Der amerikanische Arzt Tom Catena versorgt eine Frau und ein Kind im Sudan

LänderinformationSudan

23-08-2018

Sudan – ein Überblick

Der Sudan (Republik Sudan) ist fünfmal so groß wie Deutschland und das drittgrößte Land auf dem afrikanischen Kontinent. Er ein Vielvölkerstaat mit vielen Ethnien, Sprachen und Dialekten.

Das Land kommt nicht zur Ruhe: Das Leben der Menschen ist geprägt von drei anhaltenden Konflikten. Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen haben viele Menschenleben gekostet.

Humanitäre Situation

Vielen Menschen im Sudan fehlt es an sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln oder sie sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Millionen Kinder, Frauen und Männer sind auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Der Zugang zu Konfliktregionen ist für Hilfsorganisationen jedoch oft schwer.

Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Lage kommt es immer wieder zu Demonstrationen. Die Menschenrechtslage ist schwierig. Im Sudan herrscht das Gesetz der Scharia. Prostitution, Homosexualität und Ehebruch werden mit hohen Strafen geahndet.

Politische Lage

Seit seiner Unabhängigkeit 1956 von Ägypten und Großbritannien wird der Sudan militärisch regiert. Bewaffnete Konflikte haben seither fast durchgängig das Leben der Menschen bestimmt. Der Norden und Süden des Landes entwickelten sich sehr unterschiedlich.

2003 eskalierte der Konflikt in Region Darfur im Westen. Er dauert trotz Friedensgesprächen an, zwang fast 2 Millionen Menschen zur Flucht und forderte tausende Tote. Viele Jahre gab es immer wieder Kämpfe um die Autonomie des Südsudans. Bei einem Referendum stimmten 2011 fast 99 Prozent der Südsudanesen für die Unabhängigkeit, woraufhin der jüngste Staat der Welt gegründet wurde. Der Krieg ging dennoch weiter.

Das Leid der Zivilbevölkerung ist groß. Immer wieder werden Dörfer angegriffen, es kommt zu sexueller Gewalt und Kinder werden als Soldaten zwangsrekrutiert. Gleichzeitig ist der Sudan Zufluchtsland für Menschen aus Äthiopien, Eritrea, Tschad, Zentralafrika und dem Südsudan. Viele Flüchtlinge leben in bitterer Armut.

Die Situation vor Ort

Mit der Unabhängigkeit des Südsudans hat das Land einen Großteil seiner Abbauflächen für Öl verloren. Wegen der andauernden Konflikte, fehlender Infrastruktur und der Abhängigkeit vieler Menschen von der Landwirtschaft, lebt fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

Dabei ist die Mehrheit der Landesfläche Wüste und nur 13 Prozent können landwirtschaftlich genutzt werden. Desertifikation, der Verlust von Boden durch Erdrutsche und Abholzung verstärken die Probleme für Bauern. Regenfälle bleiben immer öfter aus oder fallen ungewöhnlich heftig, was zu Überschwemmungen führt.

Während einige Volksgruppen sesshaft sind, ziehen andere als Nomaden umher. Das Gesundheitssystem ist vor allem auf dem Land problematisch. Die medizinische Infrastruktur ist an vielen Orten zerstört worden, es fehlt an Personal und Medikamenten. Malaria, Durchfallerkrankungen und Hepatitis sind häufig.


Quellen: CIA (The World Factbook), Bundeszentrale für politische Bildung, Auswärtiges Amt, UNHCR  (Stand 06/2018)

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