Hunger in AfrikaCO2-neutrales Bauen in Uganda

17-10-2019

von Malteser International

"Ich möchte Ingenieur werden und eines Tages wieder in mein Land zurückkehren, um dort zu arbeiten", sagt Emmanuel Muluji. Der 19-Jährige lebt im Rhino Camp im Nordwesten Ugandas. Hier besucht er die Rhino Camp High School. Sein Schulgeld verdient er sich in einem innovativen Bauprojekt, das Malteser International gemeinsam mit einem lokalen Sozialunternehmen ins Leben gerufen hat.

Emmanuel floh als 16-Jähriger vor den anhaltenden Kampfhandlungen aus seiner Heimat Kajo Keji im Südsudan nach Uganda. Seine Eltern waren nicht mehr am Leben. Heute wohnt er im Rhino Camp bei einer Art Vormund, den Emmanuel "Onkel" nennt. "Mein Onkel arbeitet als Farmer, es gibt hier kaum andere Arbeit.

Flüchtlinge stellen Uganda vor Herausforderungen

Es ist sehr schwer für ihn, meine Schulgebühren und die Kosten für Bücher, Kleidung und Schreibmaterial zu bezahlen", erzählt er. Die 1,3 Millionen Flüchtlinge – die meisten wie Emmanuel aus dem Südsudan – stellen Uganda vor enorme Herausforderungen. Es gibt nicht genügend Unterkünfte. Der lokale Arbeitsmarkt ist unter Druck. Insbesondere Jugendlichen mangelt es an Arbeitsmöglichkeiten und Perspektiven. Zusätzlich fehlt es an Schulen. Auch die medizinische Versorgung mit Kliniken ist mangelhaft.

Hilfsprojekt schafft Perspektiven

Wegen der Flucht musste Emmanuel seine Schulausbildung unterbrechen. Heute besucht er die Rhino Camp High School. Sein Schulgeld verdient er sich, indem er während der Ferien auf Baustellen des lokalen Sozialunternehmens Impact Building Solutions Foundation arbeitet. Malteser International hat gemeinsam mit dem lokalen Kooperationspartner ein innovatives Projekt in Uganda gestartet, das jungen Erwachsenen wie Emmanuel einen Arbeitsplatz gibt und gleichzeitig die Umweltbelastung in der Region verringert.

Neue Arbeitsplätze für Menschen in Uganda

Und wie geschieht das? Mit Reisstroh – einem in Uganda häufig entstehendem Abfallprodukt in der Landwirtschaft, das, in Form gepresst, als Reisstrohpaneele beim Bau von Gebäuden weiterverwertet werden kann. Bislang wurde Reisstroh nach der Ernte von den Bauern verbrannt, was einen hohen CO2-Ausstoß verursachte. Mit der Wiederverwertung entfallen die Emissionen.

Die Produktion der Reisstrohpaneele bietet darüber hinaus eine umweltschonende Alternative zur in Uganda vorherrschenden Ziegelsteinbauweise. Denn Ziegel verbrauchen in der Herstellung große Mengen an Brennholz und Wasser und schaden damit massiv der Umwelt. Mit der Produktion des neuartigen Baumaterials entstehen in der Region neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Zudem hilft der Verkauf von Reisstroh den Bauern, zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften und stärkt damit die lokale Wertschöpfungskette.

Emmanuel blickt nach vorne

In der Ortschaft Lolim wurde im August dieses Jahres bereits die erste Fabrik eröffnet. Bei voller Auslastung bietet sie 100 Menschen eine Einkommensmöglichkeit. Weitere 900 Menschen sollen zukünftig in Bauprojekten beschäftigt werden. Emmanuel profitiert doppelt von dem innovativen Projekt der Malteser. Denn im letzten Jahr hat er geholfen, einen Anbau an seiner Schule zu errichten.

"Ich habe schon genug verdient, um das Schulgeld für das kommende Schuljahr zu bezahlen und mir Bücher und die Schuluniform zu kaufen", berichtete Emmanuel damals. Auch in diesem Sommer arbeitet er wieder auf einer Baustelle, um das kommende Schuljahr zu finanzieren. Dieses Mal hilft er, in Omugo eine Geburtsklinik zu bauen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
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