Eine Frau im Südsudan: Unser Bündnismitglied Johanniter unterstützt dort Menschen, die von der Landwirtschaft leben.

Hunger in AfrikaHilfsprojekt im Südsudan: Kleine Tiere gegen den Hunger

26-04-2018

Von Aktion Deutschland Hilft

"Meine Hühner legen sieben Eier pro Tag. Davon bereite ich drei für uns zu und die anderen vier Eier verkaufe ich", sagt Abal Mou aus dem Südsudan.

Hilfsprojekt im Südsudan ermöglicht Menschen Einkommen

Die Mutter von sechs Kindern kann durch den Verkauf eines Teils der Eier die Schulkosten aufbringen und Schulmaterialien bezahlen. "Durch den Verkauf eines Hahns konnte ich sogar eine Ziege anschaffen, die uns jetzt Milch liefert", sagt Abal Mou glücklich. Die Ziege dient als Rücklage für schlechte Zeiten. Das besondere in Abal Mous Tieren: Es handelt sich um Kenbro-Hühner, eine Kreuzung aus einer eingeführten Zuchtrasse und einheimischen Tieren.

Die Tiere sorgen für mehr Erträge, selbst unter extremen klimatischen Bedingungen. Sie setzen bis zu 50 Prozent mehr Fleisch an als die einheimischen Hühner, und auch ihre Eier sind entsprechend größer. Sie legen fast täglich und sind nicht auf spezielle Nahrung angewiesen. Weil sie sich schnell vermehren, werden gute Gewinne bei überschaubarer Arbeit und begrenztem Raum erzielt.

Hühner & Hahn für 250 Haushalte

Die Johanniter arbeiten gemeinsam mit der Organisation Tierärzte ohne Grenzen e. V. seit 2014 daran, die Geflügelhaltung in ländlichen Gemeinden der Provinz Western Bahr el Ghazal durch die Einführung der Kenbro-Hühner zu verbessern. Bisher erhielten 250 Haushalte jeweils zwei Hühner und einen Hahn. Traditionell nehmen Rinder im Südsudan einen extrem hohen Stellenwert ein. Sie sind nicht nur Nutztiere, sondern auch Währung, Mitgift und wirtschaftliche Absicherung.

Der Zustand der Herden bestimmt Status und Schicksal vieler Familien. Selbst bei schweren Hungersnöten werden die Tiere nur widerwillig für den eigenen Verzehr geopfert, anders als etwa bei Ziegen oder Geflügel. Deren Zucht ist noch relativ wenig ausgeprägt, dabei hätte es viele Vorteile.

Infografik: Hunger in Afrika - Stand: Februar 2018

Hunger in Afrika  
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Einen ganz großen erkennt man erst auf den zweiten Blick: Rinderhaltung ist im Südsudan Sache der Männer, für Hühner interessieren sich die meisten kaum. Daher erhalten ausschließlich Frauen Hühner. Damit können sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften, das ihnen und ihrer ganzen Familie zugute
kommt. Sie werden selbstständiger.

Die Frauen werden durch die Tiere unabhängig

Die neuen Besitzerinnen erhalten neben den Tieren, Veterinär-Medikamenten und Futter eine Beratung über die artgerechte Haltung. Ein Bilderhandbuch steht zur Orientierung zur Verfügung. Der eigene Tierbestand macht sie ökonomisch unabhängiger von den Männern, und sie können Rechnungen beim Arzt, für die Schule oder beim Einkauf selbst bezahlen.

Viele Frauenberichten von Nachbarn, die ihre Hühner mitbringen, um sie mit den Kenbro-Hähnen zu kreuzen, denn der Erfolg mit der neuen Hühner-Rasse hat sich längst herumgesprochen. Auch Bündnispartner SODI hat sich in Mosambik ein hohes Ziel gesetzt: Das gesamte Jahr über soll genügend hochwertige Nahrung zur Verfügung stehen. Der Weg dorthin führt über einen ökologischen Nährstoffkreislauf aus Pflanzenbau und Tierzucht. Um ihn in Gang zu bringen, müssen nicht nur die Fruchtfolge stimmen und die Früchte richtig gelagert werden.

Es bedarf auch der Kleintierzucht. In Trainingskursen lernen 50 Kleinbauern und -bäuerinnen nachhaltige Anbaumethoden, welche die natürlichen Ressourcen schonen. So sollen die Kleinbauern
weitgehend unabhängig von Zukäufen von Dünger, Herbiziden und Pestiziden werden.

"Die Hühner sind zudem eine wertvolle Eiweißquelle"

Die Tiere werden hauptsächlich mit den Resten aus Haus und Garten ernährt und liefern im Gegenzug organischen Dünger für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Sie sind zudem eine wertvolle Eiweißquelle“, erklärt Felisberto António Baúque, Agraringenieur von ASDA, dem lokalen Partner von SODI. Kaninchen, Hühner und Enten bringen auf dem Markt einen höheren Gewinn als Pflanzen. Sie sind schnell nachzuzüchten, sodass sie risikoarm gehalten werden können und dauerhafte Einnahmen ermöglichen.

Dadurch können sich die Menschen aus eigenen Quellen ernähren und zusätzlich Geld verdienen, das sie in die Bildung ihrer Kinder, in Gesundheitsversorgung und andere Grundbedürfnisse investieren. Die Helfer errichten gemeinsam mit den bäuerlichen Familien die nötigen Ställe, Käfige und Scheunen, in denen die Ernte lagert. So steigt die Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetterereignisse und Ernteausfälle.

Das Projekt ermöglichen Kindern den Schulbesuch

Auf ähnliche Weise unterstützt die Bündnisorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe kleinbäuerliche Betriebe in Simbabwe: Gemeinsam mit den Bauern hat Help Alternativen zum mageren Ackerbau und den häufigen Ernteausfällen entwickelt. In Trainings erfahren die Einheimischen mehr über boden- und wasserschonende landwirtschaftliche Anbaumethoden sowie die Haltung von Hühnern.

So hat sich auch hier die Lebensgrundlage vieler Kleinbauernfamilien nachhaltig verbessert. "Help hat mich beim Aufbau meines Geschäfts unterstützt. Durch den Verkauf der Eier kann ich das Haus für meine Familie fertig bauen und meinen Kindern die Schule bezahlen", berichtet Maria, die von Help Legehennen und Trainings für erfolgreiche Hühnerzucht erhalten hat. Schon etwa 2100 kleinbäuerliche Familien im Großraum Harare erzielen durch das Help-Projekt ein Einkommen. Inzwischen stehen ihnen 50.000 Eier zur Verfügung. Und zwar pro Tag – eine Zahl, die alle Erwartungen übertroffen hat.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden