Hungerkatastrophe JemenHäufig gestellte Fragen zu der Hungerkatastrophe im Jemen

von Aktion Deutschland Hilft

Im Jemen sind mehr als 24 Millionen Kinder, Frauen und Männer dringend auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Das sind 80 Prozent der Bevölkerung. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage der Menschen im Jemen.

Aktion Deutschland Hilft leistet Nothilfe im Jemen. Unsere Bündnisorganisationen arbeiten dabei eng mit lokalen Partnern zusammen. Das Ziel: gemeinsam Leben retten. Helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende!

FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Jemen

Wie ist die aktuelle Lage im Jemen und wie ist dort trotz Bürgerkrieg Hilfe möglich? Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Krise im Jemen finden Sie hier. (letztes Update: August 2020)

Wie ist die aktuelle Situation im Jemen?

Seit 2015 wüten schwere Kämpfe im Jemen. Leidtragend ist vor allem die Zivilbevölkerung. Hunderttausende Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Mehr als 24 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Darunter sind mehr als 12 Millionen Kinder.

Schon vor Beginn des Bürgerkriegs war der Jemen ein armes Land. Ausbleibende Gehälter und steigende Preise für lebenswichtige Güter zwingen immer mehr Menschen in die absolute Armut. Es herrscht eine Hungersnot. Tankstellen, Geschäfte, Schulen und Banken sind geschlossen, Krankenhäuser zerstört oder überfüllt. Kriminalität und Unruhen nehmen zu.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Cholera. Die hochansteckende Krankheit breitet sich rasend schnell aus. Vor allem für Kinder, ältere und geschwächte Menschen kann die Krankheit tödlich enden.

Seit 2020 verschärft die Corona-Pandemie die Situation im Jemen. Mit einem massiven Ausbruch von COVID-19 wäre das Gesundheitssystem hoffnungslos überfordert.

Zahlen & Fakten: Wie viele Menschen sind betroffen?

Die Not im Jemen ist groß. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Katastrophe der Welt.

  • Mehr als 24 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Darunter sind mehr als 12 Millionen Kinder
  • Das sind 80 Prozent der Bevölkerung, die die Vereinten Nationen auf 30,5 Millionen schätzt
  • Mehr als 20 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Die Hälfte davon ist akut bedroht. Sie wissen nicht, woher sie die nächste Mahlzeit oder sauberes Trinkwasser bekommen
  • Mehr als 300.000 Kinder im Jemen sind akut unterernährt
  • 17,9 Millionen Menschen sind auf medizinische Hilfe angewiesen
  • Mehr als 11 Millionen Menschen benötigen dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Mehr als 3,7 Millionen Menschen mussten seit Kriegsbeginn ihr Zuhause verlassen
  • Jährlich werden Hunderttausende zur Flucht gezwungen; die meisten suchen innerhalb des Landes Schutz vor dem Krieg


Quelle: UN OCHA, Humanitarian Response Plan, Juni 2020

Wie ist im Jemen humanitäre Hilfe möglich?

Grenzschließungen verschärfen die Lage immer wieder massiv. Dringend benötigte Hilfsgüter erreichen die notleidende Bevölkerung dann nur schwer. Die im Land produzierten Lebensmittel beispielsweise genügen nicht, um alle Menschen zu versorgen. Der Jemen ist stark vom Import abhängig.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft haben noch Vorräte für die Menschen im Land. Mitarbeiter sind vor Ort, um die Kinder, Frauen und Männer zu versorgen. Dabei arbeiten sie eng mit lokalen Partnern vor Ort zusammen. Die Menschen erhalten zudem finanzielle Unterstützung, um sich die steigenden Lebensmittelpreise leisten zu können.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Hilfsorganisationen unseres Bündnisses stehen den Menschen vor Ort zur Seite.

  • Wir versorgen Familien mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln – in Zeiten von Corona ist das besonders wichtig
  • Wir leisten den Menschen im Jemen medizinische Hilfe, versorgen unterernährte Kleinkinder sowie Patienten, die an Cholera oder Corona erkrankt sind
  • Wir versorgen Gesundheitszentren mit dringend benötigten Medikamenten und medizinischem Material
  • Wir unterstützen die Aus- und Weiterbildung medizinischen Personals
  • Wir helfen Binnenvertriebenen, eine sichere Unterkunft zu finden
  • Wir stehen Menschen zur Seite, die aufgrund ihres Alters oder von Behinderungen auf besondere Unterstützung angewiesen sind
  • Wir ermöglichen Familien psychosoziale Unterstützung
  • Wir unterstützen die Menschen im Jemen mit Bargeld, damit sie sich selbst mit dem Nötigsten versorgen können


Helfen Sie uns, den Menschen im Jemen zu helfen – jetzt mit Ihrer Spende!

Was benötigen die Menschen jetzt am dringendsten?

