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Drei Helfer:innen von CARE verteilen Lebensmittel an Vertriebene im Sudan
© CARE.de
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  • Hintergrund: Warum Konflikte im Sudan immer wieder eskalieren

Nothilfe Sudan Hintergrund: Warum Konflikte im Sudan immer wieder eskalieren

17.04.2026

von Aktion Deutschland Hilft

Gewalt, Flucht und humanitäre Not prägen den Sudan seit Jahrzehnten. Der derzeitige Krieg ist dabei kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer langen Konflikthistorie. Überbleibsel der Kolonialzeit, Machtkämpfe und politische Instabilität führen dazu, dass die Gewalt immer wieder neu aufflammt.

Kurz erklärt: Was passiert derzeit im Sudan?

Im April 2023 eskalierte ein seit mehreren Jahren schwelender Machtkampf zwischen zwei Generälen im Sudan. Der Konflikt betrifft weite Teile des Landes und hat eine der größten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Expert:innen gehen von Hunderttausenden Toten und Verletzten aus. 

Millionen Menschen sind innerhalb des Sudans auf der Flucht oder in Nachbarländer wie Tschad, Südsudan und Ägypten geflohen. Vielerorts fehlt der Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung.

6 Gründe, warum es im Sudan immer wieder zu Gewalt kommt

1. Koloniales Erbe und ungelöste Spannungen

2. Jahrzehnte politischer Instabilität und Militarisierung

3. Machtkämpfe bewaffneter Akteure

4. Langjährige Benachteiligung ganzer Regionen 

5. Ressourcenknappheit und Klimakrise

6. Regionale und internationale Einflüsse

 

Eine Frau in einem Geflüchtetencamp im Südsudan untersucht ein Kind auf dem Schoß seiner Mutter auf Unterernährung
© Johanniter/Peter Irungu

1. Koloniales Erbe und ungelöste Spannungen

Viele der heutigen Konflikte im Sudan haben ihre Wurzeln in der Kolonialzeit. Die britisch-ägyptische Verwaltung schuf politische und administrative Strukturen, die bestimmte Regionen bevorzugten und andere systematisch benachteiligten. Ethnische, religiöse und regionale Unterschiede wurden so enorm verstärkt. 

Während sich der Norden des Landes in dieser Zeit stark von Ägypten und damit vom Islam geprägt wurde, verbreitete sich im Süden durch Missionare das Christentum. Diese religiösen Unterschiede werden in Konflikten häufig politisch instrumentalisiert, um Macht zu legitimieren oder Gegensätze zu verstärken.

Nach der Unabhängigkeit 1956 gelang es nicht, einen Staat aufzubauen, der diese gewachsenen Spannungen auflösen konnte. Stattdessen blieben Macht und Ressourcen weiterhin in den Händen weniger Eliten.

2. Jahrzehnte politischer Instabilität und Militarisierung

Seit seiner Unabhängigkeit ist der Sudan von politischer Instabilität geprägt. Militärputsche, autoritäre Regime und kurze zivile Übergangsphasen wechselten sich ab. Besonders die 30-jährige Herrschaft von Omar al Baschir, der auf Milizen setzte und für die massive Unterdrückung muslimischer Minderheiten stand, hinterließ tiefe Spuren. 

Demokratische Institutionen konnten sich nie dauerhaft festigen, staatliche Kontrolle wurde kaum ausgeübt. Gewalt wurde immer wieder als Mittel eingesetzt, um Macht zu sichern oder zu verteidigen. Dieses Muster hat das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Strukturen nachhaltig geschwächt.

3. Machtkämpfe bewaffneter Akteure

Bewaffnete Gruppen spielen im Sudan seit Jahrzehnten eine zentrale politische Rolle. Milizen wurden gezielt aufgebaut, bewaffnet oder in staatliche Sicherheitsstrukturen integriert, ohne klare Kontrolle oder Rechenschaftspflicht. 

Der aktuelle Krieg ist Ausdruck eines Machtkampfs zwischen dem Oberbefehlshaber der sudanesischen Armee, General Abdel Fattah al-Burhan, und dem Anführer der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF), Mohammed Hamdan Daglo, auch als Hemeti bekannt. Der Konflikt eskalierte, als die Integration der RSF in eine nationale Armee scheiterte. 

Dabei geht es nicht nur um politische Kontrolle, sondern auch um wirtschaftliche Interessen. Die Gewalt wird auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen.

4. Langjährige Benachteiligung ganzer Regionen

Besonders Regionen wie Darfur, der Osten des Landes oder der Südsudan waren über lange Zeit politisch und wirtschaftlich ausgegrenzt. Dagegen profitierten das Machtzentrum in der Hauptstadt Karthum sowie das zentrale Niltal über Jahrzehnte stark von staatlichen Investitionen und dem Aufbau von Infrastruktur. 

