Ein kleiner Junge im Osten von Niger, einer der zahlreichen Flüchtlinge aus Nigeria

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Nigeria – ein Überblick

Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Die Amtssprache ist Englisch, doch es werden circa 400 Sprachen und Dialekte gesprochen. Gerade im Zentrum des Landes leben zahlreiche Völker. Neben Islam und Christentum praktizieren die Menschen in Nigeria verschiedene indigene Religionen.

Humanitäre Situation

In Nigeria gibt es verschiedene ethnische und politische Spannungen, organisierte Kriminalität und Korruption, die Arbeitslosigkeit ist hoch und Armut verbreitet. Dennoch entwickelten sich in Nigeria in den vergangenen Jahren demokratische Strukturen.

Die Menschenrechtslage ist kritisch: Es kommt zu Verstößen wie Tod durch Steinigung, Misshandlung durch Polizisten und Soldaten, Menschenhandel oder Kinderarbeit. Homosexualität steht unter Strafe.

Politische Lage

Nach der Unabhängigkeit von Großbritannien 1960 war die Politik Nigerias von einer Militärherrschaft und mehreren Putschen geprägt. Ab 1998 wurden die Verfassung erneuert und eine Zivilregierung etabliert. Bis heute werden demokratische Strukturen institutionalisiert und die auf Öl und Korruption basierende Wirtschaft neu aufgebaut.

Gleichzeitig ist Nigeria von andauernden ethnischen und religiösen Spannungen geprägt. Seit 2010 verüben terroristische Gruppen vermehrt Anschläge. Ihr Ziel ist die Einführung der Scharia im ganzen Land. Zahllose Menschen sind den Terroristen zum Opfer gefallen, wurden entführt, gefoltert oder missbraucht. Das militärische Vorgehen mit internationaler Unterstützung konnte den Terror bisher nicht eindämmen. Mehrere Millionen Menschen sind innerhalb und außerhalb Nigerias auf der Flucht.

Die Situation vor Ort

Das Land verfügt über große Bodenschätze wie Öl und die Wirtschaft des Landes stark davon abhängig. Trotz starken Wachstums während der vergangenen Jahre leben mehr als 60 Prozent der Nigerianer in extremer Armut. Mehr als 70 Prozent der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft.

Durch den Klimawandel breitet sich die Sahelzone weiter aus, landwirtschaftliche Nutzflächen und der Tschadsee schrumpfen. Erdöl- und Erdgas-Förderung führen zu gravierenden Umweltproblemen: Ackerflächen und Mangrovenwälder werden zerstört. Gewässer verseucht und die Luft verschmutzt.

Die Kosten für eine medizinische Behandlung in Nigeria sind hoch. Malaria, Hepatitis, Cholera, Polio und die Schlafkrankheit kommen häufig vor. Auch Aids hat sich zuletzt stärker ausgebreitet.

Quellen: CIA (The World Factbook), UNHCR, Bundeszentrale für Politische Bildung, Auswärtiges Amt

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