von Aktion Deutschland Hilft
Vier Jahre nach der Eskalation des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 erreicht die Zermürbung der Menschen und die Zerstörung ihres Landes neue Dimensionen. Die Bevölkerung erlebt den bisher härtesten Kriegswinter.
Nur zwei Stunden Strom pro Tag
Der Hilfsbedarf ist enorm: Laut der UN waren 2025 rund 12,7 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen. Doch humanitäre Hilfe zu leisten wird immer gefährlicher und schwieriger, betonen Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft.
Traumata, Angst, Stress und Erschöpfung sind zu ständigen Begleitern der Menschen geworden, die täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben in diesem besonders kalten Winter massiv zugenommen, sodass es nur zwei Stunden pro Tag Strom gibt und in manchen Wohnungen eisige zehn Grad herrschen.
Kein geregelter Schulbetrieb mehr
Die Kälte wird zur Waffe. Die Menschen erleben außerdem, wie ihre vertraute Welt Stück für Stück wegbricht: Sie haben ihre Arbeitsplätze durch den Krieg verloren, und viele Kinder kennen seit Jahren keinen geregelten Schulbetrieb mehr.
Häusliche Gewalt steigt infolge der hohen Stressbelastung. Chronische Leiden wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen – sogar bei Kindern – deutlich zu. Doch Medikamente sind knapp und mittlerweile teuer.
“Humanitäre Hilfe dringlicher denn je”
“Vor diesem Hintergrund ist humanitäre Hilfe dringlicher denn je”, mahnt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft. Hilfe, die die Bündnisorganisationen weiterhin leisten: Ein Fokus liegt auf psychosozialer und therapeutischer Hilfe für traumatisierte Kinder und Erwachsene und der Behandlung chronischer Krankheiten.
Die Johanniter beispielsweise leisten medizinische Hilfe für Menschen mit Infektionskrankheiten und schweren Erkrankungen. Mobile Apotheken und Arztpraxen von action medeor erreichen die Kranken selbst in entlegenen Dörfern – eine mobile Apotheke fährt in der Region Cherson bis zwei Kilometer an die Frontlinie heran, um Patient:innen zu versorgen.
Langfristige Hilfe gefragt
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Winterhilfe: Tragbare Öfen lindern die Kälte, und in Wärmezelten, die unter anderem der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt, können sich Menschen aufwärmen, einen heißen Tee trinken, etwas essen und ihr Handy aufladen.
Dabei hat sich die Hilfe im Laufe der Zeit verändert: Zu Kriegsbeginn stand akute Nothilfe im Vordergrund: Wasser, Nahrung, Notunterkünfte, Medikamente. Mit der wachsenden Erkenntnis, dass die Kämpfe kein kurzfristiges Ereignis sind, fassten die Bündnisorganisationen ihre Hilfe weiter und langfristiger: Sie fördern beispielsweise Kleinunternehmen und bilden lokale Helfer:innen und Institutionen fort.
So verbindet ein Projekt von World Vision auf 1.200 km entlang der Frontlinie akute Nothilfe (Nahrung, Wasser) mit längerfristigen Elementen (Schutzräume für Kinder, Fortbildungen für Jugendliche).
Bündnisorganisationen halfen bereits elf Millionen Menschen
Diese Hilfe wird ermöglicht durch eine überwältigende Anteilnahme der Menschen in Deutschland: Seit dem 24. Februar 2022 sind 300 Millionen Euro unter dem Stichwort Nothilfe Ukraine bei Aktion Deutschland Hilft eingegangen.
Der Spendenaufruf ist damit der spendenstärkste in der 25-jährigen Geschichte des Bündnisses. Dank dieser beispiellosen Solidarität erhielten bisher rund elf Millionen Menschen Hilfe.
Kürzungen auch in der Ukraine spürbar
Doch die Kürzungen der institutionellen Gelder für humanitäre Hilfe sind aktuell auch in der Ukraine spürbar. So unterstützte CARE in Kramatorsk mobile medizinische Teams, die Patient:innen in abgelegenen Regionen palliativ versorgten.
Ohne weitere Finanzierung müssen diese Besuche eingestellt werden. AWO International hat die Hilfe in abgelegenen, ländlichen Gebieten reduziert.
Humanitäre Helfer:innen stehen unter Druck
Auch der Druck auf humanitäre Helfer:innen hat ein neues Ausmaß erreicht. Denn die Sicherheitslage in vielen Projektgebieten hat sich massiv verschlechtert. Das erschwert den Zugang zu frontnahen Gebieten. So gerieten 2025 in Cherson zwei Helfer einer Partnerorganisation von action medeor unter Drohnenbeschuss – sie starben beim Versuch, Trinkwassertanks für die Stadtbewohner aufzufüllen.
Hinzu kommt, dass auch Helfer:innen den harten Lebensbedingungen vor Ort ausgesetzt sind: Der Strommangel erschwert ihre Arbeit. Und viele übernachten derzeit im Büro ihrer Hilfsorganisation, weil es der einzige beheizte Raum ist.
David El Haidag, Programmmanager für die Ukraine von Help – Hilfe zur Selbsthilfe, resümiert: “Mit lokalen Partnerorganisationen leisten wir auch in Frontnähe Nothilfe, doch fehlende Mittel und die prekäre Sicherheitslage erschweren unsere Arbeit.”
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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