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Hunger OstafrikaMedikamente, Impfungen und der Blick nach vorn

12-07-2012

action medeor setzt nach Nothilfe auf Weiterbildung der lokalen Kräfte

Die Dürrekatastrophe in Ostafrika im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die Menschen in dieser Region langfristig Unterstützung benötigen. In der ersten Nothilfephase versorgte action medeor zusammen mit seinem lokalen Partner sieben, meist kleine und abgelegene Gesundheitszentren mit einem Einzugsgebiet von 138.000 Menschen in den Dürreregionen der Turkana. Viele der meist halbnomadisch lebenden Menschen konnten in ihrer Heimatregion medizinisch versorgt werden. Damit wurde dem Sog in die großen Flüchtlingscamps an den Grenzen Kenias entgegengewirkt.

Die Lebensbedingungen der Menschen sind auch unabhängig von der Dürre sehr schwer. In den anderen betroffenen Gebieten ist die Gesundheitsversorgung ebenfalls schlecht. Viele sind aufgrund der Mangelernährung und der schlechten Hygienebedingungen so geschwächt, dass leichte Erkrankungen einen schweren Verlauf nehmen können. Die Verfügbarkeit der richtigen Medikamente und die korrekte Diagnostik sind für viele Patienten oft entscheidend. Denn haben die geschwächten Menschen den oft tagelangen Weg in die kleine Gesundheitsstation geschafft, müssen sie dort auch tatsächlich Hilfe finden.

action medeor und die Experten des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) arbeiten gemeinsam an der Frage, welche Maßnahmen in den ländlichen Gesundheitsstationen in Nordkenia die gesundheitliche Situation der Menschen konkret und langfristig verbessern können. Eine der größten Herausforderungen dabei ist die Bewältigung der großen Entfernungen über fast nicht vorhandene Wegenetze und der damit erschwerte Transport von Menschen und Material.

action medeor, Difäm und der lokale Partner African Inland Church (AIC) wählten inzwischen in den Regionen Turkana, Pokot und Marsabit neun Basisgesundheitsstationen mit einem Einzugsgebiet von 198.000 Menschen aus, die über die kommenden beiden Jahre gezielt unterstützt werden. Die Maßnahmen für jede einzelne Station sehen ganz unterschiedlich aus. In Namarey ist eine unabhängige Wasserversorgung durch einen neuen, mindestens 150 Meter tiefen Brunnen nötig, um den Betrieb der Station überhaupt erst zu ermöglichen. Hier gibt es lediglich eine Viehtränke und eine Lebensmittelverteilstation des UN-Welternährungsprogramms, ein wichtiger Knotenpunkt mitten in der Halbwüste.

Zusammenarbeit mit „Tierärzte ohne Grenzen“


Durch das enge Zusammenleben von Mensch und Tier und den durchaus üblichen Verzehr von nicht abgekochter Milch, von Blut und rohem Fleisch kommt es häufig zu Übertragung von Tierkrankheiten wie Brucellose, was zu Fieber, chronischen Entzündungen und Schmerzen führt. Im Projekt sind daher abgestimmte Impfkampagnen mit der Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“ sowohl für die Herden als auch die Menschen vorgesehen. Gleichzeitig werden die Menschen über Gesundheitsrisiken aufgeklärt und können untersucht werden. Krankenschwestern aus den Gesundheitsstationen fahren zur Behandlung auch in Schulen und weit abgelegene Orte, um die Menschen direkt zu behandeln und über Gesundheitsrisiken aufzuklären. Ebenso wird die Weiterbildung des Gesundheitspersonals selbst von zentraler Bedeutung sein. Hier soll die Diagnostik zum Beispiel im Bereich Malaria kontinuierlich verbessert werden. Die Zusammenarbeit mit der kenianischen Mission for Essential Drugs and Supplies (MEDS) wird außerdem die Belieferung mit den benötigten Medikamenten und medizinischem Material sicherstellen.

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