HungersnöteDie Ursachen des Hungers

von Aktion Deutschland Hilft

Laut Einschätzung des World Food Programmes (WFP) der Vereinten Nationen gibt es auf der Welt genügend Nahrung, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Doch die Nahrung ist ungleich verteilt: 690 Millionen Menschen weltweit litten 2019 an chronischem Hunger; 2 Milliarden haben keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichender Nahrung.

Hunger: Eine vielschichtige Katastrophe

Gleichzeitig sind 13 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig. Es werden jedes Jahr Milliarden Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen. Und 14 Prozent aller Lebensmittel verloren, ehe sie beim Verbraucher landen.

Hungersnöte nur als Folge von Dürreperioden und Regenausfällen zu sehen, wird dieser vielschichtigen Katastrophe nicht gerecht. Die Ursachen sind sehr komplex und bedingen sich gegenseitig. Dazu zählen Armut, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, ungerechte Wettbewerbschancen im Weltagrarhandel sowie der Klimawandel.


Bildergalerie: Wie Hungerkrisen entstehen


Aufgrund von Corona droht sich der weltweite Hunger zu verschärfen. Die Vereinten Nationen schätzen: Je nachdem, wie dramatisch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sein werden, könnte die Zahl der Hungernden um bis zu 130 Millionen zunehmen.

Der Teufelskreis aus Armut und Hunger

Armut und Hunger bedingen sich gegenseiteig. Wer arm ist, leidet oftmals an Hunger und wer hungert, kann meist nur eingeschränkt arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ohne Geld oder die Möglichkeit, selbst Nahrung zu kultivieren, kann ein Mensch sich nicht ernähren. Ein Teufelskreis.

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Zudem unterliegen Nahrungspreise am Weltmarkt hohen Schwankungen. Betroffen davon sind vor allem die Menschen in den ärmsten Gebieten der Welt. Dort werden Lebensmittel immer wieder teurer und eine ausgewogene Ernährung für die Bevölkerung unerschwinglich.

Wie sich Wirtschaft und Politik auf Hungersnöte auswirken

Auch wirtschaftliche und politische Bedingungen spielen eine Rolle. Arme oder hochverschuldete Staaten können kaum in landwirtschaftliche Entwicklung oder das Bildungs- und Gesundheitswesen investieren. Für die Ernährungssicherheit der Menschen wären diese Investitionen jedoch entscheidend. Auch Korruption, mangelnde Demokratie und bewaffnete Konflikte verschärfen in vielen Regionen die Situation.

Landwirtschaft und der Handel mit Agrarprodukten sind für die Ernährungssicherung eines Landes unerlässlich. Doch unfaire Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt und schwankende Preise erschweren den Zugang zum Markt.

Land Grabbing und Krankheiten verschärfen das Problem

Unter Land Grabbing versteht man den Aufkauf riesiger Ackerlandflächen durch internationale Akteure wie Regierungen, globale Unternehmen und private Investoren. Oftmals verlieren dadurch Kleinbauern ihr Land oder geraten in Abhängigkeit.

Auch Klimawandel, Umweltzerstörung und Naturkatastrophen spielen eine Rolle. Wenn Landwirte etwa aufgrund von Dürren oder Erdbeben ihre Nutzflächen und Produktionsgrundlagen wie Boden und Wasser verlieren, verlieren sie oft auch ihre Ernährungsgrundlage.

Ebenso bedingen Krankheiten wie HIV/Aids oder Cholera indirekt Hungersnöte. Den Betroffenen fehlt die Kraft zu arbeiten, doch sie haben einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Der Teufelskreis aus Krankheit und Hunger verlangsamt das wirtschaftliche Wachstum und bereitet Hungersnöten neuen Boden.


Quellen: FAO (The State of Food and Agriculture 2019, The State of Food Security and Nutrition in the World 2020)

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