von Aktion Deutschland Hilft/Arbeiter-Samariter-Bund
Gewalt, Vertreibung und Hunger prägen den Alltag vieler Menschen in der Region Tahoua im Westen des Nigers. Unter ihnen ist auch Assibi Issaka, die mit ihren fünf Kindern aus Nigeria fliehen musste.
“Wir haben früher nicht gelebt - nur überlebt”
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) arbeitet gemeinsam mit seinem Partner Karkara daran, Geflüchteten eine Zukunft zu geben und die aufnehmenden Gemeinden widerstandsfähiger zu machen.
“Ehrlich gesagt haben wir früher nicht wirklich gelebt – nur überlebt”, sagt Assibi Issaka. Wenn sie von “früher” spricht, meint sie die Zeit vor 2023. Die 47-Jährige hat fünf Kinder und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.
Für die Versorgung der Kinder ist sie allein verantwortlich, denn ihr Ehemann ist bei einem Terroranschlag im Norden Nigerias ums Leben gekommen, er war damals auf der Suche nach Arbeit. Noch am selben Tag flüchtete Assibi mit ihren Kindern über die Grenze nach Niger – wie Tausende andere auch.
Keine Möglichkeit zur Versorgung
Dort war die Familie zwar etwas sicherer vor Terror und Gewalt, doch Assibi hatte keine Möglichkeit, ihre Kinder auch nur mit dem Nötigsten zu versorgen. “Meine beiden älteren Töchter mussten mich von Dorf zu Dorf und von Tür zu Tür schieben. Wir haben gebettelt, aber die Dorfbewohner hatten selbst nichts.”
Das Weinen ihrer hungernden Kinder ließ sie ihre eigene Hilflosigkeit nur noch mehr spüren, erinnert sie sich, “ich konnte nichts tun.”
Es kam die Wende
Als 2023 der ASB mit seinem lokalen Partner Karkara in der Region Tahoua ein übergreifendes Hilfsprojekt startete, das sich auch gezielt an Menschen mit Behinderung richtete, wurde Assibi und ihrer Familie schnell geholfen.
“Zum ersten Mal, seitdem mein Mann gestorben war, hatten wir wieder etwas zu essen in der Küche. Lange konnten wir gar nicht richtig kochen, jetzt manchmal sogar zweimal am Tag.”
Assibi Issaka, Geflüchtete aus Nigeria
Neben monatlichen Lebensmittelhilfen und Unterstützung in einer Frauenkooperative haben Assibi und ihre Kinder auch drei Ziegen erhalten, mit denen sie ein kleines Einkommen verdienen können.
Jedes zehnte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag
Insgesamt 6.000 Menschen konnte der ASB so bereits helfen. Die Bündnisorganisation ist seit 2005 in Niger mit einem Landesbüro in der Hauptstadt Niamey sowie zwei Projektbüros in Tahoua und Maradi aktiv.
Der Binnenstaat in Westafrika ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Lebenserwartung im Land ist mit 54 Jahren eine der niedrigsten, jedes zehnte Kind stirbt in Niger vor seinem fünften Geburtstag.
Eine Krise auf mehreren Ebenen
Der Militärputsch 2023 und die zahlreichen bewaffneten Konflikte in der Region haben die aufgrund von Klima- und Wirtschaftskrise ohnehin angespannte humanitäre Situation in den vergangenen Jahren zusätzlich verschärft.
Die Region Tahoua im Westen des Nigers ist mit am stärksten von der herrschenden Ernährungskrise betroffen. Hinzu kommen viele vor Gewalt und Terror fliehenden Menschen aus den Nachbarländern Mali und Nigeria.
Alle mit einbeziehen

Der ASB und sein lokaler Partner sind in Tahoua vor allem in den Bereichen Klimaanpassung, Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung sowie in der Konfliktprävention aktiv. Zusammen mit den Gemeinschaften vor Ort werden Wasserstellen saniert, Grundschulen mit Lebensmitteln versorgt und Weideland durch Anpflanzungen wiederhergestellt. Insbesondere Frauen wird geholfen, ihre wirtschaftliche Situation selbstständig zu verbessern.
Das Projekt, welches auch Teil des letztjährigen WDR 2 Weihnachtswunders war, unterstützt dabei nicht nur die Binnenvertriebenen und Geflüchteten, sondern auch die aufnehmenden Gemeinden. Denn die Solidarität mit den Geflüchteten ist zwar groß, der Spielraum zu helfen jedoch klein.
Wie Abdou seine Ernte steigerte
Einer von ihnen ist Abdou Oumarou. Er betreibt mit seiner Frau und seinen sechs Kindern eine kleine Landwirtschaft im Dorf Roumbouki:
“Unsere Ackerflächen produzierten fast gar keine Nahrung. Selbst für uns Dorfbewohner war es schon zu wenig. Und dann kamen jeden Tag neue Flüchtlingsfamilien aus Nigeria an. Jeder Haushalt nahm mehrere Familien auf. Aber es waren zu viele Menschen, es fehlte an allem.”
Abdou Oumarou, Landwirt
Abdou und seine Familie erhielten verbessertes Saatgut, mit dem sie ihre Ernteerträge deutlich steigern konnten. Andere Projektmaßnahmen wie die Verteilung von Nutztieren zielten ebenso auf eine nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation ab. “Der ASB hat verstanden, was wir am besten können: Ackerbau und Viehzucht. Dank dieser Hilfe wird unser Dorf stärker und unabhängiger”, freut sich Abdou.
Auch für Sekou Habiboulaye, Projektmitarbeiter von Karkara, ist der bedarfsorientierte Ansatz der passende Schlüssel zu nachhaltigem Projekterfolg:
“Die Betroffenen wurden von Anfang an mit einbezogen. Sie erklärten, was sie brauchten und wie sie unterstützt werden wollten. Das hat einen großen Unterschied ausgemacht."
Sekou Habiboulaye, Projektmitarbeiter von Karkara
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