von Aktion Deutschland Hilft
Helferinnen und Helfer unseres Bündnisses und Mitarbeitende lokaler Partnerorganisationen sind dort im Einsatz, wo das humanitäre Leid am größten ist.
Humanitäre Hilfe: In diesen Ländern ist das Risiko am größten
Die Arbeit in Krisengebieten bedeutet immer ein gewisses Risiko. In welchen Ländern humanitäre Einsatzkräfte besonders gefährdet sind, erfahren Sie in dieser Grafik. Aktuelle Zahlen finden Sie hier. Und wie Hilfsorganisationen ihre Mitarbeitenden schützen, lesen Sie hier.

Weltweit 712 Angriffe auf Einsatzkräfte
Der Aid Worker Security Report beleuchtet jedes Jahr die Sicherheitslage von humanitären Einsatzkräften. Im Jahr 2025 sind 712 Helferinnen und Helfer weltweit schwer angegriffen worden.
Aktuelle Zahlen & Fakten:
- 350 Helfer:innen wurden im vergangenen Jahr getötet. Rund 60 Prozent dieser Tötungen geschah in besetzten palästinensischen Gebieten, insbesondere im Gazastreifen.
- 322 Einsatzkräfte wurden 2025 weltweit verletzt.
- 235 Menschen, die im humanitären Einsatz waren, wurden 2025 entführt.
Kriege bedeuten auch für Helfende eine große Gefahr
Vor allem Regionen, in denen Krieg herrscht, sind risikoreiche Einsatzorte für humanitäre Helfer:innen. Das sind weltweit die gefährlichsten Länder:
Seit dem 7. Oktober 2023 eskaliert die Gewalt im Nahen Osten erneut. Insbesondere im Gazastreifen kommt es zu schweren Angriffen auf Helfer:innen.
Tote: 187
Schwere Angriffe: 213
2022 und 2023 war Südsudan das für Helfer:innen gefährlichste Land. 2025 wurden im Südsudan 50 Helfer:innen verletzt und 24 entführt.
Tote: 16
Schwere Angriffe: 97
In der DR Kongo herrschen seit Jahren Konflikte. Zuletzt eskalierte im Frühjahr 2024 ein langjähriger Machtkampf in der Region Nord-Kivu.
Tote: 16
Schwere Angriffe: 72
Auch in der Ukraine nehmen humanitäre Helfer:innen sehr große Risiken auf sich, um die Bevölkerung zu versorgen und zu unterstützen.
Tote: 9
Schwere Angriffe: 47
Von 2011 bis 2024 herrschte in Syrien ein Krieg, der sowohl das Leben der Bevölkerung als auch das der humanitären Helfer:innen bedrohte. Seit Dezember 2024 gilt der Konflikt als beendet, die humanitäre Lage bleibt jedoch nach wie vor prekär.
Tote: 6
Schwere Angriffe: 22
Syrien gehört zu den am stärksten von Minen kontaminierten Ländern der Welt. Welch große Gefahr diese für die Familien und Helfenden vor Ort darstellen, lesen Sie in diesem Artikel.
Seit 2021 herrscht in Myanmar ein Bürgerkrieg, im März 2025 wurde Myanmar von einem schweren Erdbeben erschüttert.
Tote: 10
Schwere Angriffe: 19
Millionen Menschen in Äthiopien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Anhaltende Konflikte, Vertreibungen und klimabedingte Krisen erschweren zudem die Arbeit von Helfer:innen vor Ort.
Tote: 5
Schwere Angriffe: 18
In Burkina Faso verschärfen Gewalt und Unsicherheit seit Jahren die humanitäre Lage. Hohe Sicherheitsrisiken und erschwerter Zugang zu betroffenen Regionen behindern die Arbeit von Helfenden.
Tote: 7
Schwere Angriffe: 15
Durch eskalierende Bandenkriminalität in ganz Haiti ist die Zahl der Vertriebenen auf ein Rekordniveau gestiegen, wodurch sich die ohnehin schon schwere humanitäre Krise weiter verschärft hat. Über eine Million Kinder, Frauen und Männer haben keinen festen Wohnsitz.
Tote: 4
Schwere Angriffe: 15
Humanitäre Helfer:innen entscheiden sich dafür, Menschen in Not zur Seite zu stehen und Leid zu lindern – und oft entscheiden sie sich gegen ein Leben in Sicherheit.
