Hunger in AfrikaNiger: Hunger, Dürre und Hoffnung

30-06-2022

vom ASB/Aktion Deutschland Hilft

Der rötliche Sand knirscht leise, als Hamissou Kassoussou zur Bäckerei in einem kleinen Dorf in der Region Tahoua im Westen Nigers läuft.

Mourour sorgt täglich für frische Backwaren im Ort

Die Luft flimmert vor Hitze, die wenigen Sträucher in der Nähe der Bäckerei sind nur noch verschwommen zu erkennen. Schon morgens ist es unerträglich heiß, bereits um 10 Uhr herrschen über 40 Grad.

Der 48-jährige Familienvater öffnet die Tür zur Bäckerei und begrüßt den Besitzer Mourour Annuinui mit einem Handschlag. Mourour verkauft hier selbstgebackenes Brot, nigrische Fleischtaschen sowie Chin Chin, eine afrikanische Donutvariante.

Hamissou vom ASB hilft Jugendlichen

Hamissou arbeitet für unsere Bündnisorganisation den Arbeiter-Samariter-Bund, der in Tahoua Jugendliche dabei unterstützt, eine Berufsbildung zu beginnen. Hamissou betreut Mourour, der früher arbeitslos war und mithilfe des ASB seine Berufsausbildung als Bäcker absolvieren konnte, bereits seit mehreren Jahren.

Heute besitzt Mourour eine eigene Bäckereiwerkstatt mit drei Öfen. Er bildet inzwischen selbst zwei Lehrlinge aus. "Mourour betreibt die Bäckerei mit großer Leidenschaft und ist heute einer der wenigen Kleinunternehmer, die hier in der Region anderen Arbeitslosen einen Arbeitsplatz anbieten können", erzählt Hamissou. In seinem Dorf ist der junge Mourour ein Vorbild für viele arbeitssuchende Jugendliche, die weiterhin dringend Unterstützung benötigen.

Brot ist für viele Menschen unbezahlbar

In Niger sind mehr als 15 Millionen Menschen von Hungersnot oder Unterernährung betroffen, die Situation spitzt sich seit dem Krieg in der Ukraine weiter zu.


"Niger ist in großem Maß abhängig von Weizenimporten aus Russland und der Ukraine. Der Preis für Brot ist stark gestiegen und die Armen und die Mittelschicht können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten", gibt Hamissou zu Bedenken.

Immer mehr Menschen in Niger sind deshalb von Armut, Arbeitslosigkeit und Hungersnot bedroht.

Fluten und Dürren beherrschen den Niger

Neben der Förderung von Jugendlichen hilft der ASB den Menschen in Niger deshalb mit Bargeld oder versorgt sie mit sauberem Wasser.

Denn Niger liegt entlang der Sahelzone und ist durch Extremwetterereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen geprägt. In der Sahelzone ist zwar Wasser vorhanden, allerdings sehr tief unter der Erde.

Brunnen sichern Wasserversorgung

Deshalb bauen Helferinnen und Helfer Brunnen und Wassersysteme, damit die Menschen vor Ort zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt werden können.

Anfang 2022 verteilten Hamissou und das ASB-Team 400 Wasserkanister an 80 Haushalte in zwei Dörfern in einer Gemeinde in der Region Tahoua. Unter ihnen Agali Ousman und seine Familie. Auch ihnen stattet Hamissou einen Besuch ab, um sich zu erkundigen, wie es ihnen geht.

Mit Wasserkanistern Vorräte schaffen

Agali erzählt, dass seine Familie früher ein großes Wasserproblem hatte. Die Frauen mussten jeden Tag mehrere Kilometer mit Eimern zu einem Brunnen laufen, um Wasser zu holen.

"Das war anstrengend", meint Agali und sagt erleichtert: "Mit den Wasserkanistern müssen wir uns nur noch zweimal pro Woche mit frischem Wasser versorgen." Hamissou nickt und lächelt erfreut. "Es ist schön zu hören, dass wir Agalis Familie helfen können."

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
oder online spenden