Landkonflikte, Diskriminierung und fehlende Perspektiven führten in Randgebieten früh zu Widerstand und bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Gewalt wurde häufig staatlich unterstützt oder geduldet. So verfestigten sich lokale Konflikte zu langanhaltenden Krisen.

5. Ressourcenknappheit und Klimakrise

Der Sudan liegt in einer ökologisch besonders anfälligen Region. Dürren, Überschwemmungen und der Klimawandel verschärfen den Wettbewerb um fruchtbares Land und Wasser. Vor allem Konflikte zwischen sesshaften Bauern und nomadischen Viehhirten nehmen zu. Wo staatliche Strukturen fehlen, eskalieren diese Spannungen schnell gewaltsam. Die Klimakrise wirkt dabei als Verstärker bestehender sozialer und politischer Probleme.

Neben Land und Wasser spielen auch Bodenschätze, vor allem Gold, eine große Rolle. Sowohl die sudanesische Armee als auch die Miliz RSF finanzieren ihre Waffenimporte im aktuellen Krieg durch Gold, das sie an unterstützende Staaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Russland verkaufen.

6. Regionale und internationale Einflüsse

Der Sudan ist eng mit den Krisen seiner Nachbarländer verflochten. Instabilität im Sahel und am Horn von Afrika, grenzüberschreitende Milizen-Bewegungen und Waffenströme wirken direkt auf das Land ein. Zudem verfolgen externe Akteure wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten oder Russland eigene politische und wirtschaftliche Interessen in der Region. 

Diese Einflussnahmen erschweren Friedensprozesse und tragen dazu bei, Konflikte zu verlängern. Der Krieg im Sudan ist daher nicht nur ein innerstaatlicher, sondern indirekt auch ein internationaler Konflikt.

Eine Familie im Sudan (Symbolbild)
© World Vision/Sudan

Chronik: Zentrale Konfliktlinien im Sudan

Die britisch‑ägyptische Verwaltung prägt verstärkt regionale, ethnische und politische Spaltungen. Randgebiete werden systematisch benachteiligt.

Nach einem Referendum, in dem die Bevölkerung sich mehrheitlich gegen einen Anschluss an Ägypten ausspricht, wird der Sudan unabhängig. Doch der junge Staat startet ohne stabile staatliche Institutionen – erste bewaffnete Konflikte folgen rasch.

Abfolge von Militärregierungen, kurzen demokratischen Phasen und bewaffneten Konflikten, besonders zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und überwiegend christlichen Süden des Landes.

Omar al-Baschir installierte ein autoritäres Militärregime, das für systematische Unterdrückung und gezielte Bewaffnung von Milizen, unter anderem in Dafur, stand. Der Konflikt dort eskaliert ab 2003 massiv.

Der Süden des Landes wird unabhängig. Ein historischer Einschnitt, doch zentrale Konfliktursachen wie Militarisierung, Benachteiligung und die Kontrolle von Ressourcen bleiben bestehen.

Nach Massenprotesten übernimmt ein militärisch‑ziviler Übergangsrat die Macht. Kurzfristig konnten leichte Verbesserungen erzielt werden – etwa beim Schutz von Minderheiten, Frauenrechten oder der Pressefreiheit. Die Hoffnung auf eine echte Demokratisierung bleibt jedoch fragil.

Der Machtkampf zwischen Armee und RSF eskaliert landesweit und löst eine humanitäre Katastrophe aus.

Was bedeutet der Konflikt für die Menschen?

Die anhaltende Gewalt hat verheerende Folgen. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und leiden Hunger. Besonders Kinder, Frauen und Ältere sind gefährdet. Die Landwirtschaft, von der die meisten Sudanes:innen leben, liegt praktisch brach. Viele Familien können sich wegen der steigenden Inflation Nahrungsmittel kaum mehr leisten. Mehr als 33 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe – über die Hälfte der gesamten Bevölkerung.