Todesursachen und Täter
Die Aid Worker Security Database von Humanitarian Outcomes erfasst gewaltvolle Übergriffe, Verletzungen und Tötungen gegenüber humanitären Helfer:innen und Mitarbeiter:innen der Entwicklungszusammenarbeit. Diese Daten sind für internationale Hilfsorganisationen eine wichtige Grundlage bei der Vorbereitung von Einsätzen in Konfliktgebieten.
Hilfsorganisationen ergreifen verschiedene Maßnahmen, um Mitarbeiter:innen beim Einsatz in Krisengebieten oder nach Naturkatastrophen zu schützen.
Der höchste Standard für Sicherheitstrainings ist das HEAT (Hostile Environment Awareness Training). Inhalte des Trainings sind unter anderem Erste-Hilfe-Trainings, das Einschätzen der Sicherheitslage und psychologische Aspekte.
Beim Einsatz vor Ort setzen Hilfsorganisationen zunächst darauf, dass die Anwesenheit der Mitarbeiter:innen von der lokalen Bevölkerung und den Behörden akzeptiert wird. Unabhängig davon, ob Hilfskräfte aus dem betroffenen Land stammen oder zum Beispiel aus Deutschland anreisen, kann der Hilfseinsatz als Eingriff wahrgenommen werden. Diese beidseitige Akzeptanz ist die erste Stufe. Wenn es die Sicherheitslage erfordert, folgen als zweite Stufe verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter:innen. Das können Zäune und vergitterte Fenster in Büros von Hilfsorganisationen sein, schusssichere Westen und Fahrzeuge.
Die dritte Stufe heißt: Abschreckung. Helfer:innen bewegen sich dann beispielsweise nur mit Polizei-Eskorten fort. Es gibt aber auch Krisengebiete, in denen Helfer:innen gar nicht im Einsatz sind, da die Gefahr für Leib und Leben dort zu groß ist.
Humanitäre Helfer:innen arbeiten heute in einer wachsenden Zahl komplexer Krisen- und Konfliktgebiete. Hinzu kommt, dass es immer mehr stark ideologisch, ethnisch oder religiös aufgeladene Konflikte gibt, in denen Hilfe für “die andere Seite” oder “von außen” schnell als Provokation wahrgenommen oder nicht akzeptiert wird.
Dabei ist Neutralität ein Grundpfeiler der humanitären Hilfe. Auch die Hilfsorganisationen im Bündnis Aktion Deutschland Hilft leisten Nothilfe gemäß dem humanitären Imperativ. Weitere Informationen.
Viele Menschen denken, dass humanitäre Hilfe Folgendes bedeutet: Helfer:innen aus dem sogenannten Globalen Norden reisen in den sogenannten Globalen Süden, um zu helfen. Doch die Realität ist eine andere. Die Menschen, die in Krisengebieten im Einsatz sind, sind in den allermeisten Fällen Menschen, die in der Region oder zumindest dem Land aufgewachsen sind.
Diese Mitarbeiter:innen kennen sich am besten vor Ort aus und haben ein größeres Verständnis für die Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen und deren Mitarbeiter:innen ist für die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft von großer Bedeutung.
Tragischerweise sind ein Großteil der humanitären Helfer:innen, die bei Einsätzen getötet werden, lokale Kräfte. Das ist eine Kehrseite der Lokalisierung. Oft gehören die Helfenden zu Partnerorganisationen mit Sitz vor Ort, mit denen internationale Hilfsorganisationen zusammenarbeiten. In vielen Fällen sind sie Angestellte der lokalen Organisation. Moralisch liegt die Verantwortung, für die Sicherheit aller Mitarbeiter:innen zu sorgen, auch bei den internationalen Hilfsorganisationen. Beispielsweise müssen Equipment wie Sicherheitswesten sowie Sicherheitstrainings auch nachgelagerten Partnern zur Verfügung stehen.
Am 19. August ist der Welttag der humanitären Hilfe. Dieser Tag ist dafür da, um an diejenigen zu denken, die notleidenden Menschen Hilfe leisten. Und dafür, für die Helfer:innen innezuhalten, die während ihrer Arbeit von Angriffen betroffen waren.
Mit Ihrer Spende können Sie die weltweite Arbeit unseres Bündnisses unterstützen – vielen Dank für Ihre Hilfe!
Quelle: Aid Worker Security Database (AWSD) (Stand 07/2026)
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
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Stichwort: Nothilfe weltweit
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