Kinder in Kenia.

Hunger in AfrikaGewalt, Stillstand, unerfüllte Hoffnungen

28-09-2018

von Aktion Deutschland Hilft

100 Kilometer von der Grenze zum Südsudan entfernt liegen die Flüchtlingslager Kakuma und Kalobeyei in Nordkenia. Hundertausende Menschen leben hier. Sie suchen Schutz vor Krieg, Gewalt, Hunger und Dürre. Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners helfen ihnen, anzukommen.

Meist sind die Camps ihre letzte Zuflucht. Die Bewohner kommen aus dem Südsudan und Somalia, aus Burundi, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo und weiteren Ländern Afrikas. Ein Ende des Flüchtlingsstroms ist nicht Sicht. Die meisten Jungen und Mädchen haben Schreckliches erlebt und benötigen Hilfe bei der Auseinandersetzung mit ihren Erinnerungen. Deshalb arbeiten die Freunde der Erziehungskunst täglich mit den Kindern in den Camps. Viele der lokalen Mitarbeiter sind selbst als Flüchtlinge hergekommen.

So wie der Pädagoge Eric. Er musste aus seiner Heimat Burundi fliehen. Als er klein war, hatte er einen Traum: Lehrer werden. Doch daraus wurde nichts. Denn Rebellen fielen in sein Dorf ein. Eric erinnert sich an jedes Detail. "Sie kamen nachts und nahmen uns Kinder gewaltsam mit." Auch Eric sollte ihnen als Kindersoldat dienen. Unterwegs gelang ihm die Flucht. Nachts kehrt er zu seiner Familie zurück. Die Rebellen hatten seiner Familie Gewalt angetan. "Als Bestrafung für mein Entkommen." Eric musste seine Familie verlassen, um weder sie noch sich in weitere Gefahr zu bringen. Von Burundi über Ruanda und ­Uganda floh er nach Kenia.

Wie Notfallpädagogik in Kenia hilft

Eric arbeitet gern mit den Kindern im Camp, die allzu oft seine Geschichte teilen. Sie spielen, malen und basteln. Das hilft den Jungen und Mädchen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Einer von ihnen ist John. Der Zehnjährige ist aus der DR Kongo geflohen. Er ist Waise und wohnte lange bei Verwandten. Jeden Tag kommt er zum Spielen in den Kindergarten. Dem Team der Notfallpädagogik fiel schnell auf, dass John noch andere Hilfe benötigte: Er hatte immer großen Hunger, und es stellte sich heraus, dass seine Verwandten ihn misshandelten. Die Mitarbeiter setzten alle Hebel in Bewegung, brachten John in ein Schutzzentrum. Mittlerweile lebt er bei einer Pflegefamilie. "Mir geht es sehr gut", sagt der Junge. Auch Eric schöpft neue Hoffnung: "Ich wünsche mir, eines Tages in mein Land zurückzukehren. Dort möchte ich endlich als Lehrer arbeiten und die notfallpädagogischen Methoden, die ich hier gelernt habe, einbringen."

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
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