Ein Junge im Südsudan steht vor einem Flüchtlingszelt.

Hunger in AfrikaRadiointerview Südsudan: Menschengemachte Krise trägt Schuld an Hunger

30-03-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Unsere Mitarbeiterin Kai Mirjam Kappes war im Südsudan, um Hilfsprojekte unserer Bündnisorganisationen zu besuchen und sich ein Bild von der verheerenden Hungersnot zu machen. Zu Besuch bei der Weltzeit von WDR 2 hat sie von ihren Eindrücken vor Ort berichtet.

Hören Sie sich hier das Interview an:

Wie ist die Situation im Südsudan?

Die Lage vor Ort ist katastrophal. Wir waren in vielen Teilen des Landes unterwegs. Mich hat vor allem die Situation der Kinder und Frauen geschockt. Im Land selbst gibt es unheimlich viele Fluchtbewegungen in verschiedene Richtungen. Die Frauen versuchen irgendwie ihre Kinder durchzubringen. Jung und Alt sind mit nicht mehr als Lumpen und Fetzen bekleidet. Kinder haben aufgeblähte Bäuche, dünne Ärmchen und Beinchen und wissen nicht, wie sie satt werden sollen. Es geht um Leben und Tod.

Drei Kinder im Südsudan stehen nebeneinander.
© Aktion Deutschland Hilft / Max Kupfer

Woher kommt die Hungersnot und wer ist schuld an der Situation?

Während am Horn von Afrika die Dürre die Schuld für den Hunger trägt, ist es im Südsudan eine menschengemachte Krise, durch die jeden Tag Menschen sterben. Durch den Nil ist der Südsudan eigentlich ein sehr fruchtbares Land. Der Südsudan könnte daher die Kornkammer für die Region sein. Das Land ist reich an Ressourcen, auch an Öl. Durch den Krieg zwischen dem Südsudan und dem Sudan und den Bürgerkrieg, der derzeit tobt, kennen Generationen nichts als Krieg und Flucht. Dadurch sind die Menschen nicht in der Lage ihre Felder zu bestellen und das landwirtschaftliche Wissen an ihre Kinder weiterzugeben. Aufgrund der Kampfhandlungen liegt die ganze Wirtschaft brach. 

Was können wir tun?

Um weiterhin Hilfe umzusetzen ist Aktion Deutschland Hilft dringend auf Spenden angewiesen. Die Regenzeit steht bevor. Wenn es im Südsudan regnet, steht alles unter Wasser und wir kommen nicht mehr mit Hilfslieferungen durch. Deswegen ist Hilfe genau jetzt wichtig, sodass wir lebenswichtige Hilfsgüter, wie Lebensmittel und Medikamente vorrätig haben, um sie in den nächsten Monaten der Regenzeit verteilen zu können.

Menschen im Südsudan füllen sich an einem instandgesetzten Brunnen sauberes Trinkwasser ab.
© Aktion Deutschland Hilft / Max Kupfer

Ist die Arbeit im Südsudan nicht zu gefährlich?

Der Südsudan ist ein sehr gefährliches Land für humanitäre Helfer. Aber unser Auftrag ist es, Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, zu helfen. Ich habe den allergrößten Respekt vor den Helfern, die vor Ort sind und unter Einsatz ihres Lebens für die Betroffenen da sind.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden