Eine Frau und ihr kleines Kind in Mosambik - sie erlebten 2016 die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten mit

LänderinformationMosambik

Mosambik – ein Überblick

Mosambik liegt an der Südostküste Afrikas. Die Amtssprache Portugiesisch wird nur von einem Drittel der Bevölkerung gesprochen. Jeder Vierte spricht die Bantu-Sprache Makua. Tourismus und Handel mit den Nachbarstaaten führen dazu, dass zunehmend Englisch gesprochen wird.

Humanitäre Situation

Mosambik ist ein dünn besiedeltes Land. Der Wohlstand ist ungleich verteilt und viele Menschen leben in Armut. Dazu tragen Naturkatastrophen, Krankheiten wie HIV/Aids, eine der höchsten Geburtenraten der Welt, geringe landwirtschaftliche Produktivität sowie die Folgen eines brutalen Bürgerkriegs bei.

75 Prozent aller Stadt-Bewohner leben in Slums oder informellen Siedlungen, wo es keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, sanitären Einrichtungen oder Gesundheitsdiensten gibt. Drogenhandel, Geldwäsche und Kinderhandel werden in Mosambik kaum kontrolliert und selten bestraft. Da staatliche und polizeiliche Kontrolle fehlen, kommt Lynchjustiz häufig vor.

Politische Lage

Nach mehreren Jahrzehnten als portugiesische Kolonie wurde Mosambik 1975 unabhängig. Migration, wirtschaftliche Abhängigkeit von Südafrika, Dürren und der Bürgerkrieg hemmten lange die Entwicklung des jungen Staates. Ein Mehrparteiensystem und freie Marktwirtschaft sind seit 1990 in der Verfassung verankert.

Der Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1992 forderte hunderttausende Tote. Mehrere Millionen Menschen flohen in Nachbarstaaten wie Südafrika oder suchten innerhalb Mosambiks Schutz. Zwar sind inzwischen viele in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Lage bleibt unsicher. Immer wieder kommt es zu bewaffneten Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen.

Den Wiederaufbau erschweren zudem etwa zwei Millionen Landminen, die während des Bürgerkriegs gelegt wurden. Sie kosteten bereits mehr als 10.000 Menschen das Leben.

Die Situation vor Ort

Etwa jeder zweite Mensch in Mosambik lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die große Mehrheit lebt von der Landwirtschaft, doch immer wieder kommt es zu Dürreperioden und Überschwemmungen - zuletzt vor allem infolge des Wetterphänomens El Niño. Seit vielen Jahren wandern Menschen nach Südafrika aus, um dort Arbeit zu finden.

Wälder und Mangroven, die die Küsten vor den Fluten des Indischen Ozeans schützen sollen, wurden in den vergangenen Jahren abgeholzt. Die Küstenerosion und der damit verbundene Verlust von Nutzflächen verschärfen Konflikte um Ackerland. Folge sind steigende Preise für Grundnahrungsmittel, Wasser und Strom. Immer wieder kommt es zu Hungerrevolten.

Gut ausgestattete Krankenhäuser gibt es nur in Städten. Mosambik hat eine der höchsten HIV/Aids-Raten der Welt. Es gibt hunderttausende Aids-Waisen. Außerdem sind Malaria und Tuberkulose für viele Todesfälle verantwortlich.

Quellen: CIA (The World Factbook), UNHCR, Bundeszentrale für Politische Bildung, Auswärtiges Amt (Stand: 08/2018)

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