommer 2017 lebt die 43-Jährige im Mosaico Haus in Athen, einer Flüchtlingsunterkunft, in der unser Bündnismitglied Help die Menschen unterstützt. Mehr als 30 Frauen und Kinder haben dort Zuflucht gefunden.

"Ich liebe Griechenland und würde gerne bleiben", sagt Nazee Mubarrad, die von ihrem Verdienst als Näherin gerne kleine Spielsachen oder Eis für die Kinder im Haus kauft. Die 43-Jährige gilt als Sonnenschein des Hauses. Sie tröstet die Frauen, spielt mit den Kindern, lernt Englisch und Griechisch. Vor allem aber ist Nazee Mubarrad dabei, sich in Athen ein neues Leben aufzubauen.

Marwa & Odey aus Syrien: Flucht als einziger Ausweg

Marwa & Odey aus Syrien
© Aktion Deutschland Hilft/Thorsten Thor


"Jeder kann dich jederzeit töten, ohne irgendwelche Konsequenzen zu fürchten." So schildert Odey, ein junger Mann aus Syrien, die Gefahren in seinem Heimatland. Dort leiden die Menschen seit 2011 unter einem grausamen Bürgerkrieg. Das ließ Odey und seiner Frau Marwa keine andere Möglichkeit, als aus dem Land zu fliehen.

Marwa war bereits schwanger, als sie sich auf eine lange und anstrengende Flucht begaben. Zunächst erreichten sie die Türkei, doch sicher fühlten sie sich auch dort nicht.

Seit fünf Monaten leben sie nun im Flüchtlingscamp in Kato Milia in Griechenland, wo unser Bündnismitglied ADRA aktiv ist. Das Paar hofft, bald in eine eigene Wohnung ziehen zu können - mit der kleinen Tochter, die vor wenigen Wochen zur Welt kam.

Wie viele Flüchtlinge gibt es auf der Erde?

Weltweit sind rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das bedeutet: Jeder 110. Mensch auf der Welt ist asylsuchend, im eigenen Land vertrieben oder Flüchtling. Und: 52 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre.

Die meisten Flüchtlinge, die 2017 ihr Land verließen, kamen aus Syrien (6,3 Millionen). Aus Afghanistan flohen 2,6 Millionen und aus dem Südsudan 2,4 Millionen Menschen. Zuflucht fanden 85 Prozent der Flüchtlinge in Entwicklungsländern. Die größte Flüchtlingsbevölkerung lebt mit 3,5 Millionen Menschen in der Türkei. Gemessen an der eigenen Bevölkerung nahm aber der Libanon die meisten Menschen auf. Dort ist jeder sechste Einwohner ein Flüchtling.

Wer gilt als Flüchtling?

Die Genfer Flüchtlingskonvention definiert Flüchtlinge als Menschen, die

  • sich außerhalb des Landes befinden, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz haben
  • wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine begründete Furcht vor Verfolgung haben
  • den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder aus Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren können.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Flüchtling auch für Binnenvertriebene, Umwelt- und Klimaflüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge verwendet. Im völkerrechtlichen Sinn gelten sie nicht als Flüchtlinge.

Binnenvertriebene sind Flüchtlinge, die innerhalb ihres Heimatlandes Zuflucht suchen. Wirtschaftsflüchtlinge lassen ihr Heimatland aufgrund existenzbedrohender Rahmenbedingungen, Armut und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit hinter sich. Klima- und Umweltflüchtlinge fliehen vor Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen. Klimaflüchtlinge sind direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

Wie hilft Aktion Deutschland Hilft Flüchtlingen?

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft helfen Menschen auf allen Stationen ihrer Flucht: in den Herkunftsländern, den Transitländern und in Deutschland.

In Herkunftsländern wie Syrien oder dem Südsudan versorgen Mitarbeiter unserer Hilfsorganisationen die Menschen zum Beispiel mit Lebensmittel- und Hygienepaketen oder Kleidung und Krankenhäuser mit Medikamenten. In Transitländern wie den Balkanländern erhalten die Menschen Nahrungsmittel und Unterstützung beim Bau von Unterkünften sowie Decken, Matratzen und Kleidung. Kommen Flüchtlinge in Deutschland an, unterstützen Mitarbeiter unserer Bündnisorganisationen sie beispielsweise im Umgang mit Behörden, vermitteln Deutschkurse oder betreuen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Erfahren Sie mehr über unsere weltweite Hilfe für Flüchtlinge.

Mohamed Ali Mohamed: Hoffen auf ein Wiedersehen

Mohamed Ali Mohamed aus Syrien
© Aktion Deutschland Hilft/Thorsten Thor


Ein Drittel seiner Heimatstadt Homs liegt inzwischen in Trümmern: Der 20-jährige Mohamed Ali Mohamed und seine Familie hatten die Stadt im Westen Syriens schon vor mehr als zwei Jahren verlassen. Das Ersparte genügte jedoch nicht, um der ganzen Familie die Flucht nach Deutschland zu ermöglichen. Während seine Mutter und sein Bruder nun dort leben, blieb Mohamed Ali Mohamed mit seinem Vater und seiner Schwester in Griechenland.

In Thessaloniki besucht Mohamed Ali Mohamed das Jugendzentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes, einem Bündnismitglied von Aktion Deutschland Hilft. Die Zeit, die der 20-Jährige mit Gleichaltrigen verbringen kann, lenkt ihn von den Sorgen seiner Familie ab. Außerdem lernt er dort Deutsch. Denn sein Wunsch ist, sobald wie möglich zu seiner Mutter zu reisen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Flüchtlingshilfe weltweit

Spenden-Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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