Menschen in einer Flüchtlingsunterkunft in Niger

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Niger – ein Überblick

Der Niger ist ein multiethnischer Staat und etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Die Amtssprache ist Französisch, Hausa jedoch Verkehrs- und Handelssprache. Sie wird von fast drei Viertel der Bevölkerung sprechen. Mehr als 90 Prozent der Menschen gehören dem Islam an.

Humanitäre Situation

Hungersnöte, Armut, wenig Industrie und mangelnde Bildungschancen: Der Niger gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Fast jeder zweite Mensch lebt dort unterhalb der Armutsgrenze und etwa die Hälfte der Kinder unter 14 Jahren muss arbeiten.

Das Land hat eine der höchsten Geburtenraten der Erde. Dazu der wenig entwickelte Bildungssektor, Chancenungleichheit für Frauen und Zwangsverheiratung vieler junger Mädchen bei. Weitere Probleme sind Korruption, fehlende Unabhängigkeit der Justiz, eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit sowie Drogen- und Waffenschmuggel.

Politische Lage

Niger ist seit 1960 von Frankreich unabhängig. Nach mehreren Jahrzehnten Militärherrschaft fanden Anfang der 90er Jahre Mehrparteienwahlen statt. Doch seither ist die Politik des Landes geprägt von diversen Militärputschen und politischem Stillstand. Zudem bedrohen die Konflikte der Nachbarländer Libyen, Mali und Nigeria die Sicherheit und Stabilität des Nigers. Grenzstreitigkeiten mit Libyen führen öfter zu Spannungen und bewaffneten Auseinandersetzungen.

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit migrierten viele Menschen aus dem Niger nach Libyen, Algerien oder Burkina Faso. Seit den 90er Jahren hat sich die nigerische Wüste jedoch zu einem Knotenpunkt für afrikanische Flüchtlinge entwickelt, die über die Sahara Europa oder Nordamerika erreichen wollen.

Im Niger haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen aus Mali und Nigeria Schutz gesucht. Vor allem in den Grenzgebieten ist ständig mit terrorostischen Attentaten zu rechnen, weshalb auch innerhalb des Landes tausende Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht sind.

Die Situation vor Ort

Die Wirtschaft des Nigers basiert auf einem der weltweit größten Uranvorkommen sowie Land- und Viehwirtschaft. Aufgrund von anhaltenden Dürren gibt es aber immer weniger landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Einerseits gibt es nicht genügend Wasser, andererseits drohen starke Überschwemmungen am Niger. Im Niger herrschen regelmäßig Ernährungskrisen.

Zahlreiche Kinder im Niger sind mangel- oder unterernährt. Die Gesundheitssituation von Müttern und Kindern ist schlecht, viele überleben die Geburt oder die ersten Wochen danach nicht. Andere sterben an Krankheiten wie Durchfall oder Malaria. Die Strahlenwerte im Umfeld großer Uran-Minen liegen weit über den verträglichen Werten.


Quellen: UNHCR, CIA (The World Factbook), Auswärtiges Amt, Bundeszentrale für Politische Bildung
(Stand: 06/2018)

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