Hungerkatastrophe JemenHäufig gestellte Fragen zu der Hungerkatastrophe im Jemen

von Aktion Deutschland Hilft

Im Jemen sind mehr als 20 Millionen Kinder, Frauen und Männer dringend auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Das sind zwei Drittel der Bevölkerung. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage der Menschen.

Aktion Deutschland Hilft leistet Nothilfe im Jemen. Unsere Bündnisorganisationen arbeiten dabei eng mit lokalen Partnern zusammen. Das Ziel: gemeinsam Leben retten. Helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende!

FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Jemen

Wie ist die aktuelle Lage im Jemen? Wie ist dort trotz Bürgerkrieg Hilfe möglich? Und wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf das Land aus? Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Krise im Jemen finden Sie hier. (letztes Update: März 2021)

Wie ist die aktuelle Situation im Jemen?

Seit 2015 wüten schwere Kämpfe im Jemen. Leidtragend ist vor allem die Zivilbevölkerung. Hunderttausende Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Mehr als 20 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe, darunter sind mehr als 11 Millionen Kinder. Insgesamt sind das zwei Drittel der Gesamtbevölkerung.

Schon vor Beginn des Bürgerkriegs war der Jemen ein armes Land. Ausbleibende Gehälter und steigende Preise für lebenswichtige Güter zwingen immer mehr Menschen in die absolute Armut. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung braucht dringend Nahrungsmittel. Laut den Vereinten Nationen steht das Land 2021 vor der schlimmsten Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat. In manchen Regionen ist jedes vierte Kind unter fünf Jahren akut unterernährt.

Viele Tankstellen, Geschäfte, Schulen und Banken sind geschlossen, ein Großteil der Gesundheitseinrichtungen ist zerstört oder überfüllt. Kriminalität und Unruhen nehmen zu. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Krankheiten wie Cholera. Sie ist hochansteckend und breitet sich rasend schnell aus. Vor allem für Kinder, ältere und geschwächte Menschen kann sie tödlich enden. Mit einem massiven Ausbruch von COVID-19 wäre das Gesundheitssystem hoffnungslos überfordert, nur jedes zweite Krankenhaus ist funktionsfähig.

Zahlen & Fakten: Wie viele Menschen sind betroffen?

Die Not im Jemen ist groß. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Katastrophe der Welt.

  • Mehr als 20 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe, darunter sind mehr als 11 Millionen Kinder. Das sind zwei Drittel der Bevölkerung.
  • Mehr als 16 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. In manchen Regionen ist jedes vierte Kind unter fünf Jahren akut unterernährt, das sind Hunderttausende Mädchen und Jungen.
  • Innerhalb des Landes sind mehr als vier Millionen Menschen auf der Flucht. Sie leben häufig in informellen Camps, ihr Zugang zu Wasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung ist stark eingeschränkt.
  • Seit Beginn des Krieges 2015 wurden 40 Prozent aller Wohnungen beschädigt. 
  • Nur die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, etwa zehn Prozent haben regelmäßig Strom.
  • 80 Prozent der Jemenit:innen leben unterhalb der Armutsgrenze, die Wirtschaft ist seit Kriegsbeginn 2015 um mehr als die Hälfte geschrumpft.
  • Expert:innen schätzen, dass sechs Jahre Krieg das Land in seiner Entwicklung um 21 Jahre zurückgeworfen haben.
  • Viele Auswirkungen des Klimawandels sind im Jemen deutlich zu spüren. Es kommt häufig zu Dürre, extremen Überschwemmungen, Niederschlägen und Stürmen. 


Quelle: UN OCHA, Humanitarian Response Plan (Stand: März 2021)

Wie ist die Lage der Binnenvertriebenen im Jemen?

Im Jemen gibt es mehr als vier Millionen Binnenvertriebene; also Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind. Jedes Jahr zwingt die andauernde Gewalt Zehntausende dazu, ihr Zuhause zu verlassen. Seit Beginn des Krieges sind 40 Prozent der Wohnungen in den Städten beschädigt worden.

Die Flüchtlinge leben in mehr als 1.600 Camps. Häufig handelt es sich um informelle Siedlungen, wo die Menschen nur eingeschränkten Zugang zu Wasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung haben. Weniger als zehn Prozent der Binnenvertriebenen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Das Risiko, sich mit ansteckenden Krankheiten wie Cholera oder COVID-19 zu infizieren, ist hoch.

Wie ist im Jemen humanitäre Hilfe möglich?

Immer wieder kommt es zu Grenzschließungen, die die Lage verschärfen. Dringend benötigte Hilfsgüter erreichen die notleidende Bevölkerung dann nur schwer. Die im Land produzierten Lebensmittel genügen nicht, um alle Menschen zu versorgen. Der Jemen ist stark vom Import abhängig.

Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft haben Vorräte für die Menschen im Land. Mitarbeiter:innen sind vor Ort, um die Kinder, Frauen und Männer zu versorgen. Dabei arbeiten sie eng mit lokalen Partnern vor Ort zusammen. Die Menschen erhalten zudem finanzielle Unterstützung, um sich die steigenden Lebensmittelpreise leisten zu können.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Hilfsorganisationen unseres Bündnisses stehen den Menschen im Jemen seit vielen Jahren zur Seite.

  • Wir verteilen Lebensmittel und sauberes Trinkwasser an bedürftige Familien
  • Wir helfen unterernährten Kindern und stillenden Müttern
  • Wir beliefern Krankenhäuser mit Medikamenten und verteilen Hilfsgüter wie Prothesen
  • Wir verteilen Kleidung, Handschuhe und Masken, damit sich Helfer:innen vor COVID-19 schützen können
  • Wir versorgen Familien mit Hygienesets und verteilen Hygieneartikel an Frauen und Mädchen
  • Wir klären die Menschen darüber auf, wie sie sich vor dem Coronavirus und anderen Krankheiten schützen können
  • Wir unterstützen Binnenvertriebene, etwa mit warmer Kleidung für die Wintermonate
  • Wir verbessern den Zugang zu Trinkwasser und installieren Brunnen und Abwassersysteme
  • Wir ermöglichen Kindern den Schulbesuch und Jugendlichen eine Berufsausbildung
  • Wir unterstützen Frauen dabei, mit selbstgemachten Produkten ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften
  • Wir schulen Landwirt:innen in nachhaltigen Anbaumethoden und unterstützen mit Nutztieren
  • Wir errichten Schutzhäuser für Frauen und klären über geschlechterspezifische Gewalt auf
  • Wir leisten den Menschen psychosoziale Unterstützung
  • Wir klären Kinder und Erwachsene über die Gefahr durch Landminen auf  
  • Wir achten darauf, dass die Hilfe bei besonders Schutzbedürftigen – Kinder, Frauen und ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung – ankommt

Helfen Sie uns, den Menschen im Jemen zu helfen – jetzt mit Ihrer Spende!

Was benötigen die Menschen jetzt am dringendsten?

Ein großes Problem in den stark umkämpften städtischen Gebieten ist die Wasserversorgung. Viele Wasseraufbereitungsanlagen und Leitungen wurden zerstört. Zudem haben sich die Preise für Grundnahrungsmittel seit Beginn des Konflikts stark erhöht und viele Menschen leiden extremen Hunger.

Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage im Jemen weiter verschlechtert. Sie brauchen jetzt eine zuverlässige Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie finanzielle Unterstützung, um sich trotz steigender Preise versorgen zu können.

Vor allem Kinder sterben an Krankheiten wie Cholera, die leicht zu behandeln sind, oder denen man etwa mit einer Impfung vorbeugen kann. Daher und aufgrund von COVID-19 sind Hygieneartikel und Medikamente besonders wichtig. Die zerstörte Infrastruktur macht den Transport von Gütern über Häfen und Straßen schwierig, teuer und zeitintensiv.

Wie ist die Versorgungslage?

