Ein Junge steht mit seiner Wasserration in Aleppo.

Flüchtlinge aus SyrienFAQ: Fragen und Antworten rund um den Syrien-Konflikt

von Aktion Deutschland Hilft

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Zahlreiche Kinder kennen nichts als ein Leben mit Gewalt und Angst, unzählige Menschen leiden seit Jahren und Millionen Menschen sind innerhalb oder außerhalb Syriens auf der Flucht.

Wie hilft unser Bündnis den Menschen in Syrien und auf der Flucht? Wie kam es zum Bürgerkrieg und was sind die größten Herausforderungen für Hilfsorganisationen in Syrien? Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Syrien-Konflikt finden Sie auf dieser Seite.
(letztes Update 31.01.2018)

Warum fliehen die Menschen aus Syrien?

Seit März 2011 herrscht Krieg in Syrien. Die Infrastruktur im Land ist lahmgelegt. Gesundheitsversorgung und Bildungssystem sind zusammengebrochen, die Wirtschaft des Landes ist am Boden. Schulen, Gebäude, Krankenhäuser, Wasser- und Stromversorgung und ein Großteil der Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört. Mittlerweile sind in und um Syrien fast 19 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen - 13,1 Millionen davon in Syrien selbst

Syrien ist kein sicherer Ort mehr. Die Grenze des Erträglichen ist längst überschritten. Die Menschen führen ein Leben zwischen den Fronten, das bestimmt ist von Angst, Ungewissheit und Entbehrungen. Flucht ist oft die einzige Alternative. Belagerungen verschärfen die Situation der Menschen zusätzlich. Mittlerweile haben über 5 Millionen Menschen ihre Heimat Syrien verlassen, mehr als 6 Millionen Syrer sind in dem kriegsgeschüttelten Land auf der Flucht.

Was war der Auslöser des Bürgerkrieges?

Als Auslöser des syrischen Bürgerkrieges gilt der Arabische Frühling. Millionen Menschen im Nahen Osten und in Staaten Nordafrikas lehnten sich gegen autokratische Herrschaftsstrukturen, Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen auf und kämpften für demokratische Strukturen.

Auch in Syrien sind die Menschen auf die Straße gegangen, um sich für bessere Lebensbedingungen, Reformen, mehr Freiheit und Mitsprache einzusetzen. Sie forderten den Rücktritt von Baschar al-Assad und das Ende der Diktatur. Die Situation eskalierte im März 2011 als Jugendliche in Dara den Spruch "Das Volk will den Sturz des Regimes" an Wände schrieben und daraufhin von syrischen Sicherheitskräften verhaftet und gefoltert wurden.

In friedlichen Demonstrationen wurden Reformen und die Freilassung der Gefangenen gefordert. Die syrischen Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen die Proteste vor und Demonstranten kamen ums Leben.  Ab diesem Zeitpunkt weiteten sich die Proteste zu einem bewaffneten Konflikt aus und aus zunächst friedlichen Demonstrationen wurde ein komplexer Bürgerkrieg. 

Wer kämpft im Syrienkrieg gegen wen?

Die Regierung unter Baschar al-Assad setzte die syrische Armee gegen die eigene Bevölkerung ein und ging mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor, die sich für ein Ende der Diktatur und bessere Lebensbedingungen einsetzten. Lange waren die Proteste friedlich geblieben. Doch nach und nach griffen auch einige der Demonstranten zu den Waffen und es bildeten sich Milizen. Der Konflikt eskalierte, Soldaten desertierten und Menschen schlossen sich Rebellengruppen an.

Längst ist der Krieg nicht mehr einfach ein Konflikt zwischen der Regierung und ihren Gegnern. Die Konfliktparteien sind zersplittert. Zu Assads Gegnern zählt ein breites Spektrum an Terrormilizen und Rebellengruppen. Auch die USA, Saudi-Arabien und die Türkei befürworten den Sturz Assads und unterstützen seine Gegner. Zu Assads Unterstützern gehören der Iran, Russland und die Hisbollah-Miliz aus dem Libanon. Auch kurdische Streitkräfte sind in den Konflikt involviert.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Die Hilfsorganisationen des Bündnisses lassen die Menschen nicht im Stich und unterstützen die Flüchtlinge in Syrien und den angrenzenden Ländern Hand in Hand mit lokalen Partnern.

In Syrien:

  • Wir verteilen Lebensmittel- und Hygienepakete
  • Wir bauen Basisgesundheitsstationen in ehemals stark umkämpften Gebieten wieder auf
  • Wir versorgen Patienten dank mobiler Kliniken (Busse und Container) auch in schwer zugänglichen Regionen
  • Wir sorgen für sicheren Zugang zu Trinkwasser und setzen Brunnen instand und erneuern Abwasserpumpen
  • Wir liefern Medikamente

In Jordanien:

  • Wir setzen verfallene oder provisorisch eingerichtete Behausungen instand und schaffen für syrische Kinder, Mütter und Väter eine sichere Unterkunft
  • Wir errichten Betreuungs- und Bildungsstäten für Kinder und Jugendliche
  • Wir verteilen Versorgungspakete mit überlebenswichtigen Gütern

Im Libanon:

  • Wir schaffen Wohnunterkünfte, indem wir bisher nicht bewohnbare Häuser fertigstellen und mit sanitären Anlagen und Stromanschlüssen ausstatten
  • Wir verteilen Versorgungspakete mit Lebensmitteln und Babynahrung und Hygienepakete mit Windeln, Shampoo und Waschpulver

Wir helfen Menschen auf der Flucht

…und in weiteren Ländern wie Griechenland oder auch Deutschland:

  • Wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente
  • Wir schenken Wärme im kalten Winter: mit Decken, warmer Kleidung und Heizöfen
  • Wir errichten Kinder-Zentren in Flüchtlingscamps und ermöglichen Unterricht in Notunterkünften
  • Wir helfen Flüchtlingen mit Ausbildungsprogrammen oder Schulungen

Was sind die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung für Hilfsorganisationen, die in Syrien Hilfe leisten, ist der Zugang zu den Betroffenen. Denn durch die angespannte Sicherheitslage ist dieser oftmals nur eingeschränkt möglich. So sehen sich die Helfer zum einen mit dem Problem konfrontiert, überhaupt nach Syrien einreisen zu können, weil die Regierung den schnellen und reibungslosen Grenzübertritt durch hohe Visa-Auflagen behindert. Zum anderen ist Hilfe aufgrund der desaströsen Sicherheitslage oftmals nur eingeschränkt möglich.

Gibt es Perspektiven zur Beendigung des Konflikts?

Neben einem Waffenstillstand ist es wichtig, dass humanitäre Helfer Zugang zu den Konfliktgebieten haben und dass politische Vereinbarungen zum Schutz der Geflüchteten beschlossen und umgesetzt werden.

Die politischen Anstrengungen sollten von starken Maßnahmen der Humanitären Hilfe begleitet werden. Den Menschen vor Ort fehlt es an allem, die meisten haben ihre Heimat verloren. Damit in Syrien keine verlorene Generation heranwächst, sind Bildung, der Anbau von Grundnahrungsmitteln und der Zugang zu sauberem Trinkwasser unabdingbar.