Menschen stehen in Afrika um ein totes Kamel
© Malteser/Kenia

Hunger in AfrikaHungerkrise in Afrika: "Es fühlt sich an wie das Ende der Welt"

24-02-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Millionen Menschen leiden unter Dürre und anhaltenden Kämpfen

Allein in Äthiopien, Somalia, Nigeria, Kenia und Südsudan leiden mehr als 21 Millionen Menschen unter Hunger. Aufgrund der akuten Notlage stellt das Hilfsbündnis „Aktion Deutschland Hilft“ sofort 100.000 Euro aus einem Nothilfefond bereit.

Zwei von 10.000 Menschen sterben jeden Tag an Unterernährung

„Um die akute Not zu lindern, ist das Hilfsbündnis dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand bei „Aktion Deutschland Hilft“. Besonders akut ist die Situation im Südsudan. 3,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Terror des Bürgerkrieges. Extreme Armut und eine anhaltende Dürre verschärfen die Situation zusätzlich. Für Teile des Landes haben die Vereinten Nationen eine Hungersnot ausgerufen: „Das heißt, täglich sterben zwei von 10.000 Menschen an Unterernährung“, sagt Roßbach. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Berlins wären das 700 Tote am Tag.

"Für uns Helfer ist das schwer zu ertragen"

Im Südsudan verteilt World Vision Nahrungsmittel und Trinkwasser, insbesondere an Kinder und schwangere sowie stillende Frauen. „Wenn wir nicht mehr Hilfe leisten, wenn die Industriestaaten den Aufschrei der Hilfsorganisationen hier nicht ernst nehmen, wird sich die Hungersnot weiter ausbreiten. Immer mehr Menschen werden an Unterernährung sterben“, warnt Jeremiah Young von World Vision im Südsudan. „Für uns Helfer ist das sehr schwer zu ertragen. Denn wir wissen, dass mehr getan werden kann.“ Die Zeit drängt. Im April beginnt die Regenzeit, die ausgedörrte Landschaft verwandelt sich in Schlamm. „Ein Transport der Hilfsgüter auf dem Landweg ist dann nicht mehr möglich“, sagt Stefan Marx von action medeor.

Die stärkste Dürre seit Jahrzehnten ist schuld am Hunger in Afrika

Im Norden Kenias, in Somalia und Äthiopien liegt die Ursache für den Hunger in der stärksten Dürre seit Jahrzehnten. Etwa 80 Prozent der Nutztiere in Nordkenia sind bereits gestorben. Für die in der Region lebenden Menschen ist die Situation katastrophal, denn sie leben von der Viehzucht. „So schlimm wie jetzt war es noch nie. Es fühlt sich so an, wie das Ende der Welt“, erzählt ein Bewohner aus Illeret im Norden Kenias den Helfern von Malteser International. „Rund 60 Prozent der Menschen in der Turkana-Region sind auf der Suche nach Wasser“, berichtet auch Nina Skandalaki, zuständige Projektkoordinatorin bei der Johanniter-Auslandshilfe. Viele Menschen in Nordkenia trinken in ihrer Not das salzhaltige Wasser des Turkana-Sees. Die Folge sind schlimme Erkrankungen. „Die Menschen sind geschwächt und dadurch anfälliger für Krankheiten – ein banaler Infekt kann lebensbedrohend sein“, so Marx.

Außenminister Gabriel sicherte 120 Millionen Euro aus Deutschland zu

Auch in den Ländern rund um den Tschadsee ist die Lage katastrophal: Sieben Millionen Menschen haben in Nigeria, dem Tschad, Kamerun und Niger nicht genug zu essen. Ursache sind auch hier Gewalt, Armut und Dürre. Am heutigen Freitag hat in Oslo eine Geberkonferenz stattgefunden, die unter anderem von Norwegen und Deutschland ausgerichtet wurde. Außenminister Sigmar Gabriel sicherte 120 Millionen Euro aus Deutschland zu. „Die komplexe Situation in der Tschadseeregion kann langfristig nur gemeinsam gelöst werden“, appelliert Manuela Roßbach mit Hinblick auf die Konferenz.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden