Flüchtlinge weltweitHilfe hat ein Gesicht: Wie arbeiten Helfer im Flüchtlingscamp?

15-06-2018

von ADRA

Wer vor Hunger, Gewalt oder Naturkatastrophen flieht, muss mit dem Nötigsten auskommen. Auf den oft langen und gefährlichen Routen fehlt es an allem – auch an medizinischer Hilfe. Unsere Bündnisorganisation ADRA sorgt in Griechenland für Flüchtlinge, die dort Zuflucht suchen/ankommen. Im Video erzählt eine Helferin aus ihrem Alltag: "Wir sind hier in Kato Milia in Griechenland im Flüchtlingscamp. Hier leben etwa 270 Menschen. In der Klinik versorgen wir jeden Tag etwa 30 bis 40 Menschen, darunter viele schwangere Frauen und Kinder."

Zwei Mal in der Woche kommt ein Arzt in die Klinik und kümmert sich um die Kinder, Frauen und Männer. Drei Krankenschwestern sind täglich für sie da.

Viele Flüchtlinge sind traumatisiert, von ihren Familien getrennt – und sie wissen nicht, wie es für sie weitergeht. "Wir helfen ihnen, die Erlebnisse zu verarbeiten", erklärt die Krankenschwester: mithilfe von Psychologen und in Gruppengesprächen.

Leichte körperliche Verletzungen könne das Team in der kleinen Klinik direkt behandeln, erzählt sie weiter. "Und schwer kranken Menschen helfen wir beim Transport ins Krankenhaus."

So hilft unser Bündnis auf allen Stationen der Flucht:

Wie viele Flüchtlinge gibt es auf der Erde?

Weltweit sind rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das bedeutet: Jeder 110. Mensch auf der Welt ist asylsuchend, im eigenen Land vertrieben oder Flüchtling. Und: 52 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre.

Die meisten Flüchtlinge, die 2017 ihr Land verließen, kamen aus Syrien (6,3 Millionen). Aus Afghanistan flohen 2,6 Millionen und aus dem Südsudan 2,4 Millionen Menschen. Zuflucht fanden 85 Prozent der Flüchtlinge in Entwicklungsländern. Die größte Flüchtlingsbevölkerung lebt mit 3,5 Millionen Menschen in der Türkei. Gemessen an der eigenen Bevölkerung nahm aber der Libanon die meisten Menschen auf. Dort ist jeder sechste Einwohner ein Flüchtling.

Wer gilt als Flüchtling?

Die Genfer Flüchtlingskonvention definiert Flüchtlinge als Menschen, die

  • sich außerhalb des Landes befinden, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz haben
  • wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine begründete Furcht vor Verfolgung haben
  • den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder aus Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren können.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Flüchtling auch für Binnenvertriebene, Umwelt- und Klimaflüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge verwendet. Im völkerrechtlichen Sinn gelten sie nicht als Flüchtlinge.

Binnenvertriebene sind Flüchtlinge, die innerhalb ihres Heimatlandes Zuflucht suchen. Wirtschaftsflüchtlinge lassen ihr Heimatland aufgrund existenzbedrohender Rahmenbedingungen, Armut und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit hinter sich. Klima- und Umweltflüchtlinge fliehen vor Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen. Klimaflüchtlinge sind direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

Wie hilft Aktion Deutschland Hilft Flüchtlingen?

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft helfen Menschen auf allen Stationen ihrer Flucht: in den Herkunftsländern, den Transitländern und in Deutschland.

In Herkunftsländern wie Syrien oder dem Südsudan versorgen Mitarbeiter unserer Hilfsorganisationen die Menschen zum Beispiel mit Lebensmittel- und Hygienepaketen oder Kleidung und Krankenhäuser mit Medikamenten. In Transitländern wie den Balkanländern erhalten die Menschen Nahrungsmittel und Unterstützung beim Bau von Unterkünften sowie Decken, Matratzen und Kleidung. Kommen Flüchtlinge in Deutschland an, unterstützen Mitarbeiter unserer Bündnisorganisationen sie beispielsweise im Umgang mit Behörden, vermitteln Deutschkurse oder betreuen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Erfahren Sie mehr über unsere weltweite Hilfe für Flüchtlinge.


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