ArmutDer Teufelskreis der Armut

Kreislauf der Armut  
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Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind extrem arm. Die Weltbank hat die Armutsgrenze auf 1,25 Dollar am Tag festgelegt. Betrachtet man Ursachen und Folgen der Armut näher, fällt auf, dass die Ursachen der Armut oft gleichsam Folgen der Armut sind – und umgekehrt. Die vielfältigen, vielschichtigen Faktoren der extremen Armut bedingen sich gegenseitig und formen einen Kreislauf, aus dem die Menschen in den allermeisten Fällen nicht ausbrechen können.

Einkommen, Wirtschaft und Gesundheit – drei Faktoren im Kreislauf der Armut

Armut und Einkommen

Armut wird in erster Linie am Einkommen eines Menschen festgemacht. Wer wenig oder gar nichts verdient, lebt am äußersten Rand des Existenzminimums. Es fehlt oft am Allernötigsten, an Nahrung, an medizinischer Versorgung, an Geld für die Schulbildung der Kinder. Schulmaterial ist oft teuer, die Wege zur Schule sind in vielen Regionen in Entwicklungsländern, wo die extreme Armut besonders hoch ist, weit. Auch sehen viele Eltern den Nutzen einer Schulbildung ihrer Kinder nicht, denn Bildung kann zwar auf lange Sicht gesehen dabei helfen sich aus der Armut zu befreien, hat in akuter alltäglicher Not jedoch für viele keinen Stellenwert. Anstatt zur Schule zu gehen sollen die Kinder darum vielfach selbst etwas zum Lebensunterhalt beitragen und arbeiten gehen.

Doch Grundbildung ist ein entscheidender Faktor dafür, ob ein Mensch einer produktiven Arbeit nachgehen kann. Menschen, die keine Ausbildung erhalten, haben enorme Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zurechtzufinden. Auch Analphabetismus ist ein bedeutender Faktor für die Armut. Von mangelnder Bildung bedingte geringe Produktivität hat wiederum ein geringes Einkommen zur Folge. So beginnt der Kreislauf von Neuem und wird oft von Generationen zu Generationen weitergetragen. Der Geldmangel ist Ursache und Folge der Armut und das erste Rad im Teufelskreis.

Armut und Wirtschaft

Armut hängt direkt mit Wirtschaft zusammen und Wirtschaft wird überall auf der Welt von Geld bestimmt. Mit einer aufgrund von Armut nur geringen Ersparnis lässt sich nicht in die Wirtschaft investieren. Es gibt kein Wachstum, keine vermehrte Produktion, das Einkommen bleibt gering, Geld zu sparen ist unmöglich. Dies gilt in gleichem Maße für Einzelpersonen als auch für Staaten. Auch Schulden spielen in diesem Zusammenhang für die Armut eine große Rolle. Ein hochverschuldeter Staat muss viel Geld darauf verwenden, seine Schulden zu tilgen, er hat kein Geld, um in die Wirtschaft zu investieren, er bleibt arm oder verarmt noch mehr und hat keine Ersparnis. Zudem wird die Wirtschaft nach wie vor von Industrienationen beherrscht. Die Bedürfnisse der Entwicklungsländer finden viel zu wenig Beachtung auf dem Weltmarkt, unter anderem der stetige Preisanstieg für Nahrungsmittel stellt extrem arme Menschen vor gravierende Schwierigkeiten. So beginnt auch hier der Kreislauf von Neuem. Als zweites Rad im Teufelskreis bedingt die schwache Wirtschaft die Armut und bestimmt die Armut die Wirtschaft.

Armut und Gesundheit

Gesundheit ist das dritte Rad im Teufelskreis der Armut. Armut ermöglicht nur einen geringen Konsum. 1,25 Dollar oder weniger, die ein extrem armer Mensch am Tag zur Verfügung hat, reichen oft nicht einmal aus, um sich ausreichend zu ernähren. Unter- oder mangelernährte Menschen sind anfälliger für Krankheiten. Dem Körper fehlen Vitamine und Mineralien um sich gegen Viren zur Wehr zu setzen. Im südlichen Afrika lebten im Jahr 2010 60 Prozent der weltweit mit HIV/Aids infizierten Menschen. Die Immunschwächekrankheit schwächt den Körper stetig. Wer aber durch Hunger und Krankheit zu geschwächt ist, kann nicht arbeiten, er kann kein Geld verdienen und verarmt. Auch für Medikamente hat ein extrem armer Mensch kein Geld, oft reicht es nicht einmal für eine medizinische Grundversorgung. Wieder schließt sich der Teufelskreis der Armut und beginnt von Neuem.

Der Teufelskreis – ein Wechselspiel von Ursache und Folge

Ursachen und Folgen von Armut bedingen sich somit in vielen Fällen gegenseitig. Einkommen, Gesundheit und Wirtschaft wirken im Kreislauf als fataler Mechanismus zusammen. Laufen die Räder erst in die falsche Richtung, ist es schwierig, den Wagen umzulenken, denn ein Zahnrad greift in das andere. Aus extremer Armut können Menschen sich in den meisten Fällen nicht alleine befreien, die Staatengemeinschaft muss ihr gemeinsam entgegentreten. Das Erreichen des ersten Milleniumsziels zur Bekämpfung von extremer Armut und Hunger hängt dabei entscheidend davon ab, an welchen Punkten im Mechanismus der Armut man ansetzt um sie zu bekämpfen. So können beispielsweise Mikrokredite Menschen dabei helfen sich aus extremer Armut zu befreien.

Quelle: bpb, armut.de

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