In Guinea hat die Ebola-Epidemie die Wirtschaft zurückgeworfen

LänderinformationGuinea

Guinea – ein Überblick

Guinea liegt an der Atlantikküste Westafrikas. Die Einwohner gehören zu mehr als 20 Volksgruppen; darunter die Fulbe, Malinke und Susu. Die Amtssprache ist Französisch. 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Im öffentlichen Leben spielt der Islam eine große Rolle.

Humanitäre Situation

Die Menschenrechtssituation in Guinea ist schwierig: Übergriffe, auch seitens der Sicherheitskräfte, werden praktisch nicht verfolgt; Gefangene müssen oft jahrelang auf einen Prozess warten; homosexuelle Handlungen werden mit Freiheits- oder Geldstrafen belegt.

Während der Militärjunta (2006 bis 2008) kam es zu schweren Menschenrechtsverletzungen durch das Militär. Zahlreiche Demonstranten wurden getötet, Frauen und Mädchen vergewaltigt. Juristisch wurden die Vorfälle bisher nur ansatzweise aufgearbeitet.

Weibliche Genitalbeschneidung trägt weiterhin dazu bei, dass viele Kinder oder Frauen bei der Geburt sterben. Außerdem ist Guinea eines der ärmsten Länder der Welt. Jeder zweite Einwohner lebt von weniger als zwei US-Dollar am Tag.

Politische Lage

Nach der Unabhängigkeit von Frankreich (1958) herrschte in Guinea jahrzehntelang eine autoritäre Regierung. Es kam zum Militärputsch, heftigen politischen Spannungen und gewaltvollen Ausschreitungen. Nun entwickelt sich das Land in Richtung einer Demokratie. 2010 fanden erstmals freie Wahlen statt.

Für den andauernden Grenzkonflikt mit Sierra Leone ist keine Lösung in Sicht. In den 90er Jahren fanden eine halbe Million Flüchtlinge aus Sierra Leone und Liberia Zuflucht in Guinea. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der Ebola-Epidemie sind zuletzt aber tausende Menschen aus Guinea geflohen.

Die Situation vor Ort

Guinea verfügt über große Reserven an Bauxit und ungenutztem Eisenerz sowie über Gold und Diamanten. Der Abbau der Rohstoffe ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, belastet jedoch die Umwelt. Außerdem hat das Land großes landwirtschaftliches Potenzial.

Neben politischer Instabilität ist die Angst vor einem erneuten Ebola-Ausbruch eine große Gefahr für die Wirtschaft: Schon 2014, nach dem jüngsten Ausbruch der Krankheit, geriet das Wirtschaftswachstums ins Stocken.

Große Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu keimfreien Trinkwasser. Das Abholzen von Wäldern führt zu Bodenerosion und verstärkt die Desertifikation. Die medizinische Versorgung ist problematisch. Cholera tritt immer wieder in Epidemien auf und gefährdet besonders untergewichtige Kinder. Malaria zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Guinea.

Quellen: CIA (The World Factbook), UNHCR, BPB, Auswärtiges Amt

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!