Kinder in NotZur Situation der Kinder weltweit

Zur Situation der Kinder weltweit

Auf der Erde leben 7,3 Milliarden Menschen. Und es werden täglich mehr. Jede Sekunde kommen 2,5 Menschen hinzu. Fast 1,2 Milliarden Menschen sind zwischen 15 und 24, etwa 1,9 Milliarden unter 15 Jahre alt. Bei der Geburt wünscht sich sicherlich jede Mutter für ihr Kind eine glückliche Kindheit, eine Umgebung, in der das Kind in Sicherheit aufwachsen, spielen und sich frei entfalten kann. Doch die Situation der Kinder weltweit sieht vielerorts ganz anders aus.

Kindersterblichkeitsrate

Trotz erheblicher Senkung der Kindersterblichkeitsrate in den letzten Jahren stirbt nach Angaben der UN von 1.000 Neugeborenen noch immer jedes 43. Kind vor seinem fünften Lebensjahr. Das sind 16.000 Kinder, die täglich an meist vermeidbaren Krankheiten oder Hunger sterben müssen. Im südlichen Afrika erlebt eines von zwölf Kindern seinen fünften Geburtstag nicht.

Ernährungslage

Im Bereich Ernährung sind die Aussichten für viele Kinder schlecht. In Entwicklungsländern waren im Jahr 2015 90 Millionen Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Viele Kinder in Afrika südlich der Sahara und in Asien kommen bereits untergewichtig auf die Welt. Doch besonders in der Zeit im Mutterleib bis zum zweiten Lebensjahr eines Kindes ist eine ausreichende, ausgewogene Ernährung für eine gesunde Entwicklung unerlässlich.

Gesundheit/ medizinische Versorgung

Hunger und Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen und unsauberes Trinkwasser führen zu Krankheiten, gegen die sich ein kleiner Körper nicht zur Wehr setzen kann. Die medizinische Versorgung von Kindern ist vielerorts nicht ausreichend gewährleistet. Viele Kleinkinder an Krankheiten, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand behandeln ließen, wie Cholera und anderen Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und Malaria. Auch die Auswirkungen von HIV/Aids treffen Kinder besonders hart. Jeden Tag infizieren sich 1.000 Kinder mit der Immunschwächekrankheit. Bis heute verloren 17 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile.

Kinderarmut

Weltweit lebten im Jahr 2015 mindestens 14 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut, das heißt von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Etwa 570 Millionen davon sind Kinder. Diesen armen Kindern es fehlt am Allernötigsten, wie Nahrung, medizinischer Versorgung, Geld für Schulbildung, Kleidung oder Spielzeug. Im schlimmsten Fall haben Kinder nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Laut Schätzungen von UNESCO leben 100 Millionen Kinder auf der Straße.

Bildungszugang

Bildung – der grundlegende Faktor für ein selbstbestimmtes Leben – bleibt in der Welt heute immer noch vielen Kindern vorenthalten. Rund 57 Millionen Kinder weltweit besuchen keine Schule. Viele Kinder, die zwar eine Grundschulbildung beginnen, brechen die Schule frühzeitig wieder ab. Ein Grund dafür ist oft die Armut und Not im Elternhaus, welche die Kinder dazu zwingt, selbst etwas zum Lebensunterhalt beizutragen und arbeiten zu gehen.

Kinderarbeit

Statt zur Schule zu gehen müssen laut UNICEF weltweit 120 Millionen Kinder unter 15 Jahren arbeiten, um etwas zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Oft herrschen am Arbeitsplatz unzumutbare Zustände und Kinder müssen gesundheitsschädliche und teils lebensgefährliche Arbeiten verrichten.

