In Äthiopien gibt es noch viele Hirtenvölker. Ein Mann läuft mit seiner Herde Kamele durch die Wüste auf der Suche nach Weideflächen.

LänderinformationÄthiopien

Äthiopien - Ein Überblick

Äthiopien ist ein Binnenstaat am Horn von Afrika. Das Land ist etwa dreimal so groß wie Deutschland. Die Einwohner Äthiopiens gehören zu mehr als 80 ethnischen Gruppen. Neben der Hauptsprache Amharisch gibt es weitere 80 anerkannte Amtssprachen. Fast die Hälfte der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum Islam.

Humanitäre Situation

39 Prozent der äthiopischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Zahllose Kinder und Jugendliche gehen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Aufgrund von Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit nehmen Gewalt, Kriminalität und Drogenkonsum zu. Todesstrafe, Verheiratung junger Mädchen und Genitalverstümmelung sind ebenfalls Realität in Äthiopien.

Politische Lage

Aufgrund jahrelanger Grenzkonflikte mit Eritrea, Somalia und Kenia sowie Konflikten zwischen verschiedenen Volksgruppen sind mehr als 400.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Zudem leben in Äthiopien mehr als 847.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern wie dem Südsudan, Sudan, Somalia und Eritrea.

2018 unterzeichneten Äthiopien und Eritrea eine gemeinsame offizielle Friedenserklärung.

Die Situation vor Ort

Über 80 Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft. Doch lange Dürreperioden und schwere Überschwemmungen zerstören Ernten und bedrohen die Lebensgrundlage von Viehhirten und Bauern - eine Folge des Wetterphänomens El Niño. Eine Hungerkatastrophe bedroht das Leben der Menschen: 8,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer benötigen Nahrungsmittelhilfe (Stand: Februar 2018).

Wegen schlechten Wassermanagements und Überweidung schreitet die Desertifikation voran. Große Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen und sauberem Trinkwasser. Krankheiten wie Malaria und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV sind ein großes Problem. Etwa 710.000 Menschen leben mit dem HI-Virus. Ärzte und Krankenstationen fehlen vor allem auf dem Land.

Quellen: CIA (The World Factbook), Auswärtiges Amt, UNHCR (Stand: 04/2018)

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