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FlüchtlingeAuf der Flucht vor dem Klimawandel

Die Folgen des Klimawandels lassen sich längst nicht mehr abstreiten. Immer häufiger treten Extremwetterereignisse wie Überflutungen, Wirbelstürme oder Dürrekatastrophen auf, der Anstieg des Meeresspiegels bedroht Inselstaaten und Küstenregionen. Auch Wassermangel, Versalzung der Böden, Bodenerosion und Umweltzerstörung vertreiben immer mehr Menschen aus ihrer Heimat.

Werden Gebiete und Regionen durch die Zerstörung oder Veränderung der Umwelt unbewohnbar und können nicht mehr bewirtschaftet werden, ist Migration oftmals die einzige Möglichkeit für die Menschen. Während Umweltflüchtlinge vor Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat fliehen, sind Klimaflüchtlinge diejenigen, die direkt vom Klimawandel betroffen werden. Oftmals spielen verschiedene Beweggründe und Abwanderungsmotive in die Entscheidung hinein.

Die Zahl der Klimaflüchtlinge steigt

Schon heute fliehen sehr viele Menschen aufgrund des Klimawandels aus ihrer Heimat. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor, da Klimaflüchtlinge von UNHCR nicht explizit erfasst werden. Sicher ist, dass sich die Welt in den nächsten Jahren auf eine riesige Flut von Klimaflüchtlingen vorbereiten muss. Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration IOM gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 zwischen 150 und 200 Millionen Menschen vor klimatischen Änderungen fliehen werden.

„Klima-Hotspots“ – besonders betroffene Regionen

Süd- und Ostasien sowie zahlreiche pazifische und karibische Inselstaaten gehören zu den Regionen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Man geht davon aus, dass infolge des steigenden Meeresspiegels große Teile der bevölkerungsreichen tiefliegenden küstennahen Regionen im Süden und Osten Asiens überflutet werden.

Besonders groß ist der Migrationsdruck auch am Südrand der Sahara und am Rande großer Wüstengebiete weltweit. Die Desertifikation zwingt immer mehr Menschen, ihre bisherigen Siedlungsgebiete aufzugeben und innerhalb des eigenen Landes umzusiedeln oder in andere Länder auszuwandern. Der Zugang zu den natürlichen Ressourcen wie Wasser und Weideland wird auch durch rasantes Bevölkerungswachstum, Versalzung der Böden und die Privatisierung von Land weltweit erschwert. Wasserknappheit und Nahrungsmittelunsicherheit führen schon heute häufig zu schwelenden, teils bewaffneten Konflikten in den betroffenen Regionen.

Am schlimmsten betroffen sind die Ärmsten unter uns

Vor allem in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer wird die Lage der Menschen durch die klimatischen Veränderungen immer schwieriger. Viele sind von der Natur und dem Wetter direkt abhängig, da sie von den Erträgen der Landwirtschaft leben. Durch eintretende Dürren, Fluten oder andere Naturkatastrophen kommt es zu extremen Ernteausfällen, Hungerkatastrophen und gesundheitlichen Problemen. Gerade in den Entwicklungsländern haben die Menschen jedoch keine finanziellen Möglichkeiten, um die Folgen von Naturkatastrophen zu bewältigen oder Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen.

Klimaflüchtlinge haben keine Rechte

Klimaflüchtlinge finden in der Genfer Flüchtlingskonvention keine Erwähnung. Damit fehlt ihnen der besondere Schutz, der Flüchtlingen normalerweise zusteht. Bei der Klimakonferenz  im mexikanischen Cancún 2010 wurde immerhin Klimamigration als eine Form der Anpassung an die Erderwärmung anerkannt. Auch in regionalen Abkommen wie der afrikanischen Flüchtlingskonvention von 1969 und der lateinamerikanischen Cartagena-Erklärung von 1984 wird die „ernsthafte Störung der öffentlichen Ordnung“ als Fluchtgrund anerkannt. Dies kann bei einer wohlwollenden Auslegung auch Umweltveränderungen umfassen. Damit sind – zumindest auf dem Papier – ausgerechnet die Staaten Vorreiter im Schutz von Umweltflüchtlingen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen.

Katastrophenvorsorge soll helfen

Es gibt weltweit Bemühungen, gemeinsam mit betroffenen Staaten und der Bevölkerung Katastrophenvorsorgeprojekte umzusetzen und Zukunftsstrategien zu entwickeln, um die Menschen gar nicht erst zu Klimaflüchtlingen werden zu lassen. So manche Vertreibung aus der Heimat könnte durch Anpassungsmaßnahmen wie Hochwasserschutz, Aufforstung oder ein angepasstes Wassermanagement verhindert werden. Doch Entwicklungsländern fehlt es meist an Geld zur Umsetzung dieser Projekte. Das Paris-Abkommen, eine verbindliche internationale Klimaschutzvereinbarung, sieht daher auch die finanzielle Unterstützung durch die Industriestaaten vor.

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