Nothilfe AfrikaUganda: "Bäume sind ein Wunderwerk"

29-09-2022

von Malteser International/Aktion Deutschland Hilft

Lilian Candiru lebt im Norden Ugandas. Das Dasein in dem einst fruchtbaren Landstrich wird immer härter: Es regnet seltener, Dürren häufen sich. "Wir wissen gar nicht mehr, wann wir aussäen sollen", klagt die Mutter von vier Kindern. "Wenn es nicht regnet, verdorren die Samen in der Erde."

Langfristig mit dem Klimawandel leben

Der Klimawandel und seine Folgen sind in Ostafrika deutlich zu spüren. Mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft und die Ernährungssituation der Menschen.

Malteser International engagiert sich daher nicht nur in der akuten Nothilfe, wie beispielweise der Verteilung von Viehfutter, Wasser, Bargeld und Lebensmitteln für von der Dürre betroffen Familien. Ziel der Hilfe ist es auch, den Menschen langfristig Perspektiven in einem immer schwieriger werdenden Lebensumfeld zu bieten.

Natürliche Ressourcen schützen

Ein wichtiger Baustein ist dabei die Wiederaufforstung zerstörter Waldgebiete. Im Distrikt Arua gab es früher viele Bäume. Buschbrände und die intensive Nutzung von Holz für den täglichen Bedarf der Menschen haben den Bestand fast vernichtet. Zweidrittel der Waldfläche in Norduganda wurde in den vergangenen 25 Jahren zerstört.


Bildergalerie: Klimawandel einfach erklärt


"Wie standen am Anfang vor der Frage: Wie können wir die Umwelt und natürlichen Ressourcen schützen und gleichzeitig den Menschen, die von den Ressourcen abhängig sind, helfen?", erzählt Julius Kijali, Projektmanager von Malteser International in Uganda und Experte für Aufforstung.

"Schließlich haben wir einen humanitären Auftrag. Der Schutz der Ressourcen und die Verbesserung der Perspektiven für die Menschen gehen aber Hand in Hand. Nur wenn wir die Ökosysteme schützen, haben die Menschen langfristig Chancen auf eine bessere Zukunft."

Uganda: 90 Hektar neuer Wald

Gemeinsam mit mehreren lokalen Partnerorganisationen forsteten Kijali und sein Team ein Gebiet von 90 Hektar Wald wieder auf – einer Fläche, so groß wie 68 Fußballfelder. Zusätzlich schulten sie Kleinbäuer:innen in nachhaltiger Forst- und Landwirtschaft und bildeten Jugendliche im Betrieb von Baumschulen aus, um ihnen berufliche Perspektiven zu geben.

Nun helfen die jungen Menschen bei der Pflege der Flächen und kümmern sich um die Nachpflanzungen. Mehr als 300.000 Setzlinge, darunter Teak, Neem, Gmelina, Moringa und Klonbaumarten, aus deren Wurzeln immer wieder neue Stämme treiben können, selbst wenn der Baum abstirbt.

Setzlinge werden per GPS überwacht

Um das Wachstum der Nachpflanzungen zu überwachen und die jungen Bäume vor erneuter Abholzung zu schützen, werden die Setzling per GPS überwacht.

Entwickelt sich ein Baum nicht gesund, werden die für den Baum zuständigen Kleinbäuer:innen informiert und kümmern sich um eine entsprechende Behandlung. Dafür erhalten sie für jeden Baum einen kleinen Geldbetrag direkt auf ihr Smartphone.

Neue Einkommensquelle für Familien

Zusätzlich zur Wiederaufforstung haben die Malteser Felder und Gemüsegärten angelegt sowie rund 4.000 Obstbaumsetzlinge – Bananen, Passionsfrüchte, Guaven und Papaya – an Familien im Distrikt Arua verteilt, damit diese ihre Ernährung mit frischem Obst verbessern können.

Auch Lilian Candiru hat Mangos und Auberginen erhalten und bereits erste Früchte ernten können: "Ich konnte ein paar Früchte verkaufen und mit dem Erlös Seife, Salz und Schulgebühren bezahlen", erzählt sie.

Bessere Luft und sauberes Wasser


Kijali schaut zufrieden auf das Projekt und ist sicher, dass all die gepflanzten Bäume die Zukunft der Region deutlich verbessern werden: "Bäume sind ein Wunderwerk. Die Aufforstung wird so viel bewirken: Das Ökosystem als Gesamtes wird sich in der Region verbessern. Das bedeutet, dass wir hier bessere Luft haben werden.

Die Bäume wirken sich ebenso positiv auf den Grundwasserspiegel aus. Sie spenden Schatten für die Menschen. Bodenerosionen werden reduziert und gleichzeitig schaffen wir ein gutes Mikroklima für Pflanzen, sodass sie besser gedeihen können. So verbessert sich auch die Lebensgrundlage der Menschen."

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
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