Hilfe für GeflüchteteFlucht in Burkina Faso: Jedes Gesicht erzählt eine Geschichte

09-06-2021

von Help – Hilfe zur Selbsthilfe

Burkina Faso ist ein Land, in dem das Leben vielerorts alles andere als leicht ist. In dem westafrikanischen Binnenstaat leben 40 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Außerdem sorgen terroristische Gruppierungen immer wieder für Angst und Schrecken.

Mehr als 1,2 Millionen Binnenvertriebene in Burkina Faso

Den Vereinten Nationen zufolge sind mittlerweile mehr als 1,2 Millionen Kinder, Frauen und Männer im eigenen Land auf der Flucht. Wer sind die Menschen, die alles hinter sich lassen, um zu überleben?

Hier erzählen vier Frauen aus Burkina Faso von ihrem Schicksal und wie unsere Bündnisorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe sie unterstützt hat.

Aicha: Zur Flucht gezwungen

In Aichas Augen sieht man den Schmerz, den der Tod ihres Sohnes hinterlassen hat. Noch am Tag seiner Ermordung musste die Familie Hals über Kopf aus ihrem Dorf fliehen. Dabei war sie gezwungen, das gesamte Hab und Gut zurückzulassen – und das kurz vor der kalten Regenzeit.

Derzeit lebt die Familie im Flüchtlingslager in Foubé im nördlichen Burkina Faso. Mit der Unterstützung von Help konnte sich Aichas Familie mit warmer Kleidung eindecken. "Die Hilfe von Help war wie ein Geschenk des Himmels. Wir hoffen, dass sich die Lage bald beruhigt und wir nach Hause zurückkehren können", erzählt Aicha.

Neue Hoffnung für Mariam

Als Mariam mit ihren drei Kindern in die Gemeinde Pissila kam, hatte sie nicht mal Schuhe an. Bei der Flucht vor den Gewaltausbrüchen in ihrem Dorf blieb keine Zeit, Kleidung oder Schuhe mitzunehmen.

"Ich wusste nicht, wie ich hier mit meinen Kindern leben sollte. Ohne Geld konnten wir uns nicht mal Brennholz fürs Kochen leisten", erzählt die 34-Jährige.

Help unterstützt vertriebene Familien in Pissila finanziell.

Cash Transfer: Geldleistungen in der humanitären Hilfe

Hilfsorganisationen geben Menschen in Not Bargeld statt Hilfspaketen, damit sie sich selbst versorgen können. Das fördert die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Menschen in Katastrophengebieten.

Cash Transfers sind außerdem ein wichtiger Bestandteil des Do-no-harm-Ansatzes. Viele Hilfsgüter müssen so nicht extra eingeflogen werden. Das spart Geld und CO². Zudem werden lokale Märkte gestärkt. Der bedarfsgerechte Einsatz der Geldmittel wird durch Qualitätskontrollen sichergestellt.

Mehr Infos finden Sie in unserem Glossar Humanitäre Hilfe.


Mit dem Geld konnte Mariam Klamotten für sich und ihre Kinder besorgen. "Außerdem konnte ich ein paar Frauen helfen, mit denen ich hier Unterschlupf gefunden habe", sagt sie.

Samira: Endlich wieder lernen

Samira ist froh, wieder zur Schule gehen zu können. Im Schuljahr zuvor musste der Unterricht unterbrochen werden: In der Heimat der 17-Jährigen kam es zu gewaltvollen Angriffen.

Zum Start des neuen Schuljahres stattete Help Samira und ihre Mitschüler:innen mit neuen Schulmaterialien aus.

Samira freut sich schon darauf, den verpassten Unterricht nachzuholen: "Ich werde mein Bestes tun, um den Abschluss zu schaffen. Ich bin froh, dass Help mich dabei unterstützt!"

Endlich Sicherheit für Nongoma

"Das Leben in unserem Dorf war immer friedlich und ruhig", erinnert sich Nongoma. Doch als es dort im Mai 2019 zu brutalen Angriffen kam, änderte sich alles.