Bildergalerie: Nothilfe Sudan

Menschen auf der Flucht aus dem Sudan in den Tschad
Menschen auf der Flucht aus dem Sudan in den Tschad
© World Vision
Im April 2023 sind im Sudan schwere Kämpfe ausgebrochen. Millionen Menschen sind seitdem auf der Flucht und auf der Suche nach Sicherheit – im Sudan und in den Nachbarländern.
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Helfer bei der Verteilung von Hilfsgütern an Menschen im Sudan
Helfer bei der Verteilung von Hilfsgütern an Menschen im Sudan
© CARE.de
Unser Bündnis leistet Hilfe – auf allen Stationen der Flucht. Mit Nahrung, Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Unterkünften.
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Menschen aus dem Sudan auf der Flucht in Nachbarländer
Menschen aus dem Sudan auf der Flucht in Nachbarländer
© ASB
Die Menschen fliehen in Länder wie Südsudan, Tschad und Libyen. Manche Geflüchtete werden hinter der sudanesischen Grenze mit Lastwagen in Flüchtlingscamps gefahren.
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Frau und Kind aus dem Sudan
© World Vision
Viele der Geflüchteten sind Frauen und Kinder.
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Menschen in einem Flüchtlingscamp im Tschad
© World Vision
Allein in den Tschad sind seit Ausbruch des Krieges mehr als 600.000 Menschen geflohen. World Vision hilft im Flüchtlingscamp in Farchana Tausenden Menschen, unter anderem mit Nahrung.
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Unterricht für Kinder in einem Flüchtlingscamp im Tschad
© World Vision
Die Bündnisorganisation unterstützt auch Kinder im Flüchtlingscamp, damit sie zur Schule gehen können. Häufig ist das Essen, das sie dort bekommen, die einzige vollwertige Mahlzeit des Tages.
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Frau mit Baby im Sudan
© CARE.de
Im Osten des Sudans hilft die Bündnisorganisation CARE Familien mit unterernährten Kindern. Sie verteilen unter anderem Bargeldmittel, damit die Menschen sich selbst das Nötigste zum Leben kaufen können.
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Helfer bei der Verteilung von Hilfsgütern im Sudan
© CARE.de
Ebenso verteilen Helfer:innen im Osten des Sudans Nahrung für Menschen, die innerhalb des Landes vor dem Krieg auf der Flucht sind – und häufig alles zurücklassen mussten.
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Helfer von HI im Tschad
© HI
Auch in den Zufluchtsländern ist unser Bündnis aktiv und verteilt Hilfsgüter – wie hier Handicap International (HI) im Tschad.
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Helfer bauen Brunnen im Tschad
© Help - Hilfe zur Selbsthilfe
Ebenfalls im Tschad kümmert sich zum Beispiel Help – Hilfe zur Selbsthilfe um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser – indem Helfer:innen an der Grenze zum Sudan neue Brunnen bauen.
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Medikamente für Menschen im Sudan
© Johanniter
Auch auf medizinische Hilfe sind viele Menschen, die vor dem Krieg im Sudan geflüchtet sind, angewiesen. Neben der Versorgung mit Medikamenten …
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Helfer versorgen Menschen mit Verletzung
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… kümmert sich unser Bündnis auch um Menschen mit Verletzungen.
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Helfer im Südsudan untersucht Kind
© Johanniter
Auch der benachbarte Südsudan ist ein Zufluchtsland – obwohl die humanitäre Lage dort vielerorts ebenfalls schwierig ist. Auf diesem Bild untersucht ein Helfer der Johanniter ein Kind, das mit seiner Familie geflüchtet ist.
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Notfallnahrung für unterernährte Kinder
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Notfallnahrung wie diese hilft schwer unterernährten Kindern unter fünf Jahren, möglichst schnell viele Nährstoffe und Kalorien aufzunehmen und so an Gewicht zu gewinnen.
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Mädchen aus dem Sudan
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Möglich ist unsere ganze Hilfe nur dank Ihnen – vielen Dank für Ihr Mitgefühl! Vielen Dank für Ihre Spende für Menschen aus dem Sudan.
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Sudan: So hilft unser Bündnis

Mehrere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind in der Region im Einsatz: im Sudan sowie in den Nachbarländern, in denen Millionen Menschen Zuflucht suchen. Sie arbeiten eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die die Sicherheitslage vor Ort und die Bedarfe der Menschen gut beurteilen können. Die Helfer:innen verteilen Nahrungsmittel, bauen Brunnen, leisten medizinische Hilfe und schaffen sichere Orte für Kinder.

Ihre Spende macht weitere Hilfe für die Menschen im Sudan möglich. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

+++ Spendenaufruf +++

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Eine Frau mit Kind im Südsudan (Symbolfoto)

Nothilfe Sudan: Helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende!

Im Sudan kommt es zu schweren Kämpfen. Die angespannte humanitäre Lage spitzt sich zu. Millionen Menschen sind auf der Flucht und leiden Hunger.

Ein Arzt von den Johannitern berät eine Mutter mit ihrem Kind

Südsudan: Cholera und Hunger auf dem Vormarsch

Die Spannungen im Südsudan verschärfen die humanitäre Krise. CARE fordert dringend sicheren und ungehinderten Zugang sowie mehr Mittel für Hilfe.

© Bündnis deutscher Hilfsorganisationen

Nothilfe Sudan


Nothilfe Sudan: So unterstützt unser Bündnis die Menschen vor Ort

Krieg im Sudan: Infos zur aktuellen Lage

Schirmherr & Kuratoriumsvorsitzende

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Bundespräsident a. D. Horst Köhler & Außenministerin Annalena Baerbock: Erfahren Sie mehr!

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