HungersnöteDie Ursachen des Hungers

Laut Einschätzung des World Food Programmes (WFP) der Vereinten Nationen gibt es auf der Welt genügend Nahrung, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Doch die Nahrung ist so ungleich verteilt, dass heute 815 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden, während andernorts tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden. Die meisten hungernden Menschen leben in Entwicklungs- und Schwellenländern, in Asien und in Afrika. Die am stärksten vom Hunger betroffene Region ist Afrika südlich der Sahara.

Hunger: Eine vielschichtige Katastrophe

Hungersnöte nur als Folge von Dürreperioden und Regenausfällen zu sehen, wird der vielschichtigen Katastrophe Hunger bei weitem nicht gerecht. Die Ursachen, die in bestimmten Gebieten der Erde zu Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöten führen, sind sehr komplex und bedingen sich gegenseitig. Sie reichen von Armut über wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen und ungerechte Wettbewerbschancen im Weltagrarhandel bis hin zum Klimawandel.

Kreislauf der Armut  

Der Teufelskreis aus Armut und Hunger

Armut und Hunger bedingen sich gegenseiteig. Wer arm ist, leidet oftmals an Hunger und wer hungert, kann meist nur eingeschränkt arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Teufelskreis. Ohne Geld oder die Möglichkeit, selbst Nahrung zu kultivieren, kann ein Mensch sich nicht ernähren.

Zu allem Überfluss unterliegen Nahrungspreise am Weltmarkt hohen Schwankungen. Betroffen davon sind vor allem die Menschen in den ärmsten Gebieten der Welt. Gerade in Entwicklungsländern werden Nahrungsmittel immer wieder teurer.

Wie sich Wirtschaft und Politik auf Hungersnöte auswirken

Wirtschaftliche und politische Bedingungen können die Situation der Millionen Hungernden weltweit noch verschärfen. So haben hochverschuldete Staaten wie viele Entwicklungsländer kein Geld, um in landwirtschaftliche Entwicklung und für Ernährungssicherheit entscheidende Bereiche wie Bildungs- und Gesundheitswesen zu investieren. Auch Korruption und mangelnde Demokratie, bewaffnete Konflikte und Bürgerkriege sind oft entscheidende Faktoren für Ernährungsunsicherheiten.

Unfaire Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt entscheiden mit darüber, ob Menschen hungern müssen, denn Landwirtschaft und der Handel mit Agrarprodukten sind für die Ernährungssicherung eines Landes unerlässlich. Darüber hinaus machen es schwankende Preise den ärmeren Teilen der Bevölkerung sehr schwer, gesicherten Zugang zu nahrhaftem Essen zu haben. So führen Preisspitzen oftmals dazu, dass eine ausgewogene Ernährung zeitweise unbezahlbar ist.

"Land Grabbing" verschärft weltweiten Hunger

Unter "Land Grabbing" versteht man den Aufkauf riesiger Ackerlandflächen durch internationale Akteure wie Regierungen, globale Unternehmen und private Investoren. Oftmals verlieren Kleinbauern ihr Land, werden verdrängt oder geraten in Abhängigkeit. Das Ergebnis: Der weltweite Hunger verschärft sich.

Auch Klimawandel, Umweltzerstörung und Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche spielen für die Ernährungssicherung eine Rolle. Diese Faktoren beeinträchtigen die für die Landwirtschaft unabdingbaren Produktionsgrundlagen wie Boden und Wasser und rauben den Menschen so ihre Ernährungsgrundlage.

Nicht zuletzt bedingt auch HIV/Aids indirekt den Hunger, denn die Immunschwächekrankheit raubt den Betroffenen die Arbeitskraft. Gleichzeitig haben gerade an HIV/Aids erkrankte Menschen einen höheren Energie- und Nährstoffbedarf. Der Teufelskreis aus Krankheit und Hunger verlangsamt das wirtschaftliche Wachstum in den betroffenen Gebieten und bereitet Hungersnöten neuen Boden.

Warum müssen Millionen Menschen hungern?

Allen Versuchen, den Hunger in der Welt zu verstehen und die Ursachen zu erklären zum Trotz, bleiben viele Fragen offen. Die Grundlegende ist: Warum müssen weltweit jeden Tag Millionen Menschen hungern, wo doch genug Nahrung für alle vorhanden ist? - Diese Frage ist nicht zu beantworten.

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