In Guinea hat die Ebola-Epidemie die Wirtschaft zurückgeworfen

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Guinea – ein Überblick

Guinea liegt an der Atlantikküste Westafrikas: Die Menschen in Guinea gehören zu mehr als 20 Volksgruppen; die größten sind die Fulbe, Malinke und Susu. Die Amtssprache ist Französisch. 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Im öffentlichen Leben spielt der Islam eine große Rolle.

Humanitäre Situation

Guinea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Fast 70 Prozent der Menschen leben von weniger als zwei US-Dollar am Tag. Tausende Kinder zwischen 5 und 14 Jahren müssen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen.

Die Menschenrechtssituation ist schwierig: Übergriffe, auch seitens der Sicherheitskräfte, werden praktisch nicht verfolgt; Gefangene müssen oft jahrelang auf einen Prozess warten; homosexuelle Handlungen werden mit Freiheits- oder Geldstrafen belegt. Zahllose junge Mädchen werden zu Hausarbeit und kommerziellem Sex gezwungen, während Jungen als Straßenhändler und in Bergwerken ausgebeutet werden.

Während der Militärjunta von 2006 bis 2008 kam es zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen durch das Militär. Zahlreiche Demonstranten wurden getötet und zahlreiche Frauen und Mädchen vergewaltigt. Die Vorfälle wurden bisher juristisch nur ansatzweise aufgearbeitet.

Politische Lage

Seit 1998 dauern Grenzstreitigkeiten zwischen Sierra Leone und Guinea an und eine Lösung ist nicht in Sicht. Innerhalb des Landes kommt es immer wieder zu bewaffneten Konflikten zwischen Rebellen, Kriegsherren und Jugendbanden sowie zu blutigen Konflikten zwischen Familienclans oder ethnischen Gruppen.

In Guinea leben etwa 8.000 Flüchtlinge, die vor allem aus der Elfenbeinküste stammen. Aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage und der Ebola-Epidemie sind aber auch aus Guinea Tausende Menschen geflohen.

Die Situation vor Ort

Das Land hat ein großes landwirtschaftliches Potential. Der Abbau von Rohstoffen wie Gold und Diamanten ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, belastet jedoch die Umwelt. Die Ebola-Epidemie und politische Instabilität haben die Wirtschaft in Guinea immer wieder zurückgeworfen. Große Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu keimfreien Trinkwasser. Das Abholzen von Wäldern führt zu Bodenerosion und verstärkt die Desertifikation.

Die medizinische Versorgung ist problematisch. Cholera tritt immer wieder in Epidemien auf und gefährdet besonders untergewichtige Kinder. Malaria zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Guinea. Von Dezember 2013 bis Oktober 2015 infizierten sich rund 4000 Menschen mit Ebola, mehrere tausend starben.

Quellen: CIA The World Factbook, WHO, UNHCR

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