Bewaffnete Gruppen stürmten den Marktplatz ihres Heimatortes in Burkina Faso. Nongomas Mann wurde getötet.

Mit ihren Kindern fand die 34-Jährige Zuflucht in einem Camp für Vertriebene. Help unterstützte die Familie unter anderem mit einer Notunterkunft.

Doch ihre Zukunft ist ungewiss: "Ich habe Angst, zurückzukehren. Wenn ich an mein Dorf denke, kommen mir die schrecklichen Bilder vom Tod meines Mannes in den Kopf. Hier können wir erst mal eine Weile bleiben."

Gemeinsam schneller helfen: Aktion Deutschland Hilft

Bündnisorganisationen wie Help stehen geflüchteten Familien zur Seite. In Afrika und weltweit. Die meisten Menschen, die ihr Zuhause hinter sich lassen mussten, sind auf der Flucht im eigenen Land. Sie haben weder das Geld noch die Kraft, nach Europa zu fliehen.

So hilft unser Bündnis auf allen Stationen der Flucht:

Hilfe in den Herkunftsländern

  • Syrien: Wir leisten medizinische Nothilfe. Mit mobilen Gesundheitsstationen verteilen Helfer:innen Medikamente.
  • Irak: Wir verteilen Hygieneartikel an rückkehrende Geflüchtete und ermöglichen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
  • Afghanistan: Wir organisieren die Gesundheitsversorgung von Binnenvertriebenen.
  • Somalia: Wir integrieren rückkehrende Flüchtlinge in die Dorfgemeinden und ermöglichen Jugendlichen Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt.
  • Südsudan: Wir klären über häusliche Gewalt gegenüber Frauen und Kindern auf und leisten Geflüchteten psychosoziale Unterstützung.
  • Ost-Ukraine: Wir helfen mit Lebensmittelpaketen, Hygieneartikeln und Heizmöglichkeiten für die kalten Monate.

Hilfe in den Ankunftsländern

  • Bangladesch: Wir helfen geflüchteten Rohingya-Familien aus Myanmar in den Flüchtlingscamps mit Notunterkünften, Hygieneschulungen und frischem Trinkwasser.
  • Jemen: Wir stehen den Menschen zur Seite, die im eigenen Land auf der Flucht sind. Beispielsweise mit Lebensmitteln und Medikamenten gegen Cholera.
  • Libanon: Wir verteilen Medikamente an chronisch kranke Libanesen und syrische Flüchtlinge. Und wir helfen ihnen, schreckliche Erlebnisse zu verarbeiten, unterstützen sie mit Hygienepaketen und verteilen Lebensmittel und Winterkleidung. Und für syrische Schulkinder bieten Helfer:innen Unterricht an.     
  • Jordanien: Wir unterstützen syrische Menschen in Jordanien im jungen Erwachsenenalter beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.
  • Pakistan: Wir kümmern uns um die Gesundheit geflüchteter Mütter und Kinder.
  • Griechenland: Wir helfen Flüchtlingen, Traumata zu verarbeiten, beraten sie in Asylrechtsfragen und helfen bei der Gesundheitsversorgung.
  • Demokratische Republik Kongo (DR Kongo): Wir helfen schwer kranken und mangelernährten Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan oder Angola: mit Notfallnahrung und Medikamenten. Fortbildungen für das örtliche Gesundheitspersonal helfen den Menschen nachhaltig.
  • Tschad: Wir verteilen Lebensmittel und Hygieneartikel an Flüchtlinge. Helfer stellen Toiletten bereit und bauen und reparieren Brunnen.
  • Kolumbien: Wir helfen Binnenvertriebenen und Flüchtlingen aus Venezuela mit Trinkwasser und Lebensmitteln.


Danke, dass Sie geflüchteten Menschen weltweit mit Ihrer Spende helfen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Flüchtlingshilfe weltweit

Spenden-Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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