+++ Sudan im Krisenzustand: Die aktuelle Lage – hier lesen! +++
Sudan – ein Überblick
- Karte: Der Sudan (Republik Sudan) ist fünfmal so groß wie Deutschland und das drittgrößte Land auf dem afrikanischen Kontinent.
- Konflikt: Im April 2023 eskaliert ein Konflikt zwischen Armee und Paramilitärs. Kurz erklärt: Was passiert im Sudan?
- Vergessene Krise: Die daraus folgende Krise gilt als die schwerste humanitäre Katastrophe weltweit. Trotzdem findet das Leid der Zivilbevölkerung im Verhältnis wenig Beachtung in der Öffentlichkeit.
Von der Antike bis zur Unabhängigkeit
In der Epoche des Alten Ägyptens war die Region des heutigen Sudan als Nubien bekannt. Über Jahrhunderte stand die Region unter ägyptischem Einfluss. Im 8. Jahrhundert v. Chr. etablierte sich in der Region wiederum das Königreich von Kusch, das für eine Weile über Teile Ägyptens herrschte.
Im 19. Jahrhundert wurde die Region erneut von Ägypten eingenommen, dann für kurze Zeit von der Mahdi-Bewegung zurückerobert. Bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 stand das Land anschließend unter der Kontrolle britischer Kolonialherren.
Gründung des jüngsten Staats der Welt
Seitdem gab es immer wieder Kämpfe um die Autonomie des Südsudans. Bei einem Referendum stimmten 2011 fast 99 Prozent der Südsudanesen für die Unabhängigkeit, woraufhin der jüngste Staat der Welt gegründet wurde.
Heute ist der Sudan ein Land, das vor zahlreichen Herausforderungen steht. Bewaffnete Konflikte bestimmen fast durchgängig das Leben der Menschen. Die durch den Agrar- und Erdölsektor geprägte Wirtschaft ist aufgrund des jüngsten Konflikts massiv eingebrochen.
Kurz erklärt: Konflikt im Sudan 2023
Im April 2023 eskalierte ein seit Jahren schwelender Machtkampf zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF). Seitdem befindet sich das Land in einem Krieg, in dem hunderttausende Menschen getötet wurden.
Schon vor dem aktuellen Konflikt war die politische Lage im Sudan instabil. 2019 wurde der langjährige Machthaber Omar al-Baschir durch einen Militärputsch abgesetzt. Zuvor hatte es monatelange Proteste gegeben.
2021 kam es zu einem weiteren Putsch. Seitdem herrschten der Militärgeneral Abdel Fattah al-Burhan und sein Vize Mohammed Hamdan Daglo, auch als Hemeti bekannt. Dieser führt die Rapid Support Forces (RSF) an, eine paramilitärische Gruppierung. Eine zivile Regierung sollte eingerichtet und freie Wahlen abgehalten werden, doch stattdessen eskalierte der Machtkampf zwischen RSF und Militär am Morgen des 15. April 2023.
Bildergalerie: Informationen rund um den afrikanischen Kontinent
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Schwerste humanitäre Krise weltweit
Das Land befindet sich in einem humanitären Katastrophenzustand: Den Menschen fehlen Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Medikamente. Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, viele von ihnen innerhalb oder außerhalb des Landes auf der Flucht. Oft wird die Krise im Sudan als die schwerste weltweit bezeichnet.
Aufgrund der andauernden Konflikte, fehlender Infrastruktur und wirtschaftlichen Probleme lebt fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Landwirtschaft, von der die meisten Menschen im Sudan leben, ist nahezu zum Stillstand gekommen.
Trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen zeigt sich innerhalb der sudanesischen Zivilgesellschaft ein ausgeprägtes Maß an Solidarität und Selbstorganisation. Ein Beispiel sind die sogenannten Emergency Response Rooms. Das sind informelle Netzwerke bestehend aus Nachbarschaftskomitees. Unter lebensbedrohlichen Bedingungen und mit wenigen Ressourcen organisieren die Netzwerke etwa Gemeinschaftsküchen oder die Verteilung von Medikamenten.
Quellen: Auswärtiges Amt, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutschlandfunk, Schicho, Walter: Hba-Kurze Geschichte des Sudan, National Geographic, UNHCR, World Bank Open Data, Zeit, ZDF
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