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Hunger OstafrikaHilfe in einem neuen Staat

18-07-2012

Help unterstützt die Menschen in den Wirren des Neuaufbaus

2011 war ein Jahr der Veränderungen für den Südsudan. Entsprechend dem Friedensabkommen mit dem Sudan stimmten die Bürger im Süden am 9. und 15. Januar über ihre Unabhängigkeit vom Norden ab und beschlossen diese mit überwältigender Mehrheit. Somit etablierte sich der Südsudan als eigener Staat und trat am 9. Juli die lang ersehnte Unabhängigkeit an.

Doch mit der neuen Selbstbestimmung waren die Probleme des Südens nicht gelöst. Südsudan steckt nach wie vor in einer gravierenden Krise, die alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft betrifft. So hungern noch immer viele Menschen und interne Konflikte destabilisieren das Land ebenso wie Grenzstreitigkeiten mit dem Norden. Das Welternährungsprogramm hat prognostiziert, dass dieses Jahr wieder drei Millionen Menschen im Südsudan von Nahrungsmittelhilfe abhängig sein werden.

Help hat in diesem für den Südsudan bedeutsamen Jahr seine Arbeit dort aufgenommen, um den Südsudanesen bei ihren ersten Schritten als eigenständiger Staat beiseitezustehen. Aller Anfang ist bekanntlich schwer – ein Sprichwort, das die Arbeit im Südsudan nicht einmal annähernd beschreibt. Der junge Staat versucht, seinen Weg zu finden und sich zu stabilisieren, verändert dabei aber zwangsläufig viele Regeln und Gesetze, teilweise über Nacht. Dies macht es den Hilfsorganisationen vor Ort nicht immer leicht.

Hunger und Kämpfe, Flucht und Vertreibung

Juba, die Hauptstadt, ist zurzeit eines der Epizentren der humanitären Hilfe – aus gutem Grund, wenn man sich die Zahlen anschaut: rund drei Millionen Menschen vom Hunger bedroht, davon 540.000 Flüchtlinge und Inlandsvertriebene, 370.000 Rückkehrer aus dem Sudan (weitere 500.000 Südsudanesen verbleiben noch im Sudan, welche seit dem 8. April 2012 als illegale Einwanderer gelten), Kämpfe an der Grenze zum Sudan, interne Konflikte in den südsudanesischen Bundesstaaten Jonglei und Unity State, eine katastrophale Wasserversorgung der Flüchtlingscamps in Unity State – um nur einige Probleme zu benennen.

„PAUL” sorgt für Wasser

Help unterstützt die Menschen in den Wirren des Neuaufbaus

Auch in Kenia leistete Help Nothilfe, und zwar in der Grenzregion zu Somalia. Dort versorgte die Bonner Organisation vor allem die Kleinbauern und Pastoralnomaden, die jenseits der großen Flüchtlingscamps weniger Aufmerksamkeit und Hilfe erhielten. So wurden an 14.000 Familien gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation KUMEA Nahrungsmittelpakete mit Bohnen, Mais und Öl verteilt. Begleitend dazu packte Help das Problem direkt am Schopf und wurde seinem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ gerecht. Mit Dünger und Saatgut für 780 kenianische Familien konnten die Kleinbauern direkt wieder selbst aktiv werden und auf die nächste Ernte hinarbeiten. Mit weiteren Projekten im Bereich Ziegenhaltung und Bienenzucht werden den Bauern Alternativen aufgezeigt, die weniger dürreanfällig sind. Für sauberes Trinkwasser setzt Help auch in Kenia den mobilen Wasserfilter-Rucksack „PAUL” (Portable Aqua Unit for Lifesaving) ein.

Aufgrund der internen Konflikte, der Grenzstreitigkeiten mit dem Sudan und eines Stroms an Rückkehrern aus dem Norden sind Hunderttausende Menschen in Bewegung oder lassen sich in Camps nieder. Die jungen staatlichen Stellen sind überfordert und so übernahm Help mithilfe einer Finanzierung des Auswärtigen Amts die Versorgung von rund 1000 Familien in einem Vertriebenenlager namens Baryal nahe der Stadt Wau. Diese Familien sind im Mai 2011 aus der umstrittenen Grenzregion um Abyei geflohen, als sudanesische Panzer und Artillerie die Stadt und das Umland nach tagelangen schweren Kämpfen eroberten. Völlig mittellos erreichten diese Menschen schließlich Wau und wurden im Vertriebenen-Camp untergebracht. Help hat vor allem Nahrungsmittel, aber auch andere Hilfsgüter wie zum Beispiel Matratzen dort verteilt.

Im Hinblick auf die schwelenden Konflikte, die katastrophale Nahrungsmittelversorgung und die insgesamt sehr schwierige humanitäre Lage des Landes hat Help beschlossen, sich im Südsudan langfristig zu engagieren, zunächst in der Nothilfe, dann beim nachhaltigen Aufbau des Landes. Im Jahr 2012 startete bereits ein landwirtschaftliches Projekt in Western Bahr el Ghazal.

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