Ein großes Problem in den stark umkämpften städtischen Gebieten ist die Wasserversorgung. Viele Wasseraufbereitungsanlagen und Leitungen wurden zerstört. Zudem haben sich die Preise für Grundnahrungsmittel seit Beginn des Konflikts stark erhöht und viele Menschen leiden extremen Hunger. Sie brauchen jetzt eine zuverlässige Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie finanzielle Unterstützung, um sich trotz steigender Preise versorgen zu können.

Vor allem Kinder sterben an Krankheiten wie Cholera, die leicht zu behandeln sind, oder denen man etwa mit einer Impfung vorbeugen kann. Daher und aufgrund von COVID-19 sind Hygieneartikel und Medikamente besonders wichtig. Die zerstörte Infrastruktur macht den Transport von Gütern über Häfen und Straßen schwierig, teuer und zeitintensiv.

Wie ist die Versorgungslage?

Die Versorgungslage ist in umkämpften Gebieten besonders schwierig. Lebensmittel werden knapp und die Preise steigen. Zudem fehlt es an Benzin, mit dem Fahrzeuge und Brunnenpumpen betrieben werden.

Auch sind durch die Kämpfe viele Gebäude und Straßen zerstört. So dauert es oft lange, bis die Menschen in die größeren Städte gelangen, um dort einzukaufen, oder sich medizinisch versorgen zu lassen. In entlegene Regionen kommt die Hilfe teils nur sehr langsam.

Grenzschließungen verschärfen die Lage immer wieder massiv, da dringend benötigte Hilfsgüter die notleidende Bevölkerung dann nur schwer erreichen. Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft haben jedoch noch Vorräte für die Menschen im Land und Mitarbeiter sind vor Ort, um die Kinder, Frauen und Männer zu versorgen. Sie arbeiten außerdem eng mit lokalen Partnern zusammen.

Gibt es auch im Jemen Corona-Infektionen?

Im Juni 2020 wurden die ersten Corona-Infektionen im Jemen bekannt. Auch internationale Hilfsorganisationen berichten von zunehmenden COVID-19-Erkrankungen. Trotz fehlender Dokumentation befürchten Experten, dass sich das Virus bereits erheblich im Jemen ausgebreitet hat.

Mit einem massiven Ausbruch der Krankheit wäre das Gesundheitssystem des Landes massiv überfordert. Hygiene- und Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung des Virus sind in dem Bürgerkriegsland äußerst schwierig umzusetzen.

Ich möchte gerne selbst in den Jemen reisen und helfen – welche Möglichkeiten gibt es?

Zunächst ist es überaus schwierig, in den Jemen zu reisen. Visagenehmigungen dauern extrem lange und die Flughäfen sind, wenn überhaupt, nur für bestimmte Personengruppen geöffnet. Zudem stellt die zunehmende Komplexität der Rahmenbedingungen in der humanitären Hilfe hohe Anforderungen an die Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Helfer vor Ort. Daher wird für die Mitarbeit in der humanitären Hilfe eine Vielzahl von Qualifikationen und Kompetenzen erwartet, die in der Regel nur durch langjährige Praxiserfahrung und spezielle Trainings erworben werden.

Andere entsenden ausgebildete Spezialisten aus Deutschland nur auf Nachfrage ihrer Partnerorganisation und nur als kurzfristige Berater oder in Abstimmung mit den Behörden vor Ort.

Angesichts der Not der Menschen möchte ich nicht mit Geld, sondern Sachspenden helfen – wie geht das?

Häufig sind gespendete Gegenstände wie Kleidungsstücke oder Haushaltgegenstände nicht an die im Krisengebiet vorherrschenden kulturellen Gewohnheiten angepasst. Unsere Bündnisorganisationen vor Ort wissen genau, was wo in welcher Anzahl gebraucht wird und können den Bedarf dann durch entsprechende Hilfsgüter decken, die bevorzugt auf dem lokalen Markt beschafft werden.

Dies hat den Vorteil, dass die Hilfsgüter schneller verfügbar sind und keine weiten Transportwege zurückgelegt werden müssen. Außerdem wird so die lokale Wirtschaft gestärkt.

Der Transport durch Einzelspenden zusammengetragener Hilfsgüter bereitet eher Probleme als Nutzen. Zudem übersteigen die Transportkosten möglicherweise den eigentlichen Warenwert. Da es nicht möglich ist, den Inhalt jedes Päckchens zu überprüfen, können auch keine korrekten Ladepapiere erstellt werden, die für den Grenzübertritt notwendig sind. Dadurch können die Einfuhrbestimmungen der Länder nicht beachtet werden.

Eine Möglichkeit, die Menschen im Jemen aktiv zu unterstützen, ist eine Spendenaktion – jetzt mehr erfahren!


Aktion Deutschland Hilft, Bündnis von 23 starken Hilfsorganisationen, stehen den Menschen im Jemen zur Seite. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Danke, dass Sie helfen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden