Eine Frau hält ein Kind in den Armen. Bei den Flüchtlingen in Syrien sitzen eine Frau von den Johannitern und eine andere Frau.
©Jakob Studnar

Flüchtlinge aus SyrienFAQ: Fragen und Antworten rund um den Syrien-Konflikt

Wie kam es zum Bürgerkrieg in Syrien? Wer kämpft eigentlich gegen wen? Warum fliehen so viele Menschen aus Syrien und was sind die größten Herausforderungen? In unseren FAQ finden Sie die Antworten auf diese Fragen.

1. Warum fliehen die Menschen aus Syrien?

Seit März 2011 herrscht Bürgerkrieg in Syrien. Mittlerweile sind rund 250.000 Tote zu beklagen, über 1,5 Millionen Menschen haben durch Kämpfe und Gewalt Verletzungen davongetragen.

Das öffentliche Leben im Land ist lahmgelegt. Gesundheitsversorgung und Bildungssystem sind zusammengebrochen, die Wirtschaft des Landes ist am Boden. Schulen, Gebäude, Krankenhäuser, Wasser- und Stromversorgung und ein Großteil der Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört.

Syrien ist kein sicherer Ort mehr. Die Grenze des Erträglichen ist längst überschritten. Die Menschen führen ein Leben zwischen den Fronten, das bestimmt ist von Angst, Ungewissheit und Entbehrungen. Flucht ist daher oft die einzige Alternative.  Belagerungen verschärfen die Situation der Menschen zusätzlich. So haben mittlerweile weit über 4,7  Millionen Menschen ihre Heimat Syrien hinter sich gelassen, 6,6 Millionen sind innerhalb des kriegsgeschüttelten Landes auf der Flucht vor der Gewalt.

2. Was war der Auslöser des Bürgerkrieges?

Als Auslöser des syrischen Bürgerkrieges gilt der Arabische Frühling. Millionen Menschen im Nahen Osten und in Staaten Nordafrikas lehnten sich gegen autokratische Herrschaftsstrukturen, Unterdrückung, Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeit auf und kämpften für demokratische Strukturen.

Auch in Syrien sind die Menschen auf die Straße gegangen, um sich für bessere Lebensbedingungen, Reformen, mehr Freiheit und Mitsprache einzusetzen. Sie forderten den Rücktritt von Baschar al-Assad und das Ende der Diktatur. Die Situation eskalierte im März 2011 als Jugendliche in Dara den Spruch „Das Volk will den Sturz des Regimes“ an Wände schrieben und daraufhin von syrischen Sicherheitskräften verhaftet und gefoltert wurden. In friedlichen Demonstrationen wurden Reformen und die Freilassung der Gefangenen gefordert. Die syrischen Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen die Proteste vor und Demonstranten kamen ums Leben.  Ab diesem Zeitpunkt weiteten sich die Proteste zu einem bewaffneten Konflikt aus und aus zunächst friedlichen Demonstrationen wurde ein komplexer Bürgerkrieg. 

3. Wer kämpft im Syrienkrieg gegen wen?

Die Regierung unter Baschar al-Assad setzte die syrische Armee gegen die eigene Bevölkerung ein und ging mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor, die sich für ein Ende der Diktatur und bessere Lebensbedingungen einsetzten. Lange waren die Proteste friedlich geblieben. Doch nach und nach griffen auch einige der Demonstranten zu den Waffen und es bildeten sich Milizen. Der Konflikt eskalierte, Soldaten desertierten und Menschen schlossen sich Rebellengruppen an.
Längst ist der Krieg nicht mehr einfach ein Konflikt zwischen der Regierung und ihren Gegnern. Die Konfliktparteien sind zersplittert. Zu Assads Gegnern zählt ein breites Spektrum an Terrormilizen und Rebellengruppen. Auch die USA, Saudi-Arabien und die Türkei befürworten den Sturz Assads und unterstützen seine Gegner. Zu Assads Unterstützern gehören der Iran, Russland und die Hisbollah-Miliz aus dem Libanon. Auch kurdische Streitkräfte sind in den Konflikt involviert.

4. Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft den Menschen?

Die Hilfsorganisationen des Bündnisses unterstützen die Flüchtlinge in Syrien und den angrenzenden Ländern nach Kräften:

  • Nahrung & Wasser: Unsere Bündnisorganisationen verteilen Lebensmittelpakete und sichern den Zugang zu sauberem Trinkwasser, um Bedürftige mit dem Nötigsten zu versorgen.
  • Hygiene: Um Krankheiten vorzubeugen, verteilen sie Hilfspakete mit wichtigen Hygieneartikeln.
  • Dach über dem Kopf: Je nach Bedarf verteilen sie Zelte und Planen, errichten Notunterkünfte oder unterstützen Flüchtlinge mit Mietbeihilfen.
  • Medizinische Versorgung: Sie verbessern die medizinische Versorgung der Menschen durch den Einsatz mobiler Ärzteteams und verteilen Medikamente sowie medizinische Hilfsmittel und Ausstattung.
  • Traumata & Bildung: Unsere Bündnisorganisationen unterhalten Kinderschutzzentren und bieten Kindern damit die Möglichkeit, ihre traumatischen Kriegserlebnisse zu verarbeiten.  Zudem unterstützen sie Schulen und machen Bildungsangebote.
  • Winterhilfe: Um den Menschen über die kalte Jahreszeit zu helfen, verteilten sie wie in den Vorjahren Hilfspakete mit warmen Decken, Matratzen, winterfester Kleidung sowie Öfen und Heizmaterial.

5. Was sind die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung für Hilfsorganisationen, die in Syrien Hilfe leisten, ist der Zugang zu den Betroffenen. Denn durch die angespannte Sicherheitslage ist dieser oftmals nur eingeschränkt möglich. So sehen sich die Helfer zum einen mit dem Problem konfrontiert überhaupt nach Syrien einreisen zu können, weil die Regierung den schnellen und reibungslosen Grenzübertritt durch hohe Visa-Auflagen behindert, zum anderen ist Hilfe durch eine akute Anschlagsgefahr oftmals nur eingeschränkt möglich.

6. Gibt es Perspektiven zur Beendigung des Konflikts?

Um diese Krise zu bewältigen, muss nicht nur der Waffenstillstand fortgesetzt werden. Ebenso wichtig ist es, dass die Voraussetzungen für eine effektive humanitäre Hilfe geschaffen werden und dass auch die politischen Vereinbarungen zum Schutz der Geflüchteten nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die politischen Anstrengungen für eine positive Entwicklung des Landes werden nur Früchte tragen, wenn sie von starken Maßnahmen der humanitären Hilfe flankiert werden. Gerade jetzt gilt es, den Waffenstillstand zu nutzen, um die hilfsbedürftige Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit in Syrien keine verlorene Generation heranwächst. Die schulische und berufliche Ausbildung, der zügige Anbau von Grundnahrungsmitteln und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sind dabei essentiell.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Menschen auf der Flucht 

Spenden-Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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