Flüchtlinge aus SyrienFAQ: Fragen und Antworten rund um den Syrien-Konflikt

von Aktion Deutschland Hilft

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Millionen Kinder kennen nichts als ein Leben mit Gewalt und Angst. Millionen Menschen sind innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht.

Wie ist die aktuelle Situation in Syrien?

Immer wieder kommt es zu Militäroffensiven. Vor allem die Region um Idlib im Norden des Landes ist betroffen, dort spielt sich die schlimmste Krise seit Beginn des Krieges ab. Hunderttausende sind auf der Flucht. 80 Prozent der Vetriebenen sind Frauen und Kinder.

Wie ist die Lage vor Ort? Und ist dort humanitäre Hilfe möglich? Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Syrien-Konflikt finden Sie auf dieser Seite.

(letztes Update: März 2020)

Was passiert im Norden von Syrien?

Seit Herbst 2019 spitzt sich die Situation für die Menschen im Norden Syriens immer mehr zu. Es kommt zu Gewaltausbrüchen und Militäroffensiven. Aktuell betroffen ist vor allem die Region um Idlib im Nordosten. 900.000 Menschen sind dort seit Anfang Dezember 2019 geflohen. Das ist die größte Fluchtbewegung seit Beginn des Krieges 2011.

80 Prozent der Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Sie versuchen in Auffanglagern Zuflucht zu finden, doch viele Flüchtlingscamps sind überfüllt. Helfer berichten, dass rund 200.000 Menschen unter Bäumen schlafen.

Hilfsorganisationen beobachten die Entwicklungen mit Besorgnis. Schätzungen der UN zufolge sind mehr als sechs Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. Darunter sind viele, die vorher als Binnenvertriebene in der Region kurzfristig Zuflucht gefunden hatten. Der Krieg zwingt sie nun ein weiteres Mal dazu, alles hinter sich zu lassen.

Wie ist die humanitäre Lage?

Hilfsorganisationen bewerten die humanitäre Lage im Norden Syriens als sehr ernst. Vor allem rund um Idlib hat sich die Situation in den vergangenen Monaten verschlechtert. Seit Anfang Dezember 2019 sind rund 900.000 Menschen geflohen, darunter sind mehr als 500.000 Kinder.

Die Versorung der Menschen in den improvisierten Flüchtlingscamps ist schwierig. Viele Auffanglager sind überfüllt. Helfer berichten, dass rund 200.000 Menschen schutzlos unter Bäumen schlafen. Die Kälte erschwert die Situation und hat Hilfsorganisationen zufolge bereits Todesopfer gefordert. Vor allem kleine Kinder leiden.

Zudem sind die Lebensmittelpreise in der Region Idlib um 120 Prozent gestiegen. Auch im Rest des Landes verschlechtert sich die Ernährungssituation von Familien.

Hilfsorganisationen stehen aufgrund der Situation vor großen Herausforderungen. Sie beobachten die Entwicklungen genau. Teils mussten Hilfsprojekte ausgesetzt und Mitarbeiter evakuiert werden. Zudem stehen viele Organisationen – angesichts des immensen Bedarfs an humanitärer Hilfe im ganzen Land – am Rande ihrer Kapazitäten.

Gibt es Unterschiede zwischen dem Nordosten und Nordwesten Syriens?

Der Nordwesten und Nordosten Syriens unterscheiden sich in verschiedener Hinsicht.

Die Bevölkerung im Westen, wo auch Idlib liegt, ist mehrheitlich arabischer Abstimmung. In der Region lebt ein Großteil der syrischen Binnenvertriebenen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist dort sehr hoch.

Der Nordosten Syriens hingegen galt bis Ende 2019 als vergleichsweise stabile Region. Die Bevölkerung ist mehrheitlich kurdisch; auch arabische und christliche Minderheiten leben dort. Hilfsorganisationen befürchten, dass der Region eine Eskalation bevorsteht, wie sie sie noch nicht erlebt hat.

Ist humanitäre Hilfe uneingeschränkt möglich?

Die größte Herausforderung für humanitäre Hilfsorganisationen, die in Syrien Hilfe leisten, ist der Zugang zu den betroffenen Menschen. Dieser ist aufgrund der angespannten Sicherheitslage oft nur eingeschränkt möglich.

Wegen der Gefechte im Norden des Landes mussten Hilfsprojekte ausgesetzt und Mitarbeiter evakuiert werden. Es kann zu Engpässen bei Hilfsgütern kommen, weil diese innerhalb des Landes schwer zu beschaffen sind oder Transportwege nicht mehr funktionieren. Durch den immensen Bedarf an humanitärer Hilfe im ganzen Land stehen Organisationen am Rande ihrer Kapazitäten.

Zudem stellen der Grenzübertritt sowie hohe Visa-Auflagen die Helfer in Syrien häufig vor Schwierigkeiten.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Aktion Deutschland Hilft leistet den Menschen in Syrien und den Nachbarländern wie dem Irak seit mehr als acht Jahren Nothilfe. Auch jetzt stehen die Hilfsorganisationen des Bündnisses den Kindern, Frauen und Männern zur Seite. Dabei arbeiten sie Hand in Hand mit lokalen Partnern. Auch in Zufluchtsländern wie Griechenland ist unser Bündnis im Einsatz.

