Hunger in AfrikaMali: Hilfe in schweren Zeiten

30-06-2022

von Handicap International/Aktion Deutschland Hilft

Fadimata aus Léré in Mali ist eine energische Frau und hat als alleinerziehende Mutter einen zehnköpfigen Haushalt zu versorgen. Mit Sorge betrachtet sie die abnehmenden Regenfälle, die geringeren Ernten und die vielen Familien, die mit Armut und Hunger kämpfen.

Wasserkrise in der Sahelzone

"Früher regnete es hier viel und die Ernten waren dementsprechend reichlich. Im Laufe der Jahre wurden die Regenfälle immer weniger. Die Ernten wurden schlechter und selbst unser bestes Saatgut brachte fast nichts mehr ein", berichtet die 51-Jährige.

"Hier gibt es einen Teich, der sich über den Winter mit Wasser füllt und mit dem die Frauen früher im Frühling drei bis vier Monate lang den Gemüseanbau bewässern konnten. Aber seit ein paar Jahren ist der Teich nach dem Winter schon nach einem Monat trocken," erzählt Fadimata.

Neue Einkommensquellen für die Familie

Der Hirseanbau reicht einfach nicht mehr aus, um die Familie satt zu bekommen. Also hat Fadimata weitere Einkommensquellen erschlossen:


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"Ich habe angefangen, verschiedene neue Pflanzenarten anzubauen, die weniger Wasser benötigen, in der Hoffnung, genug zu ernten, sodass ich meine Familie für zwei bis drei Monate ernähren kann. Ich baue jetzt außerdem Gemüse an, das ich mit Hilfe meiner Tochter auf dem Markt anbiete. Ich verkaufe auch Brennholz und Holzkohle, die ich im Busch sammle und biete meine Dienste als Köchin für Zeremonien und Feste an."

Handicap International unterstützt mit Soforthilfen

Unterstützung bekommt Fadimata von unserer Bündnisorganisation Handicap International. Fast 70.000 Menschen erhalten finanzielle Hilfe, damit sie sich nicht verschulden, sich das Nötigste zum Leben leisten und wieder autark werden können.

Außerdem führen die Helferinnen und Helfer in Mali und den Nachbarländern Programme zur Vorbeugung von Unterernährung sowie Ernährungsberatung für Säuglinge und Kinder durch. Mit ihren Hilfsprojekten erreichen sie allein in Mali über 200.000 Menschen.

"Für viele von uns ist es sehr schwer, durchzuhalten"

"Heute weiß ich, dass meine Situation besser ist als die der vielen anderen Familie, denn wir können allmählich zu einem normalen Leben zurückkehren. Mit der finanziellen Unterstützung kann ich den Lebensmittelbedarf meiner Familie ganzjährig decken. Ich bin glücklich, weil ich mir nichts mehr leihen, betteln oder mich verschulden muss. Ich konnte schon einige Geräte kaufen, um mein Hirsefeld zu bestellen und das Gemüse zu ernten", erzählt Fadimata stolz.

Und sie fügt leise hinzu: "Die Zeiten sind hart und wir versuchen alles, um mit den neuen Umständen zu leben. Für viele von uns ist es sehr schwer, durchzuhalten."

Auf eigenen Füßen stehen

Fadimata will unbedingt bald ganz auf eigenen Füßen stehen. Sie kennt viele Familien, die aus blanker Not nach Mauretanien ins Flüchtlingslager M'Bera gehen mussten und dort von Essensrationen leben.

Sie möchte nicht, dass dies auch ihrer Familie widerfährt. "Das bin ich meinen sechs Töchtern und vier Söhnen schuldig", betont sie.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
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