In Uganda lernen geflüchtete Jugendliche aus dem Südsudan, wie sie Konflikte friedlich lösen.

Hunger in AfrikaFrieden lernen in Uganda

20-09-2018

von World Vision

Im Südsudan tobt ein erbitterter Bürgerkrieg. Viele Kinder und Jugendliche kennen nichts als Gewalt und Hunger. Im friedlichen Nachbarland Uganda suchen sie Zuflucht. Hier erfahren Sie, wie die jungen Flüchtlinge dort außerdem Frieden lernen - dank World Vision.

Verlieren statt gewinnen will gelernt sein

Das Geschrei ist groß. Immer mehr Jugendliche drängen sich um zwei Streithähne, versuchen vermittelnd einzugreifen und die beiden jungen Männer zu trennen. Nach einigem Hin und Her stehen sich die Kontrahenten wie zwei Boxer im Ring gegenüber, jeder in seiner Ecke, umringt von Mitgliedern seines Teams. Doch Ziel dieser Übung ist nicht, den Kampf zu gewinnen. Sondern zu verlieren.

"Es geht darum, unseren Stolz zu überwinden, unser Verhalten grundsätzlich zu ändern. Wenn man so will, bereit zu werden, nicht 'gewinnen' zu müssen in einem Streit. Sondern zu einem friedlichen Ergebnis zu kommen. Mit dem alle leben können."

Nyandeng führt den Peace Club in der Flüchtlingssiedlung Bidibidi an
© World Vision/Uganda


Nyandeng ist 15 und Chefin. Sie führt den Peace Club in der Flüchtlingssiedlung Bidibidi an: Eine Gruppe von 30 jungen Menschen aus drei unterschiedlichen Ethnien aus dem Südsudan. "Wir sind von unterschiedlicher Herkunft, aber hier verstehen wir uns alle als Opfer des Krieges, als Menschen eines Volkes", erklärt Nyandeng.

Frieden lernen kostet Zeit

Bis dieses Verständnis sich entwickelt hat, brauchte es Zeit - und den Peace Club. Hier lernen die jungen Leute, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie spielen Theater, debattieren, entwickeln Strategien, wie sie auch in ihrer Nachbarschaft Streit schlichten können.

Unterstützt werden sie dabei von World-Vision-Mitarbeitern, die in diesem Bereich der Gewaltprävention ausgebildet wurden. Unsere Bündnisorganisation hatte bereits in anderen Konfliktregionen gute Erfahrungen damit gemacht, etwa im Kosovo, Kenia und in Burundi.

Typische Konflikte in der von 300.000 Menschen bewohnten Siedlung Bidibidi sind Streit um Lärm oder um das zugewiesene Feld zum Anbau von Gemüse. Nyandeng sagt: "Noch vor einem halben Jahr endete so etwas schnell in Schlägereien. Heute rufen uns die Streitenden sogar, damit wir vermitteln. Wir versuchen, dass alle Beteiligten zu Wort kommen und sie selber Lösungen vorschlagen. Und das funktioniert!"

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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