Auf der Erde leben 8,2 Milliarden Menschen. Rund 2 Milliarden von ihnen sind jünger als 15 Jahre alt. Weitere etwa 1,2 Milliarden sind zwischen 15 und 24 Jahre alt. Eine glückliche und sichere Kindheit, genug zu essen, Zeit zum Spielen und Lernen fehlt vielen Kindern.
Afrika & Asien: Viele Kinder untergewichtig geboren
Die Kindersterblichkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten gesunken. Dennoch starben 2024 weltweit rund 4,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Das entspricht etwa 13.300 Todesfällen pro Tag. Viele dieser Todesfälle wären durch ausreichende Ernährung, sauberes Wasser und eine bessere Gesundheitsversorgung vermeidbar. In Subsahara-Afrika ist das Risiko für Kinder weiterhin besonders hoch.
Mangelernährung bleibt eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit von Kindern. Im Jahr 2024 waren weltweit rund 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren für ihr Alter zu klein, weil sie über längere Zeit nicht ausreichend ernährt wurden. Etwas mehr als die Hälfte dieser Kinder lebt in Asien, rund 43 Prozent in Afrika.

Tausende Kinder leiden an vermeidbaren Krankheiten
Hunger und Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen und unsauberes Trinkwasser führen zu Krankheiten, gegen die sich ein kleiner Körper nicht zur Wehr setzen kann. Die medizinische Versorgung von Kindern ist oft schlecht. Viele Kleinkinder leiden an Krankheiten, die sich mit wenig Aufwand gut behandeln ließen, wie Cholera und andere Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und Malaria. Doch oft fehlt es an Medikamenten.
Auch die Folgen von HIV und Aids treffen Kinder besonders hart. Trotz großer Fortschritte infizieren sich jedes Jahr noch immer rund 120.000 Kinder neu mit HIV. Weltweit haben etwa 13,5 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Die meisten von ihnen leben in Subsahara-Afrika.
Armut, Bildungsmangel und Kinderarbeit
Kinder sind überdurchschnittlich häufig von extremer Armut betroffen. Sie machen mehr als die Hälfte aller Menschen aus, die weltweit in extremer Armut leben. Rund 412 Millionen Kinder leben in Haushalten, die mit weniger als 3 US-Dollar pro Person und Tag auskommen müssen. Das entspricht etwa jedem fünften Kind weltweit. Besonders viele dieser Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien.
Bildung ist der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben. Doch das Recht auf Lernen bleibt vielen Kindern vorenthalten. Rund 273 Millionen Kinder weltweit besuchen keine Schule. Das entspricht mehr als einem Drittel der Bevölkerung Europas. Viele Kinder, die zwar eine Grundschulbildung beginnen, brechen die Schule frühzeitig wieder ab. Ein Grund dafür ist oft die Armut im Elternhaus: Sie zwingt Kinder dazu, selbst etwas zum Lebensunterhalt beizutragen und arbeiten zu gehen.
Statt zur Schule zu gehen, mussten im Jahr 2024 laut UNICEF weltweit 138 Millionen Kinder unter 15 Jahren arbeiten, um etwas zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Oft herrschen am Arbeitsplatz unzumutbare Zustände und Kinder müssen gesundheitsschädliche und teils lebensgefährliche Arbeiten verrichten.
Bildergalerie: Kinder haben Rechte
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Millionen Kinder wachsen in Kriegsgebieten auf
473 Millionen Kinder erleben täglich Krieg. Ihnen bleibt eine sorgenlose Kindheit verwehrt. Tausende Kinder verlieren ihre Eltern und erleben Mord, Gewalt und Flucht. Für viele hat das lebenslange Kriegstraumata zur Folge.
Kinder sind weltweit weiterhin von schweren Menschenrechtsverletzungen betroffen. In bewaffneten Konflikten werden Tausende Mädchen und Jungen von Streitkräften und bewaffneten Gruppen rekrutiert und eingesetzt – als Kämpfer:innen, Späher:innen oder Köchinnen und Köche. Dabei sind sie häufig Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Viele Mädchen erleben zudem sexualisierte Gewalt.
Benachteiligt durch Armut, Ausbeutung und Diskriminierung
Auch Kinderhandel, sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit, Kinderehen und Genitalbeschneidung verletzen die Rechte von Millionen Kindern. Weltweit wurden rund 650 Millionen heute lebende Frauen und Mädchen bereits vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Etwa alle drei Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Mädchen vor seinem 18. Geburtstag verheiratet. Kinderehen führen häufig dazu, dass Mädchen die Schule abbrechen und früh Mutter werden. Mädchen haben weltweit einen schlechteren Stand als Jungen.
Auch wo ein Kind geboren wird, welche Herkunft es hat, ob es im Globalen Süden oder Norden groß wird, Schwarz oder weiß ist, ob es mit einer Behinderung lebt oder nicht, aus wohlhabender oder aus armutsbetroffener Familie kommt: Das entscheidet viel zu oft darüber, welche Chancen das Kind in der Welt hat.
Eine glückliche Kindheit ist keine Selbstverständlichkeit
Hunger, Unterernährung, verwehrter Bildungszugang, Kriegseinsatz und Kinderarbeit – das betrifft vor allem Kinder im Globalen Süden. Doch auch im Globalen Norden gibt es Kinderarmut, Kindesmissbrauch und Diskriminierung von Kindern. Eine glückliche Kindheit ist nirgends eine Selbstverständlichkeit.
Weltweit muss besser für Kinder gesorgt werden. Die UN-Kinderrechtskonvention erinnert daran: Jedes Kind hat ein Recht auf eine Kindheit, auf Sicherheit und Fürsorge. Hilfsorganisationen setzen sich weltweit dafür ein, die Situation von Kindern zu verbessern.
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Quellen: UNHCHR, United Nations Population Fund, UNICEF, UNESCO, UN World Food Programme, World Bank (Stand September 2026)
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