Hunger in AfrikaKonflikt Äthiopien: CARE warnt vor humanitärer Katastrophe

19-11-2020

von CARE

Der Konflikt im Norden Äthiopiens spitzt sich weiter dramatisch zu: Täglich fliehen rund 4.000 Menschen aus dem äthiopischen Tigray über die Grenze nach Kassala und Gedaref in den Sudan. Die internationale Hilfsorganisation CARE warnt vor einer der schwersten humanitären Katastrophen im Sudan, sollte sich die Erwartung von über 200.000 Geflüchteten in den kommenden Wochen bestätigen.

"Die Situation ist wirklich furchtbar"

"Die Menschen an der Grenze sind erschöpft und haben Angst. Über die Hälfte von ihnen sind Frauen und Kinder. Viele der Frauen sind schwanger oder stillende Mütter und deshalb besonderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt", berichtet Tesfaye Hussein, CARE-Programmdirektor im Sudan, von vor Ort.

"Alle warten darauf, in die von der Regierung vorgesehenen Notunterkünfte gebracht zu werden, doch diese sind schon ausgelastet. Die Situation ist wirklich furchtbar." Dabei war der Sudan bereits vor diesen Fluchtbewegungen im Krisenmodus: Das Land erholt sich erst langsam von den schlimmsten Fluten seiner jüngsten Geschichte, die im Spätsommer schwere Verwüstungen anrichteten.

Sudan: Steigende Corona-Zahlen und Polio-Ausbruch

Über sieben Millionen Menschen leiden unter akuter Nahrungsunsicherheit und das Gesundheitssystem steht aufgrund steigender COVID-19-Fälle enorm unter Druck. Zudem ist in der Grenzregion Gedaref kürzlich Polio wieder ausgebrochen.

"Sollten wie erwartet in den nächsten Wochen Hunderttausende Geflüchtete ankommen, steht der Sudan vor einer humanitären Katastrophe. Wir machen uns große Sorgen darum, wie wir den Menschen mit den aktuell vorhandenen Ressourcen helfen sollen."

Was die Menschen aus Äthiopien jetzt brauchen

Neben einem Dach über dem Kopf benötigen Geflüchtete aus Äthiopien im Sudan dringend sauberes Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und sanitäre Anlagen.

CARE unterstützt in den Regionen Kassala und Gedaref bereits mit Wasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und medizinischer Versorgung. Doch die Mittel reichen bei weitem nicht aus, um den Menschen jetzt das Überleben zu sichern.


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