Die Bündnisorganisationen beobachten die Entwicklungen im Nordosten des Landes genau. Im Irak beispielsweise bereiten sich Helfer bereits auf neu ankommende Flüchtlinge vor. Andernorts werden Menschen bereits in Schulen, die zu improvisierten Auffanglagern umfunktioniert wurden, mit Hilfsgütern versorgt.


2011 protestierten die Menschen für mehr Demokratie und Menschenrechte. Daraus entwickelte sich ein brutaler Krieg, der bis heute Millionen zur Flucht zwingt. Wie kam es dazu?

Warum ist in Syrien Krieg? Und wie funktioniert die Hilfe vor Ort?

Zahlreiche Menschen sind in Syrien und den Nachbarländern auf Hilfe angewiesen. Was sie am dringendsten benötigen und vor welchen Herausforderungen Hilfsorganisationen stehen, lesen Sie hier!

Nach neun Jahren Krieg: Wie ist die Situation in Syrien?

  • Der Bürgerkrieg in Syrien dauert seit neun Jahren an. Das bedeutet beinahe ein Jahrzehnt Gewalt und Zerstörung, Leid und Hunger für die Zivilbevölkerung.
  • 11,1 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • Mehr als 5,6 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind aus Syrien in die Nachbarländer Irak, Libanon, Jordanien, Türkei sowie nach Ägypten geflohen.
  • Mehr als 6 Millionen Syrer sind Vertriebene im eigenen Land. Keine andere Krise ist für die Vertreibung so vieler Menschen verantwortlich, wie der Syrien-Konflikt.
  • 83 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Der Krieg hat ihnen die Lebensgrundlagen geraubt und lässt der Wirtschaft keine Zeit, sich zu erholen.
  • Kinder sind von den Auswirkungen des Krieges massiv betroffen: Viele von ihnen gehen nicht mehr zur Schule – oder haben noch nie die Schule besucht. Immer mehr Kinder werden früh verheiratet.

Warum sind so viele Menschen aus Syrien geflohen?

Seit März 2011 herrscht ein brutaler Krieg in Syrien. An vielen Orten sind Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Wasser- und Stromversorgung und ein Großteil der Infrastruktur beschädigt oder zerstört. Die Wirtschaft des Landes ist am Boden. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Syrien ist kein sicherer Ort mehr. Die Menschen führen ein Leben zwischen den Fronten, das bestimmt ist von Angst, Ungewissheit und Entbehrung. Flucht ist oft die einzige Alternative.

Mittlerweile sind in und um Syrien mehr als 16,6 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – 11,1 Millionen davon in Syrien selbst. Mehr als 6 Millionen sind als Binnenvertriebene im eigenen Land auf der Flucht. 5,6 Millionen Kinder, Frauen und Männer leben als Flüchtlinge in den Nachbarländern Türkei, Jordanien, Libanon, Irak sowie in Ägypten.

Belagerungen verschärfen die Situation der Menschen zusätzlich. Die humanitäre Lage droht sich auch in den kommenden Monaten nicht zu verbessern.

Was war der Auslöser des Bürgerkrieges?

Als Auslöser des syrischen Bürgerkrieges gilt der Arabische Frühling im Jahr 2011. Millionen Menschen im Nahen Osten und in Nordafrika lehnten sich gegen Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen auf und demonstrierten für demokratische Strukturen.

Auch in Syrien gingen Menschen auf die Straße, um sich für Reformen, bessere Lebensbedingungen, mehr Freiheit und Mitsprache einzusetzen. Die Situation eskalierte im März 2011, als Jugendliche in der Stadt Dara den Spruch "Das Volk will den Sturz des Regimes" an Wände schrieben. Sie wurden von syrischen Sicherheitskräften verhaftet.

In Demonstrationen wurden die Freilassung der Gefangenen sowie Reformen gefordert. Die Proteste weiteten sich aus, die Fronten verhärteten sich. Über die Jahre entwickelte sich ein bewaffneter Konflikt, an dem sowohl terroristische Gruppen sowie internationale Akteure beteiligt sind.

Wer kämpft im Syrienkrieg gegen wen?

Die Beantwortung dieser Frage ist schwierig. Längst ist der Krieg in Syrien nicht mehr nur ein Konflikt zwischen der Regierung und einer Rebellen-Gruppe. Zahlreiche Akteure – auch aus dem Ausland und mit unterschiedlichsten Interessen – sind involviert. Die Situation ist komplex, unübersichtlich und für die Zivilbevölkerung seit Jahren eine humanitäre Katastrophe.

