Kai Mirjam Kappes von Aktion Deutschland Hilft zusammen mit einer Helferin und zwei Schülerinnen.

Hunger in AfrikaInterview: Hungersnot im Südsudan: „Das Land ist am Boden“

06-04-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Im Südsudan sind 7,5 Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, reiste unsere Medienkoordinatorin Kai Mirjam Kappes in den Südsudan. Im Interview mit dem domradio berichtet sie von der Not der Menschen und erklärt, wie unsere Bündnisorganisationen helfen.

Hören Sie sich das Interview hier an:

Frau Kappes, wie haben Sie diese Reise erlebt?

Wir haben im Südsudan eine katastrophale Situation vorgefunden. Das Land ist durch die vielen Kriege am Boden und es gibt kaum Infrastruktur. Es gibt nur eine einzige asphaltierte Straße und keine Strom- oder Wasserleitungen. Besonders schlimm wird die Lage der Menschen aktuell durch die Hungersnot. Viele Hilfsorganisationen sind vor Ort tätig, um dem Hunger entgegenzuwirken.

Wie sieht das Leben der Menschen im Südsudan aus?

Innerhalb des Landes herrschen vielerorts Kämpfe. Die Zivilbevölkerung muss häufig von einem auf den anderen Tag fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen. Frauen suchen mit ihren Kindern Schutz in den nächstgelegenen Flüchtlingscamps. Es gibt neben sehr einfachen Flüchtlingslagern auch durchaus gut ausgestattete Camps, in denen die Kinder zur Schule gehen können und in denen Hilfsorganisationen tätig sind – auch Organisationen von Aktion Deutschland Hilft.

In den ländlichen Regionen ziehen sich die Menschen vor allem in kleine, vereinzelte Hütten zurück oder siedeln sich in der Nähe von Sümpfen an, um vor den kämpferischen Auseinandersetzungen sicher zu sein. Hier kann die Hilfe ausschließlich über den Luftweg zu den Menschen gebracht werden.

Ein Junge hält seine jüngere Schwester auf dem Arm.
© Aktion Deutschland Hilft / Max Kupfer

In dem Konflikt werden auch Humanitäre Helfer und Entwicklungshelfer gezielt angegriffen. Haben Sie sich sicher gefühlt?

Wir hatten hohe Sicherheitsstandards, doch in einigen Situationen waren wir auch angespannt. Ich habe mit einem Helfer gesprochen, der während seiner langjährigen Arbeit im Südsudan bereits zweimal angeschossen wurde. Dieses Risiko ist allen Helfern vor Ort bewusst.

Es ist wichtig und richtig, dass Menschen in diesem Land Humanitäre Hilfe leisten, dass wir der Zivilbevölkerung zur Seite stehen, die unverschuldet in diese Not geraten ist und dass wir Kinder vor dem Tod durch Hunger retten. Ein Helfer hat gesagt: „Ich bin der Erste, der für diese Menschen da ist, der für sie einsteht, der ihnen Kraft und Mut gibt. Diese Menschen würden für mich in den Tod gehen.“ Es war ganz offensichtlich, dass er für sie dasselbe tun würde.

Zwei Helfer unterhalten sich im Südsudan.
© Aktion Deutschland Hilft / Max Kupfer

Was benötigen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft am dringendsten?

Wir brauchen vor allem Spenden, um damit die vielfältigen Hilfsprojekte unserer Bündnisorganisationen unterstützen und ausweiten zu können. Aktuell verteilen sie zum Beispiel Nahrungsmittel an Schulen und versorgen unterernährte Kleinkinder mit Spezialnahrung. Außerdem bieten sie den Menschen Saatgut an und bilden sie im Bereich Landwirtschaft aus, damit sie sich selbst versorgen können. Die Hilfsorganisationen unseres Bündnisses sind auch mit Ärzte-Teams vor Ort, setzen Brunnen instand und verbessern die hygienischen Bedingungen und errichten Sanitäranlagen, um den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera zu verhindern. Für diese zahlreichen Hilfsmaßnahmen gegen den Hunger in Afrika sind wir dringend auf Spenden angewiesen.

Hinweis für Redaktionen

Unsere Medienkoordinatorin Kai Mirjam Kappes und Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft, waren vom 17. März 2017 bis zum 27. März 2017 im Südsudan. Für Interviews stehen sie gerne bereit.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die vom Hungertod bedrohten Menschen in Afrika:

Spenden-Stichwort: Hunger in Afrika
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden