Sars-CoV-2/COVID 19Corona & humanitäre Hilfe: Fragen und Antworten

26-03-2020

von Aktion Deutschland Hilft

Corona und die Lungenkrankheit COVID-19 betreffen uns alle. In Europa ist die Lage erschreckend. Doch Experten sind sich schon jetzt einig, dass die Pandemie Entwicklungs- und Schwellenländer ungleich härter treffen wird.

COVID-19: Welche Länder sind besonders gefährdet?

Wie wirkt sich das Coronavirus auf die internationale Not- und Katastrophenhilfe aus? Warum ist das Coronavirus für Krisen- und Entwicklungsländer besonders gefährlich? Und wie geht es für die humanitäre Hilfe trotz aller Schwierigkeiten weiter?

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur humanitären Hilfe in Zeiten von Corona finden Sie auf dieser Seite. (letztes Update: 26.03.2020)

FAQ: Corona und humanitäre Hilfe

Wie wirkt sich das Coronavirus auf die humanitäre Hilfe aus?

Das Coronavirus erschwert die humanitäre Hilfe für Millionen Menschen auf der Welt. Das befürchten Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen.

Die weltweiten Reisebeschränkungen und die Empfehlung, von anderen Menschen Abstand zu halten, fordern Helfer in der internationalen Zusammenarbeit und die Nothilfe vor Ort heraus. Viele Projekte können wegen Reisebeschränkungen nicht wie geplant durchgeführt werden.

Medizinische Hilfsgüter wie Desinfektionsmittel, Mundschutz oder Beatmungsgeräte sind rar. Sie lassen sich derzeit nur unter großen logistischen Herausforderungen beschaffen. Es herrschen Exportverbote aus Deutschland und anderen Ländern. Für viele Hilfsorganisationen hat die Pandemie auch finanzielle und organisatorische Auswirkungen. Neben Spenden werden Projekte auch von Drittmittelgebern wie dem Auswärtigen Amt finanziert.

Experten der internationalen Zusammenarbeit könnten in ärmeren Ländern dabei helfen, medizinische Strukturen zu stärken und bei Aufklärungsmaßnahmen unterstützen. Derzeit können Helfer aufgrund der Reisebeschränkungen allerdings nicht entsendet werden. Die Verantwortung liegt vor allem bei lokalen Hilfskräften. Sie müssen bestmöglich geschützt und unterstützt werden.

Corona-Nothilfe weltweit: Erfahren Sie, wie unser Bündnis Hilfte leistet!

Warum ist das Coronavirus für humanitäre Krisen- und Entwicklungsländer besonders gefährlich?

Experten von Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen befürchten das Schlimmste für Länder, in denen es den Menschen ohnehin an vielem mangelt. Wo Krieg, Flucht und Armut herrschen, sind Familien besonders anfällig für Krankheiten und deren Folgen. Erst recht für ein hochansteckendes Virus wie Corona.

  • Ohnehin schwache Gesundheitssysteme könnten bei einem Ausbruch endgültig kollabieren
  • Die Hygienebedingungen sind oft katastrophal. Frisches Wasser, Seife, Latrinen oder Toiletten fehlen vielerorts
  • In Flüchtlingslagern leben Tausende Menschen auf sehr kleiner Fläche. Dort ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch
  • In Ländern mit kriegerischen Konflikten wie Syrien oder Jemen sind die meisten Krankenhäuser zerstört. Es mangelt an medizinischen Geräten und Personal 
  • Vor allem in ländlichen oder schwer zugänglichen Regionen und in umkämpften Städten wie Aleppo in Syrien würde ein Ausbruch des Coronavirus erst spät bemerkt werden. Dann droht die Gefahr, dass die Ansteckungen exponentiell steigen – mit katastrophalen Folgen

Corona: Welche Länder sind besonders gefährdet?

Besonders anfällig sind Länder, in denen die Menschen ohnehin unter schwierigen Bedingungen leben. Dazu zählen beispielsweise die Millionen Familien in großen Flüchtlingslagern in Bangladesch, Kenia, Südsudan, Jemen, Syrien oder Griechenland. Oder die Kinder, Frauen und Männer, die in vielen Regionen Afrikas unter Hunger leiden.

Die Fallzahlen hängen stark davon ab, wie viele Menschen überhaupt auf das Coronavirus getestet werden. Die Möglichkeiten dafür sind weltweit begrenzt – auch in Europa. Die Dunkelziffer an Infizierten in Entwicklungs- und Schwellenländern liegt vermutlich weit höher als bisher bekannt.

Wie geht es für die humanitäre Hilfe trotz aller Schwierigkeiten weiter?

Die Hilfe für Menschen in Not geht weiter – mit allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen und trotz aller Einschränkungen. Die Krisengebiete dieser Welt dürfen über den Coronavirus-Ausbruch nicht in Vergessenheit geraten.

Gemeinsam mit ihren internationalen Netzwerken arbeiten Helfer mit Hochdruck daran, die Versorgung von Menschen in armen, von Krieg oder Naturkatastrophen betroffenen Ländern sicherzustellen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dort sind die Gesundheitssysteme schwach. Ohne Unterstützung von Hilfsorganisationen kann sich das Virus schnell ausbreiten. Je mehr Menschen erkranken, desto schwieriger wird es, sie alle zu behandeln.

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft können dabei auf ihre langjährige Erfahrung in der Eindämmung von Epidemien zurückgreifen. Beispiele sind die Ebola-Epidemien in Liberia, Sierra Leone und der DR Kongo, wo die Hilfsorganisationen die Bevölkerung seit mehreren Jahren unterstützen.

Die lokalen oder internationalen Helfer setzen sich auch in dieser schwierigen Zeit täglich dafür ein, die Hilfsprojekte fortzuführen.

Was können Hilfsorganisationen tun, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern?

Wie in Deutschland klären Hilfsorganisationen auch in anderen Ländern verstärkt über Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf. So leistet unser Bündnis weltweit Corona-Nothilfe:

  • Wir informieren über das Virus und klären darüber auf, wie man einer Ansteckung vorbeugen kann
  • Wir zeigen, wie richtiges Händewaschen funktioniert und erklären, warum Abstand halten in Zeiten der Pandemie so wichtig ist
  • Wir sorgen für sauberes Trinkwasser und errichten Sanitäranlagen sowie
  • mobile Wascheinrichtungen
  • Wir verteilen Seife, Reinigungstabletten und Hygieneartikel
  • Wir unterstützen Gesundheitsstationen und klären medizinisches Personal über den Umgang mit Infizierten auf

Unser Bündnis leistet weltweit Corona-Nothilfe: Jetzt mit Ihrer Spende!

Leisten die Bündnisorganisationen auch in Deutschland Corona-Nothilfe?

Der Bevölkerungsschutz in Deutschland liegt nicht in einer Hand: Laut Grundgesetz sind Bund, Länder und Kommunen für die Sicherheit der Menschen in Deutschland zuständig. Dafür wirken unterschiedliche behördliche Verwaltungsebenen mit Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem THW zusammen.

Vor diesem Hintergrund helfen auch Bündnisorganisationen wie die Johanniter, die Malteser, AWO und der ASB den Menschen in Deutschland: Sie betreiben Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen und helfen bei Planung, Aufbau und Betrieb von Screening- und Screeningfahrzeugen für potentiell erkrankte Menschen.

Außerdem bieten einige unserer Hilfsorganisationen Nachbarschaftshilfe, Einkaufdienste und telefonische Seelsorge und unterstützen Menschen ohne Obdach mit Mahlzeiten und Notunterkünften.

Unsere Corona-Nothilfe in Deutschland: Erfahren Sie mehr!


Das Coronavirus (offizieller Name: SARS-CoV-2) hat sich von China aus auf der ganzen Welt verbreitet. Immer mehr Menschen erkranken an der Atemwegserkrankung COVID-19, die das Virus auslöst. Am 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO den Ausbruch als Pandemie ein.

Was genau ist das Coronavirus und wie ist es entstanden? Was sind typische Symptome für COVID-19 und wie kann ich mich und andere Menschen vor einer Ansteckung schützen? Antworten auf diese und weitere Fragen haben wir für Sie hier zusammengefasst.

FAQ: Corona und COVID-19

Was ist das Coronavirus?

Ende 2019 meldeten chinesische Behörden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das gehäufte Auftreten von Lungenentzündungen. Als Ursache stellte sich ein neuartiges Coronavirus heraus. Es erhielt den offiziellen Namen SARS-CoV-2. Die Atemwegserkrankung, die das Virus auslöst, wird als COVID-19 bezeichnet.

Coronaviren können so mutieren, dass sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden und dann verschiedene Krankheiten verursachen. Das scheint auch beim neuartigen Coronavirus der Fall gewesen zu sein. Zunächst trat das Virus nur in der chinesischen Region Wuhan auf. Mittlerweile gibt es weltweit Fälle. Am 11. März 2020 stufte die WHO den Ausbruch als Pandemie ein.

Wie ist das Coronavirus entstanden?

Ende 2019 meldete China das vermehrte Aufkommen von Lungenentzündungen. Schließlich stellte sich heraus: Viele betroffene Menschen stammen aus der Region Wuhan und verkaufen dort als Markthändler lebendige sowie tote Tiere. Es wird vermutet, dass die Viruszellen von Fledermäusen oder Schuppentieren stammen.

Inzwischen hat sich das Virus weltweit verbreitet. Die meisten betroffenen Menschen leben in China. Aber auch in Europa infizieren sich immer mehr Menschen. Besonders in Italien, Frankreich und Deutschland sind die Zahlen der Infizierten hoch.

Was sind die Symptome des Coronavirus?

Eine Infektion mit dem Virus kann sich in grippeähnlichen Symptomen äußern. Dazu zählen Fieber, Husten und Schnupfen, Müdigkeit, Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Probleme.

Bei den meisten betroffenen Menschen verläuft die Krankheit mild. In schwereren Fällen kommt es zu Lungenentzündungen und Atemnot. Die Krankheitsverläufe variieren stark. Es gibt auch Erkrankte, die gar keine Symptome zeigen.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Virus wird meist über die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das passiert, wenn virenhaltige Tröpfchen an Schleimhäute wie Atemwege oder Mund gelangen. Man kann sich auf direktem oder indirektem Wege über die Hände infizieren.

Eine Übertragung über die Luft ist nach aktuellen Kenntnissen nicht möglich.

Nach der Ansteckung kann es bis zu 14 Tage dauern, bis Symptome auftreten. Das Infektionsrisiko unterscheidet sich von Region zu Region.

Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Wie beim Schutz vor herkömmlichen Grippeviren sind regelmäßiges und gründliches Händewaschen, Abstand zu infizierten Menschen sowie das richtige Niesen und Husten wichtig. Händeschütteln sollte vermieden werden.

Besuche von Großveranstaltungen oder Aufenthalte an öffentlichen Orten mit vielen Menschen sollten vermieden werden. Menschen über 60 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen sowie Schwangeren ab dem zweiten Trimester wird vom Bundesministerium für Gesundheit und der WHO empfohlen, sich gegen Pneumokokken, Grippe und Keuchhusten impfen zu lassen.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Die Krankheitsverläufe variieren stark. Bei den meisten betroffenen Menschen verläuft die Krankheit mild. In schwereren Fällen kommt es zu Lungenentzündungen und Atemnot.

Es gibt Personengruppen, die besonders anfällig für einen schweren Verlauf der Krankheit sind: Menschen mit Vorerkrankungen an Herz oder Lunge, chronischen Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Wie lässt sich das Virus behandeln?

Es gibt keine bestimmte Therapie gegen das Virus. Bei einem milden Krankheitsverlauf werden Bettruhe und ausreichend Flüssigkeit empfohlen. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs werden die medizinischen Maßnahmen angepasst.


In Zeiten der Corona-Pandemie sind Solidarität und Menschlichkeit wichtiger denn je. Danke, dass Sie unsere weltweite Nothilfe mit Ihrer Spende unterstützen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um in weltweiten Hilfsprojekten des Bündnisses die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausweiten zu können:

Spenden-Stichwort: Corona-Nothilfe weltweit
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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