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Hunger OstafrikaChepsetem kann wieder sehen

23-05-2012

Es ist ein guter Tag für Chepsetem Longok aus Kenia. Sie hat ihr eigenes, ganz persönliches Wunder erlebt. Nach fünf Jahren Blindheit durch Katarakte (Grauer Star) in beiden Augen kann die 60-Jährige nach einer Augenoperation erstmals wieder sehen.

Zwei Stunden dauert der Fußmarsch vom Heimatdorf Nasal über staubige Pisten nach Alale. Voller Hoffnung kommt die blinde Chepsetem mit ihrer Enkeltochter an. Denn sie hat gehört, dass die Johanniter und ihr lokaler Partner „AIC“ hier Augenoperationen durchführen. Chepsetem hofft, ihr Augenlicht zurückzugewinnen.

Chepsetem Longok lebt mit ihrem Sohn und ihren Enkeln in Nasal. Ihr Vieh ist während der Dürre verhungert. Einige Tiere wurden gestohlen. Jetzt lebt die Familie vom Mais- und Hirseanbau. Es ist harte Arbeit - die Felder müssen bestellt, die Ernte eingeholt und verarbeitet werden. Seit fünf Jahren sieht Chepsetem die Welt wie durch einen dicken, grauen Schleicher. Nur aus nächster Nähe und schemenhaft kann sie Dinge und Menschen erkennen. So kann sie nur noch einfache Aufgaben übernehmen.

Im Nordwesten Kenias an der Grenze zu Uganda, befindet sich das AIC Gesundheitszentrum Alale im Distrikt Nord-Pokot. Hier untersuchen, behandeln und operieren die Johanniter vier Tage lang Patienten mit Augenkrankheiten. "Viele Augenkrankheiten werden durch zu wenig und schmutziges Wasser, beispielsweise durch Schmierinfektionen verursacht", erklärt Amos Liangor, Leiter des Gesundheitszentrums Alale und Krankenpfleger mit Zusatzausbildung in Augenheilkunde.

Chepsetem wird als erste Patientin operiert. Zuerst am linken Auge. Einen Tag später ist das rechte Auge dran. Bei der Katarakt-Operation wird die trübe kranke Linse durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Operation dauert nur ungefähr 20 Minuten. "In der Regel kann die Sehkraft komplett wieder hergestellt werden", berichtet Ronald Wanyonyi vom Sabatia Eye Hospital. Er operiert Chepsetem. Bereits einen Tag nach dem Eingriff wird die Augenbinde abgenommen. Endlich kann die 60-Jährige wieder sehen.

Das sechsköpfige medizinische Team des Sabatia Eye Hospital hat innerhalb von vier Operationstagen in Alale insgesamt 310 Patienten untersucht und 267 Augenoperationen durchgeführt: 127 Katarakte (Grauer Star), 137 Trachome und drei Augenektomien. "Dies ist die höchste Zahl an Operationen, die bei einem solchen Outreach gemeinsam mit unserem Projektpartner AIC Health Ministries je erreicht wurde“, sagt Magdalena Kilwing, die Leiterin des Regionalbüros in Nairobi. Im Rahmen des Projekts sind zwölf Outreaches mit insgesamt 500 Operationen geplant. "Nach Alale ist abzusehen, dass diese Zahl bei weitem übertroffen wird", so Kilwing.

Das im Januar 2012 gestartete zwölfmonatige Projekt zur Verringerung vermeidbarer Blindheit durch Vorsorgemaßnahmen, medizinische Behandlung und Augenoperationen wird von Aktion Deutschland Hilft mit 257.000 Euro finanziert.

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