Die Versorgungslage ist in umkämpften Gebieten besonders schwierig. Lebensmittel werden knapp und die Preise steigen. Zudem fehlt es an Benzin, mit dem Fahrzeuge und Brunnenpumpen betrieben werden.

Auch sind durch die Kämpfe viele Gebäude und Straßen zerstört. So dauert es oft lange, bis die Menschen in die größeren Städte gelangen, um dort einzukaufen, oder sich medizinisch versorgen zu lassen. In entlegene Regionen kommt die Hilfe teils nur sehr langsam.

Grenzschließungen verschärfen die Lage immer wieder massiv, da dringend benötigte Hilfsgüter die notleidende Bevölkerung dann nur schwer erreichen. Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft haben jedoch Vorräte für die Menschen im Land und Mitarbeiter sind vor Ort, um die Kinder, Frauen und Männer zu versorgen. Sie arbeiten außerdem eng mit lokalen Partnern zusammen.

Gibt es auch im Jemen Corona-Infektionen?

Im Juni 2020 wurden die ersten Corona-Infektionen im Jemen bekannt. Auch internationale Hilfsorganisationen berichten von zunehmenden COVID-19-Erkrankungen. Trotz fehlender Dokumentation und mangelnder Testkapazitäten befürchten Expert:innen, dass sich das Virus bereits erheblich im Jemen ausgebreitet hat.

Mit einem starken Ausbruch der Krankheit wäre das Gesundheitssystem des Landes massiv überfordert. Nur jedes zweite Krankenhaus ist nach den jahrelangen Gefechten überhaupt funktionsfähig. Hygiene- und Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung des Virus sind in dem Bürgerkriegsland äußerst schwierig umzusetzen.

Ich möchte gerne selbst in den Jemen reisen und helfen – welche Möglichkeiten gibt es?

Zunächst ist es überaus schwierig, in den Jemen zu reisen. Visa-Genehmigungen dauern extrem lange und die Flughäfen sind, wenn überhaupt, nur für bestimmte Personengruppen geöffnet. Zudem stellt die zunehmende Komplexität der Rahmenbedingungen in der humanitären Hilfe hohe Anforderungen an die Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Helfer:innen vor Ort. Daher wird für die Mitarbeit in der humanitären Hilfe eine Vielzahl von Qualifikationen und Kompetenzen erwartet, die in der Regel nur durch langjährige Praxiserfahrung und spezielle Trainings erworben werden.

Ich möchte den Menschen nicht mit Geld, sondern Sachspenden helfen – wie geht das?

Häufig sind gespendete Gegenstände wie Kleidungsstücke oder Haushaltgegenstände nicht an die im Krisengebiet vorherrschenden kulturellen Gewohnheiten angepasst. Die Partner unserer Bündnisorganisationen vor Ort wissen genau, was wo in welcher Anzahl gebraucht wird und können den Bedarf dann durch entsprechende Hilfsgüter decken. Diese werden bevorzugt auf dem lokalen Markt beschafft.

Das hat den Vorteil, dass die Hilfsgüter schneller verfügbar sind und keine weiten Transportwege zurückgelegt werden müssen. Außerdem wird so die lokale Wirtschaft gestärkt.

Der Transport durch Einzelspenden zusammengetragener Hilfsgüter bereitet eher Probleme als Nutzen. Zudem übersteigen die Transportkosten möglicherweise den eigentlichen Warenwert. Da es nicht möglich ist, den Inhalt jedes Päckchens zu überprüfen, können auch keine korrekten Ladepapiere erstellt werden, die für den Grenzübertritt notwendig sind. Dadurch können die Einfuhrbestimmungen der Länder nicht beachtet werden.

Eine Möglichkeit, die Menschen im Jemen aktiv zu unterstützen, ist eine Spendenaktion – jetzt mehr erfahren!


Die Hilfsorganisationen im Bündnis Aktion Deutschland Hilft stehen den Menschen im Jemen zur Seite. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Danke, dass Sie helfen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden