Hunger in AfrikaHunger im Südsudan: Wie Gisma hilft

15-08-2019

von Johanniter/Aktion Deutschland Hilft

Es war ein Tag im Juni, an dem sich für Gisma Peter alles änderte. An diesem Tag musste die 32-Jährige ihr Zuhause verlassen. Mit ihrer Familie hatte sie schon zuvor im Armut gelebt. Doch der Bürgerkrieg machte alles noch schlimmer. Das kleine Haus, die Felder – alles zerstört. Gewalt und Hunger bestimmten ihren Alltag. Es ging nur noch ums Überleben.

Als Mutter im Bürgerkriegsland Südsudan

Gisma stammt aus dem Südsudan, dem jüngsten Staat der Erde. Seit Dezember 2013 herrscht Krieg in dem afrikanischen Land. Fast sieben Millionen Kinder, Frauen und Männer wissen nicht, wie sie satt werden sollen. Jeder dritte Südsudanese ist auf der Flucht. So wie Gisma.

Mit letzter Kraft erreichten sie und ihre vier Kinder eines der wenigen Auffanglager nahe der Stadt Wau. Verzweifelt und völlig durchnässt – sie flohen inmitten der Regenzeit. Sie habe vor dem Nichts gestanden, berichtet die junge Mutter. Doch das sollte sich bald ändern.

Eine wichtige Stütze für Frauen und Kinder im Auffanglager

Schon kurz nach ihrer Ankunft erfuhr Gisma von einem Programm der Hilfsorganisation Johanniter, Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft. Ein Schwerpunkt der international tätigen Organisation im Südsudan: gesunde Ernährung für Mütter und Kinder. Damit kennt sich Gisma aus – und erhielt die Chance, ihr Wissen als Mutter im Rahmen eines Hilfsprojektes an andere Frauen weiterzugeben.


"Als freiwillige Gesundheitshelferin der Johanniter helfe ich nun unterernährten Kindern und ihren Müttern", sagt Gisma. Sie klärt Frauen über Hygiene und Ernährung auf. Damit hilft sie ihnen sehr: Viele Frauen im Südsudan sind auf sich allein gestellt und dringend auf Unterstützung angewiesen.

Warum Frauen in der Humanitären Hilfe so wichtig sind

Die Vereinten Nationen schätzen, dass das weltweit rund 142 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind. Hunderttausende Helfer sind für sie im Einsatz, viele davon sind Männer. Warum auch Frauen eine wichtige Rolle spielen, erklärt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft: "In vielen Gesellschaften haben Frauen nach wie vor weniger Rechte als Männer", sagt sie. Umso entscheidender sei es, sich für Helferinnen stärker einzusetzen: damit sie zum Beispiel anderen Frauen in Notlagen eine Stimme geben können, so Roßbach.


Frauen spielen außerdem eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Hunger und Armut. In Entwicklungsländern produzieren sie etwa 80 Prozent der Nahrungsmittel. Oft herrschen gerade in ärmeren Ländern schlechte Hygienebedingungen. Das ist für Frauen deutlich problematischer als für Männer. Dass dafür oft das Verständnis fehlt, hat Gisma bei ihrer Tätigkeit erfahren.

Helfen in Krisenregionen: Keine einfache Aufgabe

Bei ihrer Arbeit als Gesundheitshelferin stellte sie fest: Vielen Frauen ist nicht bewusst, dass beispielsweise das gründliche Händewaschen ansteckenden Krankheiten vorbeugt. Für Mütter mit kleinen Babys kann das eine überlebenswichtige Information sein - gerade in Flüchtlingscamps, wo viele Menschen auf engem Raum leben und sich Viren oder Bakterien rasend schnell ausbreiten.

Auch die richtige Ernährung ist für stillende Frauen und ihre Kinder wichtig. Im Krieg fehlt es an allem; Hunderttausende Kinder im Südsudan drohen zu verhungern. Dafür gibt es viele Warnsignale: Die akute Unterernährung lässt sich mit einem Hungerarmband feststellen. Damit misst auch Gisma vorsichtig die Arme der Kleinsten. Manchmal haben sie nur noch den Durchmesser eines Zwei-Euro-Stücks.

Je mehr Gisma sich damit befasst, umso fester ist sie davon überzeugt, dass ihre Arbeit wichtig für die Gemeinschaft ist. Denn dank der gezielten Beratung von ihr und weiteren Helfern können viele Leben gerettet werden.

Sie zieht Mut aus der Hilfe, die sie anderen gibt

Eines Tages, sagt sie, möchte sie ihre eigenen Kinder gerne zur Schule schicken. Damit sie lernen können und eine Zukunft haben. Auch das Bestellen ihrer Felder vermisst sie. Bis wieder Frieden im Südsudan herrscht und sie mit ihrer Familie ein neues Leben beginnen kann, zieht sie ihren Lebenswillen aus der Hilfe, die sie anderen leistet – Müttern, wie sie selbst eine ist.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden