Janet und ihre Eltern in traditioneller Massai-Tracht stehen vor dem Haus in Kenia.
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Hunger in AfrikaKenia: Kein Zurück für Janet

21-04-2017

von ADRA

Zwangsverheiratung mit 9 Jahren

Janets Geschichte beginnt sehr traurig. Sie wuchs mit acht Geschwistern auf einem der ärmsten Höfe in Kajiado County in Kenia auf. Mit neun Jahren sollte sie mit einem 60-jährigen Mann zwangsverheiratet werden. Das ist gängige Praxis in der Massai-Kultur. Denn durch die Heirat wäre die Familie wirtschaftlich abgesichert. Mit den wenigen Ziegen und Kühen, die sie besitzen, können sie sich selbst kaum versorgen. Massai sind Viehzüchter. Milch und Fleisch sind ihre Lebensgrundlage.

Eine Entscheidung, die Janets Leben veränderte

Janet hatte sich immer gewünscht, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu machen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Immer wieder fragte sie ihre Eltern. Aber da ihre Geschwister auch nicht zur Schule gegangen sind, durfte sie auch nicht.

Fest entschlossen, ihrem Schicksal zu entfliehen

Obwohl sie noch jung war, traf sie eine Entscheidung, die ihr Leben völlig veränderte. Zwei Tage vor ihrer Hochzeit flüchtete sie um vier Uhr morgens, bevor alle wach wurden, aus ihrem Dorf. Sie lief vier Kilometer nach Bissil und suchte Schutz in einem öffentlichen Regierungsgebäude. „Nichts konnte mich davon abbringen, Hilfe zu suchen. Ich war fest entschlossen, mich nicht verheiraten zu lassen“, so Janet.

Glück im Unglück

Janet lächelt in die Kamera und kocht Reis in ihrem Haus in Kenia.
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Sie hatte Glück. Die Mitarbeiter der Regierungsbehörde brachten sie am gleichen Tag in das von ADRA unterstützte Rehabilitations- und Rettungszentrum Kajiado. Kajiado liegt etwa 80 Kilometer südlich von Nairobi und bietet Mädchen Schutz, die vor Genitalverstümmelung, Gewalt und Zwangsverheiratung fliehen. Janet fand dort ein Zuhause und konnte die Schule besuchen. Mittlerweile hat sie die Grundschule abgeschlossen und besucht jetzt das letzte Jahr der Sekundarstufe. Anschließen möchte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. „Ohne die Hilfe von ADRA wäre ich jetzt Analphabetin und Mutter von mindestens sieben Kindern. Meine Eltern entschuldigten sich bei mir für das, was sie mir antun wollten“, berichtet Janet. Die Situation ihrer Eltern bedrückt sie sehr. 

ADRA leistet Nothilfe in der Region

Kajiado County gehört zu den 23 Distrikten Kenias, die sehr stark von Dürre betroffen sind. Während Janet im Mädchenheim Kajiado regelmäßige Mahlzeiten erhält, können sich ihre Familienmitglieder nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Menschen sind abhängig von der Viehwirtschaft, doch aufgrund der Dürre sind viele Tiere verendet. Millionen Männer, Frauen und Kinder sind akut vom Hungertod bedroht. ADRA versorgt in Bissil die am stärksten gefährdeten Familien mit Nahrungsmittelpaketen und Trinkwasser. Janets Familie ist eine von ihnen. Sie erhalten monatliche Rationen mit Maismehl, Weizenmehl, Reis, Bohnen, Pflanzenöl, Zucker und Salz.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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