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Hunger OstafrikaBedürfnisse von Frauen und Kindern werden in der Katastrophenhilfe häufig und schnell übersehen

29-07-2011

Internationales Kinderhilfswerk World Vision fordert Schutz für die Schwächsten

Über 12 Millionen Menschen leiden unter der Hungerkatastrophe in Ostafrika. Allein aus Somalia suchen Hunderttausende Schutz und Nahrung in Flüchtlingslagern. Doch Frauen und Kinder sind von der Dürre am schwersten getroffen, ihre besonderen Bedürfnisse werden unter den Bedingungen und dem zeitlichen Druck der akuten Nothilfe jedoch häufig nicht erkannt, dadurch werden sie bei Verteilungen häufig benachteiligt. Die internationale Arbeitsgruppe „Gender and Disaster Network“, in dem auch Vertreter von World Vision mitarbeiten, ruft die afrikanischen Regierungen, die Internationale Gemeinschaft und die Hilfswerke auf, stärker auf die Bedürfnisse der schwächsten unter den Dürreopfern einzugehen.

Häufig werden Frauen und Kinder bei der Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und Wasser benachteiligt, da sich im Kampf um die Ressourcen junge kräftige Männer eher durchsetzen können. Zudem werden sie durch den permanenten Mangel auch körperlich stärker belastet. Dies trifft vor allem schwangere und stillende Frauen und Kleinkinder unter 5 Jahren, deren Körper durch den Hunger besonders ausgezehrt sind und deren Immunsystem geschwächt ist. Jamila Adamou, Referentin für die Nothilfe in Ostafrika bei World Vision: „Gerade schwangere oder stillende Frauen leiden unter Lebensmittelknappheit und bedürfen einer besonders nahrhaften Ernährung. Schwangere Frauen müssen häufig in nicht sterilen Bedingungen gebären, wodurch sich die Kinder- und Müttersterblichkeit um ein Vielfaches erhöht. Hinzu kommt, dass sie mit den Kindern zurück gelassen wurden, während die Männer häufig mit den Viehherden auf Suche nach Trinkwasser und noch verfügbarem Weiteland auf Wanderung gingen. In dieser Situation müssen die Frauen allein für die Ernährung und das Überleben ihrer Kinder sorgen. Hinzu kommen weite und unsichere Wege, um Wasser von weit entfernten und nahezu ausgetrockneten und verunreinigten Wasserstellen zu holen.“

Jamila Adamou weist noch auf ein weiteres Problem hin: „ In den Flüchtlings- und Binnenvertriebenenlagern herrscht ebenfalls häufig eine große Unsicherheit, wo Frauen und Mädchen, aber auch Kinder allgemein gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind und allein der Gang zur Latrine, sofern vorhanden, ein Risiko darstellt. Daher brauchen Frauen und Kinder gerade in Lagern besondere Schutzräume. Ihr Schutz kann durch aus Männern und Frauen zusammengesetzten freiwilligen Camp-Patrouillen verbessert werden.“

World Vision und die Arbeitsgruppe „Gender and Disaster Network“ rufen dazu auf, Frauen stärker in die Verwaltung der Lager und die Verteilung von Hilfsgütern einzubinden. Dabei ist es wichtig, von Beginn an festzustellen, wie unterschiedliche Gruppen von der Dürre betroffen sind und wie ihre Bedürfnisse angemessen gestillt werden können. So kann auch der Aufbau von lokalen Frauengruppen in den Lagern und dörflichen Gemeinschaften die Situation verbessern. In den Lagern selbst müssen Institutionen wie die Afrikanische Union für mehr Sicherheit sorgen und die Hilfswerke besser bei ihrer Arbeit unterstützen.

World Vision leistet derzeit Nothilfe für 350.000 Menschen in Somalia. Das Hilfswerk stellt dort die Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln und Zusatzernährung sowie eine Basisgesundheitsversorgung für Kleinkinder und schwangere und stillende Mütter sicher. Allein in der somalischen Stadt Galkayo (Region Puntland) ist World Vision in zehn Auffang- und Binnenvertriebenenlagern mit insgesamt rund 125.000 Flüchtlingen tätig.

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