Hunger in AfrikaGlobaler Preisanstieg trifft Projekte der Johanniter

17-06-2022

von den Johannitern

Die Johanniter sind besorgt über die jüngsten Kürzungen von UN-Programmen wegen fehlender finanzieller Mittel. Auch die Johanniter können ihre Programme aufgrund der gestiegenen Nahrungsmittel-, Öl- und Gaspreise nicht mehr so umsetzen, wie es geplant war. "Wir können nicht mehr alle Menschen erreichen, dabei ist der Bedarf vor allem in Afrika und im Nahen Osten enorm angestiegen", sagt Holger Wagner, Leiter Programme bei der Johanniter-Auslandshilfe.

Steigende Preise: "Millionen Menschen haben keine Wahl mehr"

'Weniger für das gleiche Geld' ist für Millionen Menschen existenzbedrohend. Es bedeutet Hunger, die Ausbreitung von Krankheiten, keine Bildung und Dunkelheit. Viele Familien können sich kaum noch ernähren, ärztliche Behandlungen bezahlen, die Kinder in die Schule schicken oder die Energiekosten decken. "Es ist keine Frage mehr von Verzicht auf eine Sache wie Erdbeeren oder die Fahrt mit dem Auto. Millionen Menschen haben gar keine Wahl mehr", mahnt Wagner.

Der Libanon durchläuft seit dem Zusammenbruch der Wirtschaft im Jahr 2019, der Explosion im Hafen von Beirut und dem Krieg in der Ukraine eine tiefe Krise. 75 Prozent der libanesischen Bevölkerung und 90 Prozent der rund 1,5 Millionen Flüchtlinge im Land leben mittlerweile in Armut. Die durch den Ukraine-Krieg stark gestiegenen Öl- und Nahrungsmittelpreise verschärfen ihre Lage. Denn der Libanon importiert über 90 Prozent seines Getreides aus der Ukraine und Russland. Durch die zerstörten Silos im Beiruter Hafen verfügt das Land zudem nur über geringe Getreidereserven.

Preise für Grundnahrungsmittel im Nahen Osten um das Vierfache gestiegen

"Die Preise für wichtige Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Öl oder Hefe sind bereits um das Vierfache gestiegen", berichtet Vijay Raghaven, Johanniter-Regionalbüroleiter im Nahen Osten. Die Johanniter unterstützen deshalb gemeinsam mit der libanesischen Organisation Naba'a 430 libanesische und Migrantenfamilien sowie Geflüchtete im Land mit Nahrungsmittelpaketen, Hygieneartikeln sowie Bargeld. "Mit dem Bargeldzuschuss können die Familien Schulgeld, Schulmaterialien, medizinische Behandlungen oder Mieten bezahlen", so Raghavan.

Beispiel Südsudan: Mit gleichem Geld weniger Menschen erreichen

Im Südsudan versorgen die Johanniter mit Unterstützung des World Food Programme (WFP) fast 150.000 Menschen über ein Zusatzernährungsprogramm. Der globale Preisanstieg wirkt sich aber auch hier auf die Programme der Johanniter aus. "Mit dem gleichen Geld, das wir für verschiedene Aktivitäten bereitgestellt hatten, können wir weniger beschaffen und somit weniger Menschen unterstützen", beschreibt Jana Jakubikova, Johanniter-Programmverantwortliche im Südsudan, die Situation.

WFP kündigte diese Woche an, dass die Nahrungsmittelhilfen für 1,7 Millionen Menschen im Südsudan gekürzt werden müssen, da die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen. Zwei Drittel der Menschen im Südsudan sind jedoch dringend auf Hilfe angewiesen. Die Gefahr einer Hungersnot steigt.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
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