Eine Familie steht mit Wasserkanistern und Tieren in Somalia und füllen Wasser ab
© DEC/Arete

Hunger in AfrikaHilfsprojekt zur Notversorgung mit Wasser in Somalia gestartet

12-04-2017

von arche noVa

arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V. hat in Somalia einen Nothilfe-Einsatz für die von der Dürre in Ostafrika betroffenen Menschen gestartet. Das berichtet die Hilfsorganisation mit dem Schwerpunkt Wasser, Sanitär und Hygiene anlässlich des Berliner Appells gegen die Hungersnot, den Bundesaußenminister Sigmar Gabriel heute in Berlin formuliert.

Notversorgung von rund 4.100 Menschen mit Trinkwasser

Seit Anfang diesen Monats sichert die Hilfsorganisation mit der lokalen Partnerorganisation Asep die Notversorgung von rund 4.100 Menschen mit Trinkwasser zunächst über Lieferungen per Tanklastwagen. Gleichzeitig beginnt die Rehabilitation und der Ausbau bestehender Wassersysteme, damit, wenn hoffentlich bald der Regen einsetzt, Wasser zur Verfügung steht. Außerdem kümmert sich arche noVa um die Notversorgung der Viehherden, die für die meisten betroffenen Familien die einzige Lebensgrundlage sind.

Ein Helfer geht in Somalia, Afrika, zu Frauen. SIe sind Betroffene der Hungerkrise in Afrika
© arche noVa


Durch die schwere Dürrekrise in Somalia ist nahezu die Hälfte der Bevölkerung, 6,2 Millionen Menschen, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Betroffene sind unterernährt, die Ernten sind ausgefallen, es gibt kaum mehr Weideflächen, Viehherden verenden und es herrscht akute Wasserknappheit. „Auf der Suche nach Wasser müssen betroffene Familien inzwischen bis zu 35 Kilometer zurücklegen“, berichtet Auslandsprogrammleiter Jonas Erhardt von arche noVa. Auch im Projektgebiet, in den Gemeinden rund um die Stadt Belet Xaawa, seien die meisten Wasserquellen ausgetrocknet und die letzten verbliebenen Versorgungssysteme überbelastet. Bis zu acht Stunden müssten die Menschen für Wasser anstehen.

"Die Kinder sitzen an den Straßenrändern und betteln nach Wasser"

Ebenso dramatisch ist die Lage im benachbarten Äthiopien, wo arche noVa in der Somali Region ebenfalls Nothilfe-Aktivitäten plant. „So schlimm war es noch nie“ – Diesen Satz hat das Erkundungsteam von arche noVa, das diese Woche aus Äthiopien zurückgekehrt ist, immer wieder gehört. „Die Kinder sitzen an den Straßenrändern und betteln nach Wasser“, schildert Nazir Ahmed von arche noVa die Situation vor Ort.

300.000 Euro weiterhin benötigt

Für die Somali Region im Norden Äthiopiens hat arche noVa Pläne für die Wasserversorgung von 75.000 Menschen ausgearbeitet. Dazu sollen Tanklastwagen eingesetzt, sowie die Kapazität vorhandener Brunnen und Zisternen ausgebaut und Filtrationsanlagen installiert werden. „Für diese Maßnahmen brauchen wir jedoch noch rund 300.000 Euro“, sagt Auslandsprogrammleiter Jonas Erhardt. „Wir haben unsere Unterstützer zu Spenden aufgerufen und hoffen, dass wir außerdem öffentliche Fördergelder für die dringend benötigte Nothilfe erhalten, damit Menschenleben gerettet werden können.“

arche noVa ist seit 2015 in Somalia im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene aktiv und setzt weitere langfristige WASH-Projekte in Kenia, Uganda und Äthiopien um. 2017 wird arche noVa 25 Jahre alt und hat seit der Vereinsgründung mehr als 1,3 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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