Kinder im Krieg

Millionen Kinder wachsen in Kriegsgebieten auf. Kriegskindern bleibt eine sorgenlose Kindheit verwehrt, selbstverständliche Dinge wie etwa draußen zu spielen oder Freundschaften zu schließen sind in Zeiten von Flucht und Vertreibung unmöglich. Was es für ein Kind bedeutet, mit Mord und Totschlag konfrontiert zu werden, Eltern zu verlieren und gar zusehen zu müssen, wie Menschen getötet werden, vermag man sich nicht vorzustellen. Viele tragen lebenslange Kriegstraumata davon. Auch das Verbrechen der Rekrutierung von Kindern zum Kriegseinsatz reißt nicht ab. Laut UNICEF sind weltweit schätzungsweise 250.000 Kinder an Kampfhandlungen beteiligt. Junge Mädchen werden dabei häufig als Köchinnen und Sexsklavinnen missbraucht.

Verbrechen an Kindern

Kinderhandel, Kinderprostitution, Kindesmissbrauch, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung – all das sind Verbrechen, die zwar weltweit geächtet werden, die viele Kinder in unserer Welt aber dennoch erleiden müssen. Trotz des Rechtes auf Schutz, der von den Vereinten Nationen jedem Kind gewährleistet werden muss, kommt es vielerorts immer wieder zu schwersten Menschenrechtsverletzungen.

Ungleichstellung von Kindern

Mädchen haben weltweit noch immer einen schlechteren Stand als Jungen. Sie werden häufiger vernachlässigt, haben schlechtere Bildungs- und Karrierechancen und werden häufiger Opfer sexueller Gewalt. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder aufgrund von Herkunft und Hautfarbe steht vielerorts auf der Tagesordnung. Auch behinderte Kinder haben in vielen Gesellschaften nach wie vor einen schlechten Stand. Ihre Rechte und Bedürfnisse werden oftmals extrem vernachlässigt.

Wie auch für Erwachsene gilt auch für Kinder oft: die Ärmsten der Armen, Kinder in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern, Kinder in Slums und Kinder, die ohnehin bereits am Rand der Gesellschaft stehen, sind in vielerlei Hinsicht am stärksten benachteiligt. Wo das Kind geboren wird, welche Herkunft es hat, ob es in Entwicklungsländern oder in Industrienationen groß wird, schwarz oder weiß, gesund oder behindert ist, aus wohlhabender oder aus armer Familie kommt: All diese Faktoren entscheiden auch darüber, welche Chancen das Kind in der Welt haben wird.

Lage der Kinder in Industrieländern

Viele der genannten Punkte – etwa Hunger, Unterernährung, verwehrter Bildungszugang, Kriegseinsatz und Kinderarbeit – betreffen in erster Linie Kinder in Entwicklungsländern. Aber auch in Industrieländern ist eine Kindheit, die diesen Namen verdient, nicht garantiert. Probleme gibt es auch in Deutschland. Kinderarmut oder Kindesmissbrauch sind auch hierzulande keine Seltenheit.

Kinderrechte schützen

Verlässliche Daten über die Situation der Kinder in der Welt zu erheben, ist schwierig, denn ständig kommen weitere Kinder auf die Welt. Auch können Zahlen nicht Einzelschicksale darstellen, sie referieren nur. Was sich trotz teils schwieriger Informationslage über die Lage von Kindern dieser Welt mit Sicherheit sagen lässt, ist, dass für die Kinder besser gesorgt werden muss. Trotz erheblicher Bemühungen vieler Erwachsener – sei es auf staatlicher Ebene, durch internationale Akteure oder Nicht-Regierungs-Organisationen – ist die Situation vieler Kinder in der Welt nach wie vor in vielen Bereichen schändlich bis katastrophal. Die UN-Kinderrechtskonvention erinnert daran: Jedes Kind hat ein Recht auf eine Kindheit, auf Sicherheit und Fürsorge. Hilfsorganisationen setzen sich weltweit dafür ein, die Situation von Kindern zu verbessern.

Quellen: UNICEF, UNESCO, UN World Food Programme, World Vision

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