von Aktion Deutschland Hilft
Es leben 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden – jährlich sind es ca. 12 Millionen Mädchen. Auch 115 Millionen Jungen und Männer wurden weltweit in Frühehen gedrängt.
Eine Kinderehe bedeutet, dass mindestens einer der Heiratenden bei der Eheschließung unter 18 Jahre alt ist. Eine Ehemündigkeit liegt nicht vor. Häufig ist es eine sogenannte “Zwangsheirat” und oftmals werden die Kinder von den Eltern verheiratet.
Auf der Welt gibt es 650 Millionen Mädchen und 115 Millionen Jungen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Sie leben vor allem in Ländern des Globalen Südens in Asien und Afrika.
Die meisten der 650 Millionen Mädchen und Frauen, die unter 18 Jahren verheiratet wurden, leben in Südostasien, gefolgt von Subsahara-Afrika.
- Südasien: 290 Millionen (45 Prozent aller Betroffenen)
- Subsahara-Afrika: 127 Millionen (20 Prozent)
- Ostasien & Pazifik: 95 Millionen (15 Prozent)
- Lateinamerika & Karibik: 58 Millionen (9 Prozent)
- Naher Osten & Nordafrika: 37 Millionen (6 Prozent)
- Osteuropa & Zentralasien: 20 Millionen (3 Prozent)
- Andere Regionen: 13 Millionen (2 Prozent)
Quelle: UNICEF; Stand: 03/2026
- Niger
- Zentralafrikanische Republik
- Tschad
- Guinea
- Mali
- Bangladesch
- Mauretanien
- Äthiopien
- Mosambik
- Nigeria
Quelle: Girls Not Brides Atlas; Stand: 03/2026
Die Praxis der Kinderehe verstößt gegen Kinderrechte und Menschenrechte. Für die Betroffenen bedeutet sie das Ende der Kindheit – sowohl für Mädchen als auch Jungen. Viel zu früh sind sie gezwungen, die Rolle von Erwachsenen einzunehmen.
Verheiratung von Kindern – auch Jungen sind betroffen
Jungen sind in anderen Ländern bedroht, eine Kinderehe eingehen zu müssen, als Mädchen. Während Mädchen besonders häufig in Subsahara-Afrika verheiratet werden, sind Jungen vor allem in Ländern südlich der Sahara, Lateinamerika und Karibik, Südasien sowie Ostasien und Pazifikregion gefährdet.
- Zentralafrikanische Republik (28 Prozent)
- Nicaragua (19 Prozent)
- Madagaskar (13 Prozent)
Ursachen: Warum gibt es Kinderehen?
Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu führen, dass Minderjährige verheiratet werden. Häufig erhoffen sich Familien, die in Armut leben, von der Verheiratung finanzielle Sicherheit für das Kind. In Gebieten, wo Menschen vor Krieg oder Hunger fliehen müssen, steigt die Zahl der Kinderehen häufig.
Weiterhin können die Familienehre, soziale Normen, fehlende Gesetze und Strafen sowie religiöse Bräuche zu Kinderehen führen. Dass die Praxis vor allem in islamischen Gemeinschaften verbreitet sind, ist ein Vorurteil. Kinderehen kommen auf allen Kontinenten, in verschiedenen Kulturen und ethnischen Gruppen vor.
Häufig fehlt den Menschen, die über die Eheschließung eines Kindes entscheiden, ein Bewusstsein für die Auswirkungen, die eine frühe Heirat auf das spätere Leben der Mädchen und Jungen hat.
Minderjährige heiraten: Folgen für Mädchen & Jungen
Für alle Geschlechter bedeutet eine frühe Hochzeit das Ende der Kindheit und der Schulzeit. Dabei steht das Recht auf Bildung laut UN-Kinderrechtskonvention jedem Kind zu. Zudem ist es ohne Schulabschluss schwer, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen und ein eigenes Einkommen zu verdienen. Es droht ein Leben in Armut.
Bildergalerie: So setzt sich unser Bündnis für Kinder ein
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Für Jungen bedeuten eine frühe Vaterschaft und die Rolle des Ernährers und Familienoberhaupts häufig großen Druck. Aufgrund biologischer und sozialer Faktoren sind die Folgen einer frühen Ehe für Mädchen meist noch problematischer.
- Bei sehr jungen Müttern kommt es häufiger zu gefährlichen Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt als bei älteren Frauen.
- Viele Mädchen sind als Ehefrau für den Haushalt verantwortlich und müssen die Schule abbrechen.
- Nach der Heirat werden viele Mädchen von ihren Eltern und Geschwistern getrennt und aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen.
- Viele Betroffene sind häuslicher Gewalt und psychischem Druck ausgesetzt.
Aufklärung und Bildung für Familien weltweit
Der Trend zur Verheiratung von Mädchen ist weltweit rückläufig. Heute sind 19 Prozent der jungen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren als Minderjährige verheiratet worden. Jedoch müssten laut UNICEF trotz dieses positiven Trends die Fortschritte im Kampf gegen Kinderehen 20 Mal schneller sein, um das nachhaltige Entwicklungsziel zu erreichen und bis zum Jahr 2030 diese Praxis ganz zu beenden.
Auch in Äthiopien, Uganda, Mauretanien und Sambia sowie Bangladesch, Nepal und Pakistan sinken die Raten von Kinderehen weiter.
So unterstützt unser Bündnis Kinder weltweit
Weltweit sind Hilfsorganisationen im Einsatz, um die Rechte von Mädchen und Jungen zu stärken und ihnen eine gute Kindheit und Bildung zu ermöglichen. So unterstützt unser Bündnis Kinder und ihre Familien:
- Wir unterstützen Familien in Krisengebieten mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Hilfe
- Wir schaffen sichere Orte für Frauen und Kinder in Flüchtlingscamps und nach Naturkatastrophen
- Wir unterstützen die Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal und Hebammen und tragen so zu einer verbesserten Mutter-Kind-Gesundheit bei
- Wir ermöglichen Kindern den Schulbesuch und bereiten sie auf ihr späteres Leben vor
- Wir stehen Frauen bei, die Opfer physischer, sexueller und psychischer Gewalt geworden sind
- Wir leisten Kindern psychosoziale Hilfe, um belastende Traumata besser zu bewältigen
- Wir klären Kinder und Frauen und über Rechte auf
Möglich ist das alles dank Ihnen – den Spenderinnen und Spendern unseres Bündnisses. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Quellen: UNICEF, WHO, Girls Not Brides (Stand: 03/2026)
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Nothilfe weltweit
Stichwort: Nothilfe weltweit
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