Sars-CoV-2/COVID-19"Weltweite Entwicklung nicht vorhersehbar"

11-05-2021

von Aktion Deutschland Hilft

Vor dem Hintergrund des dramatischen Verlaufs der Corona-Pandemie in Indien und einer gleichzeitigen Zuspitzung der Situation im Nachbarland Nepal kamen Experten der über 20 Hilfsorganisationen im Bündnis Aktion Deutschland Hilft jetzt zu einer aktuellen Bewertung der weltweiten Pandemielage zusammen.

Neben dem Austausch über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Nothilfemaßnahmen sprachen sie über mögliche Prognosen zur weltweiten Entwicklung der Pandemie. Auch Warnungen zu weiteren Hotspots wurden ausgesprochen.

COVID-19: Peak in Nepal noch nicht erreicht

Die Bündnisorganisationen berichten, dass sich das Coronavirus durch den regen Grenzaustausch und die vielen Wanderarbeiter in Indiens Nachbarland Nepal nun auch bedrohlich ausgebreitet hat. Fast 50 Prozent der Tests seien positiv, die Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern bereits am Limit und vor allem in ländlichen Regionen fehle der Sauerstoff, äußern sich unter anderem Helfer:innen von AWO International, TERRA TECH und action medeor.

"Hinzu kommt, dass sich ein Großteil der Bürger ein Intensivbett gar nicht leisten kann, weil die täglichen Kosten mehr als doppelt so hoch sind wie der monatliche Mindestlohn. Die Reserven der Krankenversicherungen sind aufgebraucht und so werden Behandlungskosten im Rahmen einer Corona-Infektion nicht mehr übernommen", so Felix Neuhaus, Koordinator für Humanitäre Hilfe bei AWO International.

Riskante Corona-Lage in Südamerika

Der harte Lockdown und die geschlossenen Flughäfen erschweren zudem die Hilfsmaßnahmen der Organisationen massiv. Die Helfer:innen arbeiten unter großen Belastungen. "Unsere Hilfskräfte vor Ort wie auch die lokalen Mitarbeiter:innen der Partnerorganisationen stehen bereits jetzt unter einer großen psychischen Belastung und hohem Druck", beschreibt Neuhaus die Situation in Nepal. Frank Beutell, Projektleiter bei TERRA TECH, ergänzt: "Dabei ist der Peak in Nepal noch nicht erreicht. Wir rechnen damit, dass die Zahlen bis Juni weiter steigen werden. Ausmaße der Pandemie wie in Indien sind wahrscheinlich."

Besonders betroffen ist aktuell auch Südamerika: Malteser International berichtet von einer Zuspitzung der Situation und stark steigenden Zahlen in Kolumbien. Gleich zwei Mutationen, eine brasilianische und eine kolumbianische, stellen das Land, das darüber hinaus von politischen Unruhen erschüttert wird, vor eine Herausforderung.

"Es gibt weltweit ein wellenförmiges Auf und Ab"

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind sich einig, dass auch andere Länder nicht davor gefeit sind, dass die Infektionszahlen erneut in die Höhe schnellen. Carsten Stork, Leiter der Auslandshilfe des Arbeiter-Samariter-Bund, warnt: "Es gibt weltweit ein wellenförmiges Auf und Ab der Zahlen. Welches Land als nächstes zum Hotspot werden könnte, ist sehr schwer vorhersehbar, aber es ist klar, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei ist." Zurzeit steigen die Infektionszahlen global weiter an.

Auch arche noVa beobachtet in nahezu allen Ländern, in denen die Organisation aktiv ist, eine alarmierende Verschärfung der Situation. Es ist also anzunehmen, dass die dramatische Lage in Indien kein Einzelfall bleibt und das Virus weiterzieht. Jetzt heißt es Länder, die besonders anfällig sind, bestmöglich vorzubereiten – durch die Verfügbarkeit von Impfstoffen und andere Vorsorgemaßnahmen wie Aufklärung und die Aufstockung medizinischer Ausstattung.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

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