KatastrophenvorsorgeBurkina Faso: Gemüsegärten und Frieden

von Help – Hilfe zur Selbsthilfe/Aktion Deutschland Hilft

Hunger, Gewalt, Wassermangel und Wüstenbildung – diese Notlagen stellen die Länder in der Sahelzone aktuell vor enorme Herausforderungen und bringen der Bevölkerung viel Leid. In Burkina Faso ist die Situation besonders schlimm: In Folge der sich zuspitzenden Krisen hat sich die Zahl der innerhalb des Landes fliehenden Menschen in den letzten zwei Jahren mehr als verzwanzigfacht.

Auf der Suche nach einem besseren Leben

Rund 920.000 Menschen sind laut UNHCR derzeit auf der Flucht. In 2018 waren es "nur" 39.000 Insgesamt 2,2 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht. Auf der verzweifelten Suche nach einer Perspektive schließen sich viele von ihnen radikalen Gruppierungen an.

Als Söldner erhoffen sie sich ein anderes, ein besseres Leben, doch die daraus entstehende Gewalt treibt die politische und soziale Instabilität im Land nur noch weiter voran und mehrt das Leid.

Krisen selbstständig trotzen


Seit zehn Jahren ist unsere Bündnisorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe in Burkina Faso aktiv. Durch ihr stetes Engagement haben Helferinnen und Helfer Fortschritte im Gesundheitssystem erzielt. Der Staat beschloss vor vier Jahren für Schwangere und Kinder unter fünf Jahren Behandlungskosten zu erstatten. Ein Novum und ein ebenso großer Erfolg: Viele Kinder bleiben so vor Unterernährung und Krankheiten bewahrt.

Im Kampf gegen den Hunger und die immer schwerer werdenden Anbaubedingungen hat Help seit einigen Jahren begonnen, gemeinsam mit Dorfgemeinschaften landwirtschaftliche Hilfsprojekte umzusetzen.

14.000 Menschen vor Hunger bewahren

Das Ziel: klimaangepasster Anbau und selbstständiges Wirtschaften. Im Fokus stehen dabei die Vermittlung von neuen Anbaumethoden, die Erschließung von nachhaltigen Energie- und Wasserquellen sowie die Teilhabe an lokalen Märkten.

In einzelnen Gemeinden hat diese Form der Unterstützung bereits gefruchtet. Im Rahmen der Jubiläumskampagne will Help das Projekt auf die ländlichen Gemeinden Loumbila, Koubri, Tanghin Dassouri, Pabre und Saaba in Burkina Faso ausweiten.

Mit einem Projektvolumen von 500.000 Euro und einer Laufzeit von 24 Monaten sollen insgesamt 2.000 gefährdete Familien – rund 14.000 Menschen – vor einer drohenden Hungerkrise bewahrt werden.


Bildergalerie: Katastrophenvorsorge & Klimawandel


Und weil Hunger und politische Krisen im Land stets zusammenhängen, hält die wirtschaftliche Selbstständigkeit junge Menschen auch davon ab, sich aus finanziellen Nöten radikalen Gruppen anzuschließen – ein beachtenswerter Nebeneffekt.

Im Detail: Weg und Wirkung der Hilfe

Mühevoll bauen die Menschen in Burkina Faso ihre Nahrungsmittel an, in der Hoffnung, dass die Regenzeit ausreichend ist. Diese Mühen bleiben aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen und der Konflikte im Land immer häufiger ohne Ergebnis. Hier setzt Help an:

  • Bedürftige Familien werden beim Aufbau von Gemüsegärten unterstützt, durch deren Erträge sie sich ernähren und versorgen können.
  • In Schulungen lernen Frauen und Jugendliche generelle Techniken des Gemüseanbaus und Methoden, die auf ihre Situation und Umgebung abgestimmt sind. Themen sind trockenresistente Pflanzen, Bewässerungstechniken, Sonnenschutz für die Pflanzen sowie das richtige Setzen der Pflanzen, damit der zur Verfügung stehende Platz effizient genutzt werden kann.


Nachdem die Grundlagen vermittelt wurden, geht es an den Aufbau der Gärten, die sich über 20 Hektar Land erstrecken.

  • Gemeinschaftlich werden Flächen eingezäunt, Brunnen gebohrt, Hochtanks errichtet und Wasserrückhaltebecken gebaut.
  • Für nachhaltige Anbauerfolge und einen ressourcenschonenden Umgang werden Wassergewinnungsanlagen errichtet und organischer Dünger aus Blättern und Dung produziert. Das spart Geld und schont die Böden. Mit neuen Gerätschaften und Saatgut ausgestattet, kann es dann mit der Bewirtschaftung losgehen.


Neben dem Ackerbau stellen in vielen Entwicklungsländern der Vertrieb und die Lagerung eine große Herausforderung dar. Obwohl Menschen hungern, vergammelt Gemüse und Obst aufgrund der Hitze und fehlender Kühl- und Konservierungsmöglichkeiten. Der Weg zu städtischen Märkten ist ohne Verkehrsmittel zu weit und das Geld für den Transport fehlt. Was tut Help dagegen:

  • Helferinnen und Helfer entwickelnd mit den Menschen Vertriebswege und helfen ihnen dabei, mit lokalen Gemüsehändlern Abnahmeverträge zu schließen.
  • Die Konservierung von angebauten Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Kohl wird vermittelt und erprobt. So werden Vertriebsvorteile erzielt und die Nahrungsmittel können für den eigenen Bedarf dauerhaft aufbewahrt werden. Das sichert die Einkünfte und die Selbstversorgung der Menschen über die Erntemonate hinaus.

 


Help – Hilfe zur Selbsthilfe
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