ArmutDer Teufelskreis der Armut

Kreislauf der Armut  
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Mehr als 760 Millionen Menschen auf der Welt leben unterhalb der Armutsgrenze. Das bedeutet, sie haben pro Tag weniger als 1,90 US-Dollar zum Leben und gelten nach Definition der Weltbank als extrem arm.

Die Ursachen der weltweiten Armut sind oft auch ihre Folgen – und umgekehrt. Denn die vielfältigen und vielschichtigen Faktoren der extremen Armut bedingen sich gegenseitig und formen einen Kreislauf. Dieser wird häufig von Generation zu Generation weitergegeben.

Einkommen, Wirtschaft und Gesundheit formen Kreislauf der Armut

Armut wird in erster Linie am Einkommen eines Menschen festgemacht. Menschen, die wenig oder gar nichts verdienen, leben am Rand des Existenzminimums. Ihnen fehlt es an Mitteln, um sich Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnraum und medizinische Versorgung zu leisten oder ihren Kindern Bildung zu ermöglichen.

Bei alltäglicher Not sehen viele Eltern den Nutzen einer Schulbildung für ihre Kinder nicht. Bildung hat dann einen geringen Stellenwert, obwohl sie auf lange Sicht helfen kann, sich aus dem Teufelskreis der Armut zu befreien. Doch oft ist Schulmaterial teuer und Schulwege sind in vielen Regionen der Erde weit, so dass Kinder etwas zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und arbeiten sollen, anstatt zur Schule zu gehen. Dabei ist grundlegende Bildung entscheidend dafür, ob ein Mensch einer produktiven Arbeit nachgehen kann. Ohne Ausbildung haben Menschen enorme Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, wobei Analphabetismus eine große Rolle spielt.

Mangelnde Bildung führt zu geringer Produktivität und geringem Einkommen und Geldmangel ist zugleich Ursache und Folge der Armut. So entsteht das erste Zahnrad im Kreislauf der Armut.

Chancenungleichheit in der Wirtschaft

Armut hängt direkt mit Wirtschaft zusammen und Wirtschaft wird überall auf der Welt von Geld bestimmt. Doch arme Menschen haben kein Erspartes, das sie in die Wirtschaft investieren könnten. So gibt es kein Wachstum, keine vermehrte Produktion, das Einkommen bleibt gering und Sparen unmöglich. Das gilt für den Einzelnen sowie für Staaten.

Auch Schulden spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Ein hochverschuldeter Staat muss viel Geld darauf verwenden, seine Schulden zu tilgen. Er hat kein Geld, um in die Wirtschaft zu investieren, er bleibt arm oder verarmt noch mehr und hat keine Ersparnisse. 

Zudem wird die Wirtschaft von Industrienationen beherrscht, die Bedürfnisse der Entwicklungsländer finden auf dem Weltmarkt nur wenig Beachtung. Die stetig steigenden Preise für Nahrungsmittel stellen extrem arme Menschen vor gravierende Schwierigkeiten. Der gefährliche Kreislauf der Armut beginnt erneut.

Gesundheit: Das dritte Rad im Teufelskreis der Armut

Das dritte Rad im Teufelskreis der Armut ist Gesundheit. Die Mittel, die extrem armen Mensch zur Verfügung stehen, reichen oft nicht aus, um sich ausreichend zu ernähren. Unter- oder mangelernährte Menschen sind anfälliger für Krankheiten – insbesondere Kinder und ältere Menschen. Der Körper wird geschwächt und ihm fehlen Vitamine und Mineralien, um sich gegen Viren zur Wehr zu setzen.

Wer durch Hunger und Krankheit zu geschwächt ist, um zu arbeiten, kann kein Geld verdienen und verarmt. Oft fehlen den Menschen dann die Mittel, um sich Medikamente oder eine medizinische Grundversorgung zu ermöglichen. Und so dreht sich der Teufelskreis weiter.

Ursachen und Folgen von Armut bedingen sich gegenseitig

Einkommen, Gesundheit und Wirtschaft wirken im Teufelskreis der Armut als gefährlicher Mechanismus zusammen. Ein Zahnrad greift in das andere und so können sich Menschen in den meisten Fällen nicht alleine aus extremer Armut befreien.

Quelle: bpb, armut.de, Weltbank (Januar 2018)

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