Kinder in einer Schule in Liberia

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Liberia – ein Überblick

Liberia liegt an der westlichen Atlantikküste und ist die älteste Republik Afrikas. Der Staat ist multiethnisch: Die Einwohner Liberias gehören mehr als 16 indigenen Volksgruppen mit zahlreichen Untergruppen an. Die Amtssprache ist Englisch. Mehr als 85 Prozent der Menschen sind Christen, etwa 10 Prozent sind Muslime.

Humanitäre Situation

Liberia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt: Mehr als die Hälfte der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Ehen mit minderjährigen Mädchen sind vor allem in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Während der Bürgerkriege zwischen 1989 und 2003 wurden schätzungsweise zwei Drittel aller Frauen in Liberia vergewaltigt. Das Land ist ein Umschlagplatz für Drogen, Waffen und Geldwäsche; Korruption zieht sich durch alle institutionellen Bereiche. Das Vertrauen der Bevölkerung in Polizei und Gerichte ist gering.

Politische Lage

Die Folgen von zwei Bürgerkriegen, die insgesamt 14 Jahre dauerten, prägen Liberia. Auslöser der Kriege waren ethnische Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen sowie Kämpfe um politische Macht und Rohstoffe.

Mehr als 270.000 Menschen starben während der Bürgerkriege, mehr als 464.000 Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen. Etwa 350.000 Flüchtlinge suchten Schutz in den Nachbarländern Guinea, Sierra Leone und der Elfenbeinküste. Die meisten Vertriebenen sind mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Menschen und die Wirtschaft leiden weiter unter den Folgen des Krieges.

Die muslimische Volksgruppe Mandingos wurde während des Bürgerkriegs mehrfach Opfer von Diskriminierung und Vertreibungen. Auch danach kam es wiederholt zu Konflikten, bei denen Kirchen und Moscheen angezündet wurden.

Die Situation vor Ort

Die Küste von Liberia zählt zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Während der Regenzeit bricht der Verkehr oft für Wochen zusammen. Die unkontrollierte Abholzung der Regenwälder führt zu einer bedrohlichen Erosion der Küsten und weiter Landstriche.

Die Bürgerkriege wirken sich noch immer auf die Wirtschaft des Landes aus. Viele Menschen in Liberia leben von der Landwirtschaft, doch eine kleine Minderheit kontrolliert weite Teile des Handels. Unter anderem durch den Diamanten-Bergbau sind Küstengewässer und Grundwasser häufig verunreinigt. Folge sind Krankheiten wie Cholera, Malaria und Typhus.

Gleichzeitig fehlen im Gesundheitssystem des Landes qualifiziertes Personal, Medikamente und medizinische Geräte. Malaria ist die häufigste Todesursache, gefolgt von Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen. 2014 infizierten sich außerdem mehr als 10.000 Menschen mit dem Ebola-Virus, fast 5000 starben.

Quellen: CIA (The World Factbook), UNHCR, Bundeszentrale für Politische Bildung, Auswärtiges Amt (Stand: 08/2018)

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