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge haben mehr als 500.000 Menschen in dem Krieg ihr Leben verloren. Unzählige Kinder, Frauen und Männer wurden verletzt oder verstümmelt.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Die Hilfsorganisationen des Bündnisses lassen die Menschen nicht im Stich und unterstützen die Flüchtlinge in Syrien und den angrenzenden Ländern Hand in Hand mit lokalen Partnern.

Unsere Nothilfe in Syrien:

  • Wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser und Hygienepakete, um Krankheiten vorzubeugen
  • Wir leisten medizinische Hilfe, verteilen Medikamente und bauen Gesundheitsstationen in ehemals umkämpften Gebieten wieder auf
  • Wir versorgen Patienten dank mobiler Kliniken (Busse und Container) auch in schwer zugänglichen Regionen
  • Wir setzen Brunnen instand und erneuern Abwasserpumpen
  • Wir versorgen die Familien während der kalten Wintermonate mit warmer Kleidung, Decken und Heizmaterial

Unsere Flüchtlingshilfe in den Nachbarländern:

  • Wir setzen verfallene oder provisorisch eingerichtete Behausungen instand und schaffen sichere Unterkünfte für syrische Familien
  • Wir statten die Unterkünfte mit sanitären Anlagen und Stromanschlüssen aus
  • Wir errichten Betreuungs- und Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche und ermöglichen ihnen den Schulbesuch
  • Wir helfen den Menschen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten
  • Wir verteilen Versorgungspakete mit Lebensmitteln und Babynahrung sowie Hygienepakete mit Windeln, Shampoo und Waschpulver
  • Wir verhelfen Flüchtlingen mit Ausbildungsprogrammen oder Schulungen zu mehr Selbstständigkeit

Mit Ihrer Spende können Sie die Nothilfe unseres Bündnisses unterstützen!

Was sind die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung für Hilfsorganisationen, die in Syrien im Einsatz sind, ist der Zugang zu den Menschen, die Hilfe benötigen. Durch die angespannte Sicherheitslage in umkämpften Regionen sind sie oft schwer zu erreichen.

Zudem sehen sich viele Helfer mit dem Problem konfrontiert, überhaupt in das Land einreisen zu können. Die Visa-Auflagen sind sehr hoch.

Was benötigen die Menschen am dringendsten?

Neben einem Waffenstillstand ist es wichtig, dass humanitäre Helfer Zugang zu Konfliktgebieten haben. Und dass politische Vereinbarungen zum Schutz der Geflüchteten beschlossen und umgesetzt werden.

Die politischen Anstrengungen sollten von starken Maßnahmen der humanitären Hilfe begleitet werden. Den Menschen in Syrien fehlt es an allem. Die meisten haben ihr Zuhause verloren. Die Infrastruktur im Land ist lahmgelegt. Gesundheitsversorgung und Bildungssystem sind zusammengebrochen, die Wirtschaft des Landes ist am Boden. Schulen, Gebäude, Krankenhäuser, Wasser- und Stromversorgung und ein Großteil der Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört.

Damit in Syrien keine verlorene Generation heranwächst, sind Bildung, der Anbau von Grundnahrungsmitteln und der Zugang zu sauberem Trinkwasser unabdingbar.


Die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft stehen den Menschen aus Syrien seit vielen Jahren zur Seite. Wie die Nothilfe unseres Bündnisses in Syrien und den Zufluchtsländern aussieht, erfahren Sie hier!

Hilfe für Flüchtlinge in Syrien

  • Wir verteilen Trinkwasser, Lebensmittel und Hygienepakete
  • Wir bauen Basisgesundheitsstationen in ehemals stark umkämpften Gebieten wieder auf
  • Wir versorgen Patienten dank mobiler Kliniken (Busse und Container) auch in schwer zugänglichen Regionen
  • Wir sorgen für sicheren Zugang zu Trinkwasser, setzen Brunnen instand und erneuern Abwasserpumpen
  • Wir liefern Medikamente

Hilfe für Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon und Irak

  • Wir schaffen sichere Unterkünfte für syrische Kinder, Mütter und Väter
  • Wir errichten Betreuungs- und Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche
  • Wir unterstützen die Menschen dabei, ihre Traumata zu verarbeiten
  • Wir verteilen Versorgungspakete mit überlebenswichtigen Gütern
  • Wir schulen lokales medizinisches Personal, um eine dauerhafte Grundversorgung aufzubauen
  • Wir bieten Ausbildungen und Schulungen an & helfen den Menschen damit, Mut für ihre Zukunft zu fassen

Hilfe für Flüchtlinge in anderen Ländern

...wie Griechenland oder auch Deutschland:

  • Wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente
  • Wir errichten Kinder-Zentren in Flüchtlingscamps und ermöglichen Unterricht
  • Wir blicken gemeinsam in die Zukunft und helfen Flüchtlingen mit Ausbildungsprogrammen oder Schulungen, damit sie den Anschluss nicht verpassen


Danke, dass Sie die Nothilfe unseres Bündnisses mit Ihrer Spende unterstützen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Flüchtlinge Syrien / Nahost:

Spenden-Stichwort: Flüchtlinge Syrien / Nahost
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